Horror für Garten- und Balkonbesitzer Pflanzen nach Frostschäden retten

Als eine kleine Horrorshow können Frostschäden an Pflanzen vom Hobbygärtner empfunden werden. Die einst prächtigen Gewächse sehen einfach nur noch deprimierend aus. Doch auch wenn der Gedanke naheliegt, es wäre nichts mehr zu retten, kann für viele der Pflanzen noch etwas getan werden. Gartenexperte Jürgen Meister vom Egapark in Erfurt gibt im MDR Garten Tipps, wie mit Schäden durch Frost umgegangen werden kann.

Frostgeschädigte Canna, im Hintergrund lässt die ebenfalls frotgeschädigte Cassia ihre Blätter hängen
Frostschäden sehen bei einer Canna (links) und bei einer Cassia so aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Immer wieder werden Garten- und Balkonbesitzer vom Frost überrascht. Dabei sind Minusgrade im späten Herbst oder auch im Frühling nicht ungewöhnlich. Selbst wenn die Tage zuvor mild waren, sollte man auf Frost vorbereitet sein. Erst Mitte Mai, nach den Eisheiligen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es nochmal eisig kalt wird.

Frostschäden im Frühling: Abwarten und bei Bedarf zurückschneiden

Grundsätzlich rät die Gärtnerin Brigitte Goss, nach einem Frostschaden geduldig zu sein und abzuwarten. Wenn Stängel noch grün sind, treiben sie meist wieder aus. Bei verholzten Pflanzen wie zum Beispiel Flieder hilft die "Daumennagel-Probe": Kratzen Sie vorsichtig mit dem Fingernagel an einem der unteren Triebe an der Rinde. Ist es darunter noch grün? Dann steckt noch Leben in der Pflanze. Es lohnt sich, auf einen möglichen Neuaustrieb zu warten.

Ist der Frost im Frühling aufgetreten, sollte mit dem Rückschnitt bis Anfang Mai gewartet werden. Von einem zu frühen Rückschnitt rät die Expertin ab, da es bis zu den Eisheiligen immer wieder Spätfröste geben kann, die dann dem frühen Neuaustrieb schaden. Abgestorbene, welke Blätter können aber gleich vorsichtig entfernt werden. Wenn es dann an den Rückschnitt geht, sollten abgestorbene Triebe bis zum gesunden Holz entfernt werden.

Wenn der Frühling kalt wird Wie Sie Pflanzen bei Frostschäden helfen können

Oft sieht ein Frostschaden schlimmer aus, als er tatsächlich ist. So drastisch der Schaden auch wirkt, manchmal können Geduld und Gartenschere noch Abhilfe schaffen. In der Galerie sehen Sie einige Beispiele - und Hilfe.

