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Das Schneckenhaus ist viel größer als die Biene. Trotzdem schafft sie es, das Gehäuse mit ihrer Brut in der Erde zu vergraben. Bildrechte: ARD.de

Insekten im GartenDie Schneckenhaus-Mauerbiene vollbringt Erstaunliches

von Brigitte Goss, MDR Garten

Stand: 23. Mai 2022, 10:25 Uhr

Die Lebensweise der Insekten versetzt immer wieder in Erstaunen: Die Schneckenhausbiene legt ihre Brut in leeren Schneckenhäusern ab und vergräbt diese. MDR Garten-Expertin Brigitte Goss verrät mehr über die faszinierende Lebensweise dieser Insekten und gibt Tipps, wie Sie die Wildbienen m Garten gezielt unterstützen können.

Die Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene oder auch Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolour) ist eine in fast ganz Deutschland vorkommende, solitär lebende Wildbienenart. Ihr typischer Lebensraum sind Waldränder, Trockenrasenflächen, Hecken und Brachen, aber auch Böschungen und Parks.

Die Bienen fliegen etwa von März bis Juni und legt ihre Brut in leere Schneckenhäuser. Die acht bis zehn Millimeter großen, schwarz-rot gefärbten Weibchen suchen mittelgroße Schneckenhäuser, wie die der Hainbänderschnecke, aus. Dort hinein legen Sie meist nur ein Ei mit Pollen- und Nektarproviant, um die Brut zu ernähren. Die neuen Bienen schlüpfen allerdings erst im nächsten Frühjahr.

Mauerbienen graben Schneckenhäuser ein

Die Wände der Brutzelle werden mit Pflanzenmörtel ausgekleidet und verschlossen. Diesen Pflanzenmörtel stellen die Bienen mit ihrem Speichel und einem Brei aus verschiedenen Pflanzenteilen her. Dann dreht die Mauerbiene die Öffnung des Schneckenhauses nach unten und gräbt das ganze Schneckenhaus in die Erde ein. Dazu entfernt sie Erdklumpen rund um das Schneckenhaus, so dass es einfach tiefer einsinkt. - Eine enorme Leistung!

Danach wird das Nest mit Dutzenden von herbeigetragenen Halmen, Kiefernadeln oder anderen länglichen, trockenen Pflanzenteilen abgedeckt. In der Regel legt eine Biene fünf bis sieben solcher Nester an. Abschließend stirbt sie - spätestens Anfang Juli. 

Die Arbeit der Biene ist fertig. Die Brut gesichert. Bildrechte: MDR Garten/Brigitte Goss

Leere Schneckenhäuser werden von den Bienen übrigens auch zum Übernachten und als Rückzugsort bei schlechtem Wetter genutzt.

Was kann man im Garten für Mauerbienen tun?

  • Lassen Sie entdeckte Nester in Ruhe und zerstören Sie sie nicht durch Hacken oder anderweitige Materialbewegungen.
  • Lassen Sie Erdoberflächen auch mal "unaufgeräumt".
  • Belassen Sie offene Bodenstellen ohne Vlies- oder sonstige Abdeckung, damit die Wildbienen ihr Nest eingraben können.
  • Lassen Sie leere Schneckenhäuser am Boden liegen. Leere Schneckenhäuser in Wildbienenhotels hingegen werden nicht angenommen, weil sie nicht auf dem Erdboden liegen.
  • Bringen Sie vielfältige Pflanzen in ihren Garten - gern auch Wildstauden, um das Nahrungsangebot für die Wildbienen und andere Insekten zu sichern.

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. Mai 2022 | 08:30 Uhr