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Aus einjährigen Trieben werden Steckhölzer geschnitten, die zu neuen Sträuchern heranwachsen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Gartenarbeit im WinterSteckhölzer von Sträuchern für die Vermehrung gewinnen

18. Januar 2022, 20:25 Uhr

Während der Winterruhe lassen sich viele Ziersträucher, aber auch Beerensträucher, auf einfache Weise durch Steckhölzer vermehren. Steckhölzer sind quasi die "Zauberstäbe" der Pflanzenvermehrung. Brigitte Goss erklärt, wie Sie die Steckhölzer am besten schneiden und lagern.

von Brigitte Goss

Welches Pflanzenmaterial eignet sich?

Als Steckhölzer eignen sich ein- bis zweijährige, gesunde und kräftige Triebe.  Sie sollen sich noch leicht biegen lassen. Bei den Johannisbeersträuchern kann man kurze Triebe aus der Strauchmitte vom vergangenen Sommer schneiden. Diese Kurztriebe würden in der nächsten Saison sowieso nicht viele Früchte tragen.

Wann werden die Steckhölzer geschnitten?

Normalerweise können Steckhölzer während der gesamten Wintermonate geschnitten werden. Doch oft ist es im Januar schon so warm, dass die Sträucher frühzeitig "erwachen". Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, sollten Sie Steckhölzer am besten im Dezember schneiden.

Wie werden Steckhölzer geschnitten?

Da man die Wuchsrichtung der blattlosen Stecklinge nach dem Schneiden nur noch schwer erkennen kann, werden Steckhölzer an den Enden unterschiedlich geschnitten. Brigitte Goss hat bei ihren Steckhölzern das untere Ende schräg und das obere Ende waagerecht geschnitten. So lässt sich "Oben" und "Unten" besser unterscheiden. Steckhölzer sollten nämlich nicht umgekehrt in die Erde gesteckt werden.

Die Enden einmal schräg und einmal gerade abschneiden - so weiß man im Frühling, wo oben und unten ist. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Die meisten Steckhölzer sollten etwa 20 cm lang geschnitten werden. Steckhölzer einiger Arten können aber auch länger sein: Bei Kletterpflanzen wie Geißblatt, aber auch bei Stachelbeeren, dürfen es 30 Zentimeter sein.

Steckhölzer bis zum Frühling lagern

Die Steckhölzer werden zu Bündeln gebunden. Dabei sollten nicht mehr als zehn Steckhölzer zusammengebunden werden. Wichtig: Die Hölzer gut beschriften! Brigitte Goss verwendet Aluschilder. Mit einem Kugelschreiber lassen sich die Namen ganz einfach in die Schilder drücken.

Steckhölzer sollten sehr kühl, aber ohne Frost, dunkel und feucht gelagert werden. Ein Sandkasten eignet sich gut. Bei Brigitte Goss lagern die Stöckhölzer darin bis zum März, dann werden sie einfach in Erde gesteckt. Wer keinen Sandkasten zur Verfügung hat, kann die Stecklinge auch in Erde eingraben und mit Laub abdecken.

Mit Steckhölzern Sträucher vermehren

Um Sträucher mit Steckhölzern zu vermehren, werden als erstes von den gewünschten Sträuchern ein- bis zweijährige Triebe geschnitten. Sie sollten noch biegsam sein. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die Kurztriebe der Johannisbeere sind perfekt zur Vermehrung geeignet. Sie tragen im nächsten Jahr sowieso kaum Früchte. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die helleren einjährigen Triebe sind leicht von den älteren dunkleren Trieben zu unterscheiden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die obere und die untere Stelle am Trieb unterschiedlich beschneiden, damit Sie später wissen, welche Seite das Steckholz in die Erde gesteckt wird. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Steckhölzer sollten etwa 20 Zentimeter lang geschnitten werden. Bei Geißblatt und Stachelbeere dürfen es auch 30 Zentimeter sein. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die Hölzer werden zusammengebunden. Nicht mehr als zehn auf einmal! Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die Bündel gut beschriften, um im Frühjahr zu erkennen, welche Sträucher aus den Stecklingen wachsen werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Steckhölzer im feuchten Sand des Sandkastens einschlagen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die Spitzen sollen leicht herausschauen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Bis zum Frühjahr bleiben die Steckhölzer in ihrem Einschlag. Dann werden sie in die Erde gesteckt. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Diese Sträucher lassen sich durch Steckhölzer vermehren:

Obststräucher: Johannisbeeren, Stachelbeeren (30 cm lang), Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Holunder

Blütensträucher: Spiersträucher, Hartriegelarten, Tamarisken, Ölweiden, Weiden, Spindelsträucher, Hortensien, Johanniskrautsträucher, Lavendel, Liguster, Geißblatt, Wilder Wein, Philadelphus, Potentilla, Schneeball, Weigelie, Deutzien, Kolkwitzien

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. November 2020 | 08:30 Uhr

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