Erfrorene Triebe an Wein nach Frost
In diesem Jahr haben die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre gemacht. Frost im Mai hat diesen Weinstock eiskalt erwischt. Die jungen, noch unverholzten Triebe sind abgestorben. Doch die Pflanze kann sich davon erholen. Wenn es wieder etwas wärmer ist, werden die abgestorbenen Teile entfernt. Oft haben die neuen Triebe auch "Gescheine", also Blüten, die noch Trauben tragen können. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Erfrorene Triebe an Wein nach Frost
In diesem Jahr haben die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre gemacht. Frost im Mai hat diesen Weinstock eiskalt erwischt. Die jungen, noch unverholzten Triebe sind abgestorben. Doch die Pflanze kann sich davon erholen. Wenn es wieder etwas wärmer ist, werden die abgestorbenen Teile entfernt. Oft haben die neuen Triebe auch "Gescheine", also Blüten, die noch Trauben tragen können. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Kartoffelpflanze mit Frostschaden
Bereits ausgetriebene Kartoffeln überstehen einen Frostschaden meistens. Gärtner sollten einfach Geduld haben. Sie treiben wieder durch. Die Kartoffelernte könnte jedoch geringer ausfallen, da die jungen Pflanzen ihre Energie in den Neuaustrieb stecken statt in die Knollen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Erfrorene Triebe an Blauregen nach Frost
Der Blauregen wurde mitten im Austrieb vom Frost überrascht. Das Ziergehölz wird sich über die Zeit aber wahrscheinlich erholen. Die abgestorbenen Triebe werden abgeschnitten, wenn die Frostnächte vorbei sind. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Erfrorene Triebe an Kiwi nach Frost
Nach einer Frostnacht zeigt sich der tatsächliche Schaden an den Pflanzen - im Bild eine Kiwi - erst nach ein paar Tagen. Daher lohnt es sich, abzuwarten, bevor die Pflanze zurückgeschnitten wird. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Erfrorene Triebe an Waldnuss nach Frost
Bräunliche bis schwarze Blätter und Blüten an diesem Walnussbaum zeigen es: Die Pflanze hat einen Frostschaden erlitten. Jetzt hilft nur eines: Geduld. Warten Sie ein paar Wochen ab, ob der Baum wieder neu austreibt. Schneiden Sie nicht daran herum, da das Gehölz sonst noch Kraft für die Heilung offener Wunden verwenden müsste. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Frostschäden an einer Begonie
Begonien sind ebenfalls frostempfindlich. Auch bei dieser Balkon- und Beetpflanze sollte zunächst abgewartet werden, wie sie den Schaden verkraftet. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Begonien in einem Balkonkasten hängt nach Frostschäden kläglich nach unten
Auch im Herbst überrascht der Frost manche Garten- oder Balkonbesitzer. Ganz schlimm hat es diese Begonien erwischt. Trotzdem müssen sie nicht entsorgt werden. Oberirdisch kann für sie in diesem Jahr zwar nichts mehr gemacht werden. Doch wenn man sie über der Erde abschneidet oder abzupft und dann ins Winterquartier bringt, erholen sich die Knollen bis zum Frühjahr. Wichtig ist, dass bei Wasserstandskästen das überschüssige Wasser abgegossen wird. Solche Kästen sollten am besten im Winterquartier auf die Seite gelegt werden, damit auch der letzte Wasserrest wirklich abfließen kann. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Pelargonie – ein Teil der Pflanze grünt noch, der andere ist vom Frost geschädigt worden und sieht welk aus
Auch diese Pelargonie wurde vom ersten Frost im Herbst geschädigt. Ein Teil der Pflanze stand geschützt, so dass dieser noch gut aussieht. Doch die andere Hälfte der Geranie sieht nicht mehr so gut aus. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten einzugreifen: Der geschädigte Teil sollte unbedingt zurückgeschnitten werden. Möchte man, dass er im Frühjahr eine gleichmäßige Form hat, wird der nichtgeschädigte Teil gleich mit zurückgeschnitten. Alternativ könnten aus dem gesunden Teil auch Setzlinge gezogen werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Frostgeschädigte Canna
Auch der Canna kann nach dem ersten Frost noch etwas Gutes getan werden: Sie sollte unmittelbar über der Erde zurückgeschnitten werden. Da kann sie in einen dunklen, kalten, nicht zu trockenen Keller gestellt werden. Im Winter sollte sie nicht gegossen werden. Von der Überwinterung her verhält es sich mit der Canna ähnlich wie mit Dahlien. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Cassia (Senna) mit Frostschäden
Auch bei der Cassia (auch Senna genannt) kann die Schere angesetzt werden. Sie sollte im alten Holz abgeschnitten werden. Allerdings ist hier die Gefahr groß, dass sich die Pflanze nicht mehr erholt. Denn sie treibt ungern aus altem Holz aus. Es hängt dabei jedoch viel von der allgemeinen Verfassung der Pflanze ab. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
pink-lilafarbene Fuchsienblüte
Bei dieser Fuchsie hätte es noch schlimmer kommen können. Auch sie kann nach dem ersten Frost noch fit für die kalte Jahreszeit gemacht werden: Nach dem Rückschnitt kann sie in einem kühlen, trockenen Keller überwintert werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
zurückgeschnittene Fuchsie
Beim Rückschnitt der Fuchsie gilt die Faustregel, dass etwa ein Drittel des in diesem Jahr gewachsenen Pflanzenteils zurückgeschnitten werden darf. Hier hat Gartenexperte Jürgen Meister ganz ordentlich die Schere angesetzt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Wandelröschen mit Frostschäden
Das Wandelröschen, das seinen Namen wegen der wechselnden Blütenfarbe hat, kann bei Frostschäden bis zum aktuellen Trieb zurück geschnitten werden. Verbringt es den Winter dann in einem dunklen Quartier, treibt sie wieder aus. Wichtig ist hier auch, dass die alten Blätter entfernt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Tibouchina und Oleander im Kübel
Genauso austriebsfreudig wie das Wandelröschen sind diese beiden Exemplare. Im Sommer wachsen auch die Tibouchina und der Oleander stark. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blüte einer Tibouchina
Die Prinzessinnenblume (Tibouchina) kann, bevor sie im Herbst ihr Winterquartier bezieht, bis auf 40 Zentimeter zurückgeschnitten werden. Auch hier sollten die braunen Blätter entfernt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Nahaufnahme eines Oleanders
Wie Palmen verträgt auch der Oleander leichte Minusgrade noch gut. Bei ihm gilt die Faustregel, dass er zuerst raus und zuletzt rein gestellt werden kann. Ist er über den Sommer zu groß für sein Winterquartier geworden, können seine Triebe im Herbst abgeschnitten werden. Außerdem kann der Oleander auch mit einem Faden locker zusammengebunden werden. Wichtig ist dabei, dass die Blätter noch ausreichend Luft bekommen, damit Feuchtigkeit (und somit Pilzgefahr) vermieden wird. Ist der Oleander zu dick geworden, kann er zudem in der Mitte ausgedünnt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. November 2020 | 08:30 Uhr

