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Die kleinen roten Punkte sind Spinnmilben. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Gefährlicher Pflanzensauger

Spinnmilben erkennen und erfolgreich bekämpfen

von Brigitte Goss

Stand: 18. Januar 2021, 11:44 Uhr

Sie sind winzig klein und trotzdem gefährlich für Zimmerpflanzen: Spinnmilben vermehren sich bei trockener Heizungsluft rasant und saugen an den Pflanzen. Bei sehr starkem Befall können die Pflanzen eingehen. Deswegen ist es so wichtig, die Sauger so früh wie möglich zu entdecken und gegen sie vorzugehen. Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, welche Möglichkeiten es gibt.

Neben Läusen sind auch Spinnmilben (winzige Spinnentiere) gefährlich für Zimmerpflanzen. Sie sind typische und sehr gefährliche Schädlinge im Winter. Obwohl sie so klein sind, können sie durch ihre Massenvermehrung die Pflanzen stark schädigen. Spinnmilben saugen an den Blättern und sondern gleichzeitig giftigen Speichel ab. Winzige kleine rote Punkte sind oft zuerst an der Blattunterseite zu sehen. An den Saugstellen hinterlassen sie kleine silbrig wirkende Punkte auf der Pflanze. Sind die Gespinste zu erkennen, ist es meist schon zu spät. Bei stärkerem Befall werden die Blätter der Pflanzen gelb und sterben ab. Kakteen zeigen rote vertrocknete Stellen.

Deshalb ist es wichtig die Pflanzen auf der Blattunterseite regelmäßig nach den Schädlingen abzusuchen. Besonders betroffene Pflanzen sind Efeu, Zitrusgewächse, Zierspargel, Bergpalme, Zimmerazalee, Zyperngrass, Schefflera und auch Sukkulenten.

Mittel gegen Spinnmilben:

Gegen Spinnmilben helfen Kaliseifen- oder rapsölhaltige Pflanzenschutzmittel, die es im Fachhandel zu kaufen gibt. Beachten Sie die jeweiligen Anwendungshinweise. Testen Sie an einem Blatt, ob die Pflanze das Mittel gut verträgt und nicht mit welken Blättern oder Blattverfärbungen reagiert.

So sehen Kakteen aus, wenn sie von Spinnmilben befallen sind. Bildrechte: Daniela Dufft

Bis zu drei Mal im Jahr kann im Abstand von sieben bis zehn Tagen die befallene Pflanze mit einem Rapsöl-Präparat gespritzt werden. Parafinöl-Präparate sollten nur zwei Mal im Jahr, im Abstand von mindestens zwei Wochen angewendet werden. Pflanzen reagieren sehr sensibel auf Öle. Bei einem starken Befall rät Gärtnerin Brigitte Goss zu Bio-Produkten aus dem Handel. Diese sind getestet und werden von den Pflanzen meist gut vertragen. Bei einem leichten Befall kann auf bewährte Hausmittel zurückgegriffen werden.

Rezept 1: Verdünnte Rapsöl-Spülmittel-LösungRapsöl
Wasser
Spülmittel

1 Teil Rapsöl mit 4 Teilen Wasser und etwas Spülmittel mischen und die Pflanze einsprühen. Aber Achtung: für uns ist diese Anwendung harmlos, aber manche Pflanzen vertragen Rapsöl schlecht. Also vorher an einem Blatt ausprobieren und einen Tag abwarten wie die Pflanzen reagiert. Manche Pflanzen, vor allem Orchideen, könnten empfindlich darauf reagieren. Die Behandlung sollte nach etwa zehn Tagen wiederholt werden.

Ein anderes bewährtes Rezept ist eine Mischung aus Seife, Wasser und Spiritus. Spinnmilben sind hartnäckiger als Läuse, deshalb enthält die Mischung mehr Spiritus, als Lösungen gegen Läuse.

Hausmittel für die Schädlingsbekämpfung: Spiritus, Kernseife, Kaliseife Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Rezept 2: Seife, Wasser, Spiritus gegen Spinnmilbe20 g Seife
1 Liter heißes Wasser
30 ml Spiritus

20 g Seife in 1 Liter heißen Wasser auflösen und mit 30 ml Spiritus mischen. Die abgekühlte Mischung auf alle Pflanzenteile, auch auf die Blattunterseiten sprühen.

Auch hier gilt: vor der Anwendung die Lösung an wenigen Blättern testen und einen Tag abwarten, ob die Pflanze die Mischung verträgt. Ein bis zwei Tage die Pflanze, wenn möglich in einer Plastiktüte in einer Pflanzensauna aussetzen. Das vertragen Spinnmilben überhaupt nicht. Diese Prozedur kann nach zehn bis 14 Tagen wiederholt werden.

Gewächshausklima gefällt Spinnmilben gar nicht. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. November 2020 | 08:30 Uhr

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