Kakteen, Agave und andere Sukkulenten
Sukkulenten im Botanischen Garten Jena Bildrechte: MDR/Patricia Geissler

Stimmt es oder stimmt es nicht? Fünf Irrtümer zur Sukkulenten-Pflege

Sind Sukkulenten wirklich anspruchslos und pflegeleicht? Brauchen sie tatsächlich viel Sonnenlicht? Reicht es, sie einmal im Monat zu gießen? Diese und weitere Vorurteile bei der Pflege von Sukkulenten hat Sukkulenten-Experte Tobias Pfeil vom Botanischen Garten Jena aufgeklärt.

Kakteen, Agave und andere Sukkulenten
Sukkulenten im Botanischen Garten Jena Bildrechte: MDR/Patricia Geissler

Irrtum 1: Sukkulenten sind vollkommen anspruchslos und pflegeleicht

Die Behauptung Sukkulenten, zu denen auch Kakteen zählen, sind vollkommen anspruchslos und pflegeleicht, stimmt nur bedingt. Je nach Jahreszeit und Art müssen bei der Pflege der Pflanzen der Standort, die Bewässerung, die Temperatur und das Düngen angepasst werden. Auch das Substrat ist zu beachten, damit sich das Wasser gut verteilen kann. Der Standort sollte für die Pflanzen nicht ganzjährig gleich bleiben und vor allem im Winter nicht im Wohnzimmer sein. Für ein gutes Wachstum darf gerne zwei bis drei Mal im Jahr gedüngt werden, jedoch nicht im Winter, da die Pflanzen dann weniger wachsen. Bei der Pflege von Sukkulenten gibt es also einiges zu beachten.

Irrtum 2: Sukkulenten müssen wenig gegossen werden

Die Aussage, dass Kakteen und andere Sukkulenten nur wenig gegossen werden müssen, kann Sukkulenten-Experte Tobias Pfeil vom Botanischen Garten Jena so nicht bestätigen: "Das ist abhängig von der Art der Pflanze und der Jahreszeit." Bei Kälte sollten die Pflanzen möglichst trocken bleiben, ansonsten dürfen sie alle zwei Wochen durchdringend gewässert werden. Doch Vorsicht, Staunässe sollte unbedingt vermieden werden. Überschüssiges Wasser muss abfließen können, da es sonst zu Wurzelfäule kommen kann. Deshalb empfiehlt der Experte, darauf zu achten, dass der Topf Abflusslöcher hat. So staut sich das Wasser gar nicht erst auf.

Irrtum 3: Sukkulenten brauchen ganz viel direkte Sonne

Kakteen und andere Sukkulenten werden oft in die direkte Sonne gestellt. Das ist an sich kein Problem - aber erst nachdem sich die Pflanze daran gewöhnt hat. In der Natur sind kleinere Kakteen häufig unter Sträuchern oder unter hohen Gräsern zu finden, da sie einen leichten Schatten bevorzugen und so Sonnenbrand vermeiden. Sonne ist somit zwar gut für die Pflanze, aber sie sollte an die direkte Einstrahlung gewöhnt werden.

Verschiedene Arten von Sukkulenten in unterschiedlichen Größen
Es darf ruhig auch mal kälter sein, Sukkulenten mögen Temperaturanpassungen. Bildrechte: MDR/Patricia Geissler

Irrtum 4: Sukkulenten brauchen ständig eine warme Umgebung

Auch Sukkulenten mögen es im Winter kühl - sie stehen dann gerne bei Temperaturen zwischen 5 bis 10 Grad. Auch in den wärmeren Jahreszeiten mögen sie es nachts kälter, da es in der Natur in ihren Lebensräumen nachts drastisch abkühlen kann. Einige von ihnen sind sogar frostresistent. Außerdem erhöht sich durch die Temperaturanpassung die Chance auf Blüten. Kalte Temperaturen machen damit Sukkulenten nichts aus, ganz im Gegenteil: Kälte ist gut für sie.

Irrtum 5: Kakteen und Sukkulenten sind das Gleiche

Die Aussage, dass Kakteen und Sukkulenten das Gleiche seien, stimmt nur bedingt. Alle Kakteen sind Sukkulenten, aber nicht alle Sukkulenten sind Kakteen. Alle Pflanzenarten, die in ihren Blättern, Stämmen oder Wurzeln Wasser speichern, sind Sukkulenten (lat. sucus 'Saft' bzw. suculentus 'saftreich'), somit auch Agaven und Möhren.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 31. März 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. November 2018, 08:30 Uhr