Tückischer Frost

Der Frost ist das eigentlich Tückische bei plötzlichen Wintereinbrüchen. Er sorgt dafür, dass die Pflanzen zunächst ihr Aussehen behalten. Doch tauen sie dann auf, erschlaffen die Pflanzenteile. Oft wird dann vermutet, dass sie den Frost nicht überstanden haben, sie gar abgestorben seien. Doch viele Pflanzen können noch gerettet werden. Dies gilt vor allem für die Pflanzen, die nicht verholzen.

Rückschnitt nach Frostschäden bei Kübelpflanzen

Generell sollten frostgeschädigte Kübelflanzen zunächst - entsprechend ihrer Art - zurückgeschnitten werden. Ist der Frostschaden im Herbst oder frühen Winter aufgetreten, können die Pflanzen in einem kühlen und trockenen Winterquartier zur Ruhe kommen und sich bis zum nächsten Frühjahr erholen. Generell haben es gesunde Pflanzen leichter, einen solchen Frostschaden zu überstehen. Angeschlagenen Gewächsen fällt es dagegen schwerer.

Im Frühjahr sollten Kübelpflanzen ruhig umgetopft werden. Das schafft gute Voraussetzungen für das Wachstum. Außerdem sollten frostgeschädigte Pflanzen im folgenden Jahr gründlich auf Schädlinge geprüft werden. Sie sind etwas anfälliger als Pflanzen ohne Frostschaden.

Winterschlaf Beeren im Kübel überwintern

Mit Holzwolle, Luftpolstern, Laub und vielem mehr lassen sich Beeren-Kübel im Winter vor Frost und Kälte schützen. Hier stellen wir Ihnen ein paar Ideen vor, wie Winterschutz nicht nur praktisch, sondern auch hübsch ist.

