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Ob rot, gelb oder rosé - Tulpen sind eine Pracht. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Frühblüher: Freude für viele JahreTulpen vor und nach der Blüte richtig pflegen

von Brigitte Goss

Stand: 26. April 2022, 13:14 Uhr

Im Leben der Tulpen gibt es zwei entscheidende Phasen: Die Pflanzung der Blumenzwiebeln im Herbst und - noch entscheidender - die Zeit vor, während und nach der Blüte im Frühjahr. Wer sich im Frühling um seine Tulpen kümmert, hat viele Jahre Freude an den Frühblühern.

Der richtige Standort für Tulpen

Tulpen gedeihen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit durchlässigem Boden. Sie bevorzugen einen sandig-humosen Boden.

Die Zwiebel der Tulpe ist ihr Lebensspeicher. Sie sollte gesund, gut ernährt und gut eingewurzelt sein. Tulpenzwiebeln neigen dazu, nach der Blüte Nachkommen, also sogenannte Brut- oder Nebenzwiebeln zu bilden. Die Kraft dafür nehmen sie aus der Mutterzwiebel, die dadurch zu Grunde geht. Damit die jungen Zwiebeln aber gut gedeihen und wiederum Blüten bilden können, brauchen sie Nahrung und Bodenfeuchte.

Tulpen bilden kleine Tochterzwiebeln, aus denen wiederum neue Tulpen wachsen können. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Welche Tulpe steht bei mir im Garten?

Es gibt scheinbar unzählige Arten und Sorten von Tulpen in den unterschiedlichsten Blütenformen - große und kleine. Oftmals weiß man gar nicht genau, welche Tulpen im eigenen Garten wachsen. Grundsätzlich unterschiedet man Wildtulpen und gezüchtete Tulpen - die Hybriden, wie wir sie mit ihren großen Blüten und langen Stielen aus Holland kennen. Aber auch kleinblütige Züchtungen gibt es.

Mit strahlenden Blüten - wie hier die Sorte 'Apeldoorn' - belohnen die Tulpen Gärtnermühen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Wildtulpen sind die Vorfahren der gezüchteten Gartentulpen. Sie sind oft an Naturstandorten zu finden, an denen es im Sommer trocken und warm ist. Sie sind langlebiger als gezüchtete Formen und brauchen nicht so viel Aufmerksamkeit. Sie können zum Beispiel einfach viele Jahre an einem Platz im Garten wachsen. Im Gegensatz zu Hybriden samen sich Wildarten oftmals aus, das heißt sie vermehren sich von selbst.

Tulpen rund um die Blütezeit düngen

Damit die Tulpen blühen und sich vermehren, sollten Sie vor, während und nach der Blüte die Reserven der Zwiebeln durch Düngung wieder auffüllen. Das gilt für alle Tulpen. Am besten verwendet man schnell wirkende, organische Dünger. Gärtnerin Brigitte Goss empfiehlt Maltaflor. Dies ist ein Dünger aus Getreidekeimen. Sie gibt etwa 100 Gramm auf einen Quadratmeter und arbeitet den Dünger oberflächlich ein. Regnet es nicht, sollte die Erde rund um die Tulpen gegossen werden. Nur bei feuchtem Boden können die eingebrachten Nährstoffe aufgeschlossen und für die Pflanzen verfügbar gemacht werden.  

Bekommen die Tulpen vor und während der Blüte Dünger, gedeihen sie besonders gut. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Schnell wirken auch Flüssigdünger aus organischen Pflanzenabfällen oder selbst hergestellte Pflanzenjauche, zum Beispiel aus Brennnesseln. Letztere wird verdünnt gegossen. Die flüssige Düngung erfolgt vor und während der Blüte. Nicht an sonnigen und strahlungsintensiven Tagen auf die Blätter gießen. Sie könnten verbrennen.

Tulpen nach der Blüte pflegen

Abgeblühte Blüten der großblumigen Tulpen (Hybriden) sollten unbedingt abgeschnitten werden. Die Blätter sollten vollständig an der Pflanze bleiben, bis sie vergilben. Die Kraft der Blätter geht wieder in die Zwiebel über, so dass sie über viele Jahr erhalten bleibt. Es bilden sich kleine Tochterzwiebeln, die ebenfalls versorgt werden müssen. Lassen Sie den Tulpen nach der Blüte deshalb Zeit, ihre Blätter einzuziehen. Dies dauert etwa vier bis fünf Wochen. Wildtulpen hingegen vermehren sich auch durch Aussaat. Diesen Arten bilden Samen. Wer sie also vermehren möchte, lässt die Blüten einfach stehen und welken.

Sind die Tulpen verblüht, sollte die Blüte abgeschnitten werden. Die Blätter bleiben. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Tulpen zum Übersommern ausgraben?

Die Zwiebeln der großblumigen Hochleistungstulpen (lange Stiel, große Blüten) können nach dem Einziehen der Blätter ausgegraben und trocken gelagert werden. So bekommt die Mutterzwiebel keine Brutzwiebeln und ihr bleibt die Energie für die Blüte im nächsten Jahr erhalten. Sie sollte trocken, kühl und dunkel gelagert werden bis sie im September und Oktober wieder in die Erde gepflanzt wird. Hochleistungstulpen ermüden allerdings nach etwa drei Jahren. Auch wenn sie gut gepflegt werden, blühen sie dann nicht mehr so gleichmäßig.

Aber nicht alle Tulpenzwiebeln müssen ausgegraben werden. Im Boden dürfen wilde Tulpenformen einfach weiterwachsen und das tun sie auch, wenn ihnen die Bedingungen zusagen.

Tulpenzwiebeln vor Wühlmäusen schützen

Wer Wühlmäuse im Garten hat, ist gut beraten, wenn man die Tulpenzwiebeln gleich beim Pflanzen in einen Wühlmausdrahtkorb setzt. So haben die Nager keine Chance an ihre Lieblingsspeise zu kommen.

Brigittes Lieblingstulpen

Langlebig sind neben den wilden Tulpenformen die Darwin-Hybrid-Tulpen. Sie gehören zu den Lieblingstulpen, die Brigitte Goss in ihrem Garten hat. Stehen diese Tulpen an einem optimalen Platz in der richtigen Erde, vermehren sich dort zuverlässig.

Quelle: MDR Garten

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. Februar 2021 | 08:30 Uhr