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Pflanzen vermehren

Pflanzen aus Stecklingen gewinnen

Stand: 23. Juli 2021, 15:16 Uhr

Pflanzen können entweder über Samen oder über Pflanzenteile, zum Beispiel Stecklinge vermehrt werden. Für die Stecklingsvermehrung eignen sich alle mehrjährigen Pflanzen, Stauden aber auch Gehölze. Wichtig ist, bei den Stauden Triebe zu verwenden, die ausgereift sind. (also keine Jungtriebe) Deshalb ist auch der Juni der richtige Zeitpunkt dafür. Blühende Pflanzen eignen sich weniger für die Vermehrung.

Die ausgereiften Triebe der Pflanze werden unterhalb einer Blattachse (Nodium) abgeschnitten. Die unteren Blätter werden entfernt und der Stiel einfach in Anzuchterde gesteckt. Ist es sehr warm, empfiehlt Beate Walther die oberen Blätter einfach noch etwas abzuknapsen. So wird die Verdunstungsfläche vermindert und die Pflanze trocknet nicht so schnell aus. Die Stecklinge müssen feucht gehalten werden. Bei Buntnesseln zum Beispiel bilden sich schon nach einer Woche die ersten Wurzeln. Bei anderen Pflanzen heißt es abwarten. Haben sich kräftige Wurzeln gebildet, können die Jungpflanzen in nährstoffreichere Erde umgesetzt werden.

StecklingeEs gibt verschiedene Arten von Stecklingen. Bei verholzten Mutterpflanzen spricht man von Steckhölzern. Nur bei weichen Pflanzenteilen spricht man vom Steckling. Als Sonderform des Stecklings gibt es noch den Wurzelsteckling, der aber seltener zur Vermehrung benutzt wird.

Gartenpraxis So funktioniert die Vermehrung mit Stecklingen

Diese Chrysanthemen wurden aus Stecklingen gezogen. Sie haben sich zu gesunden Jungpflanzen mit kräftigen Wurzeln entwickelt. Jetzt ist es höchste Zeit, sie in den Blumentopf zu pflanzen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Mehrjährige Pflanzen lassen sich über Stecklinge vermehren. Dafür werden ausgereifte Triebe kurz unter einer Blattachse abgeschnitten. Triebe, die schon blühen, sind nicht geeignet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die unteren Blätter werden entfernt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Der Steckling wird einfach in nährstoffarme Anzuchterde gesteckt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Nährstoffarme Anzuchterde ist wichtig. Denn Stecklinge können noch keine Nährstoffe aufnehmen, sie müssen erst Wurzeln bilden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Diese Buntnessel stand jetzt eine Woche im Wasserglas und hat die ersten kleinen Wurzeln gebildet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Lavendel gehört zu den Halbsträuchern und damit zu den Gehölzen. Als Steckling eignen sich nur die grünen Triebe. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Optimales Klima bekommen Stecklinge im Mini-Gewächshaus. Eine Plastikflasche wird dazu halbiert, Anzuchterde hineingefüllt und der Steckling eingesetzt. Die Blätter am Steckling werden gekürzt, damit die Verdunstung und damit der Wasserverlust über die Blätter verringert wird. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Über den Verschluss wird das Gewächshaus gelüftet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die Mutterpflanze

Werden Pflanzen über Stecklinge vermehrt, hat man die Garantie, dass die Eigenschaften der Mutterpflanze auch im Steckling wieder auftauchen. Deshalb sollte die Mutterpflanze gesund und robust sein.

Bei der Vermehrung über Stecklinge klont man sozusagen die Eigenschaften der Mutterpflanze. Man weiß also ganz genau welche Eigenschaften die ausgewachsene Pflanze entwickeln wird.

Gartenfachfrau Beate Walther

Die richtige Erde

Stecklinge haben noch keine Wurzel und können deshalb auch noch keine Nährstoffe aufnehmen. Deshalb sollte für die Anzucht von Stecklingen nährstoffarme Anzuchterde verwendet werden. Bei mediterranen Pflanzen empfiehlt Gartenfachfrau Beate Walther, der Erde zusätzlich noch etwas Sand beizumischen. Sand macht die Erde luft- und wasserdurchlässig, so wird Staunässe vermieden.

Trick für die Vermehrung: Stecklingsrolle basteln

Im Spätsommer können Pflanzen über Stecklinge vermehrt werden - ein Trick erleichtert diese Arbeit. Gärtnerin Brigitte Goss wickelt Triebe in eine Rolle aus Vlies und Moos. Das ist platzsparend, pflegeleicht und Stecklinge entwickeln zuverlässig Wurzeln.

Tipp: Stecklinge aus dem Urlaub mitbringen

Wer vorhat, aus dem Urlaub kleine Stecklinge mit nach Hause zu nehmen, der sollte unbedingt eine größere Kartoffel dabei haben. Mit einem Messer wird ein Ritz in die Kartoffel gestochen, hier wird die Pflanze dann eingeklemmt. Die Kartoffel versorgt den Steckling bis zu 14 Tagen mit Feuchtigkeit, dann sollte er in die Erde. Mit etwas Glück haben sich sogar schon die ersten Wurzeln gebildet.

Die Kartoffel versorgt den Steckling 14 Tage mit Feuchtigkeit. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 25. Juli 2021 | 08:30 Uhr

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