Ein mit Wein und Erdbeeren bepflanzter Wäschekorb mit Laub und Rinde.
Um Beeren effektiv vor Kälte und Frost zu schützen, können Materialien verwendet werden, die Zuhause vorhanden sind. Beeren-Expertin Roswitha Schemm hat diesen mit Wein und Erdbeeren bepflanzten Kübel einfach in einen Wäschekorb gestellt und die Zwischenräume mit Laub aufgefüllt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Vogelfutter in Herzform hängt an einem Wäschekorb voll Laub.
Wer nicht nur seinen Beeren, sondern auch den Vögeln etwas Gutes tun möchte, kann noch dekorative Vogelfutter-Anhänger an den Töpfen anbringen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Preiselbeeren und Erdbeeren in einem mit Tannenzapfen und Moos dekorierten Blumentopf.
Eine weitere Möglichkeit Beeren vor der Kälte zu schützen, ist es, den Kübel mit Tannenzapfen und Moos zu bekleben. Es empfiehlt sich dafür, die Heißklebepistole zu verwenden. Auf die Erde kann zusätzliches Moos gegeben werden. So sind Preisel- und Erdbeeren gut für den Winter gerüstet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Himbeere in Wäschekorb mit Holzwolle und Äpfeln.
Holzwolle wird oft zum Auspolstern von Paketen verwendet und eignet sich gut als Dämmmaterial. Stellen Sie Ihren Beerenkübel (hier: Erdbeeren und Himbeeren) einfach in einen alten Wäschekorb und stopfen Sie den Korb mit Holzwolle aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Erdbeere, Äpfel und Holzwolle in einem Wäschekorb.
Um das Ensemble zu verschönern, können beispielsweise rote Äpfel auf die Holzwolle gelegt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine schwarze Apfelbeere steht in einer Kiste mit Tannenzapfen und Äpfeln.
Im Keller steht noch eine alte Holzkiste? Dann nichts wie raus in den kalten Garten damit. Diese Schwarze Apfelbeere wird von Tannenzapfen vor der Kälte geschützt. Die roten Äpfel dienen als Dekoration. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In einer Mooskugel wachsen Cranberries.
Packen Sie Ihre Cranberries doch einfach mal als Mooskugel ein. Ein Draht stabilisiert die Kugel. Mit Schleifenband wird die Kugel zum Hingucker. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Johannisbeeren in mit Bambus-Matten geschützten Blumentöpfen.
Bambusmatten, die es im Baummarkt als Sichtschutz zu kaufen gibt, eignen sich ebenfalls gut zur Wärmedämmung. Auch hier liegt das Geheimnis in den Lufträumen, die die Röhrchen aufweisen. Abgedeckt mit Moos kann den Johannisbeeren hier nichts mehr passieren. Im Hintergrund wurde eine Brombeere mit Laub in einen Jutesack gesteckt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein mit Wein und Erdbeeren bepflanzter Wäschekorb mit Laub und Rinde.
Um Beeren effektiv vor Kälte und Frost zu schützen, können Materialien verwendet werden, die Zuhause vorhanden sind. Beeren-Expertin Roswitha Schemm hat diesen mit Wein und Erdbeeren bepflanzten Kübel einfach in einen Wäschekorb gestellt und die Zwischenräume mit Laub aufgefüllt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zwischen Rinde schaut eine Erdbeerpflanze hervor.
Zusätzlich hat Beeren-Expertin Roswitha Schemm in den Rand des Topfes Rinde gesteckt. So ist auch der Bereich über der Erde geschützt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Wein im Kübel mit dekorativem Winterschutz.
Eine weitere Möglichkeit Wein einzupacken: den Topf mit Rinde und Moos bekleben (rechts im Bild). Wird die Erde mit Moos abgedeckt, ist der Wurzelballen auch von oben gut geschützt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein Deko-Herz aus Kastanien an einem Weinstock.
Wer mag, kann die Töpfe zusätzlich verzieren – zum Beispiel mit einem Herz aus Kastanien. So bleiben die Kübel nicht nur warm, sondern verschönern auch noch die kälteren Tage. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In einem Korb liegen Luftpolsterkissen.
Wer vom letzten Postpaket noch Luftpolsterkissen übrig hat, kann diese einfach in einen alten Korb legen und einen Beeren-Topf draufstellen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Hand zeigt den Zwischenraum zwischen einer Erdbeere im Topf und der Korbwand.
Wird der Zwischenraum zwischen Topf und Korbwand mit Laub oder ähnlichem Dämmmaterial aufgefüllt, ist die Beere gut vor Frost geschützt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine in eine Ampel gepflanzte Erdbeere in einem Korb.
Diese Variante eignet sich beispielsweise für Hängeerdbeeren in der Ampel. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Rote und schwarze Früchte eine Brombeere.
Weil Brombeeren etwas empfindlicher sind als andere Beeren, sollte der Jutesack bei zu starker Kälte und zu viel Sonne, wie es im Februar oft der Fall ist, hochgezogen werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blumentopf mit Luftpolster und Jute
Ein Blumentopf lässt sich auch gut mit Luftpolstern einwickeln. Damit es im Garten oder auf der Terrasse schön aussieht, sollte die Folie unter Jute oder Ähnlichem versteckt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. November 2020 | 08:30 Uhr

Immergrüne Gehölze nach Frostschäden

Nach strengem Frost haben viele immergrüne Gehölze braune Blätter, die wie verbrannt aussehen. Doch die Pflanzen sind meist nicht erfroren, sondern wegen des steinhart gefrorenen Bodens einfach vertrocknet, wie Gärtnerin Brigitte Goss erklärt. Sie rät abzuwarten, ob die Pflanzen nach der Kälteperiode neu austreiben. "Es kann bis Juni dauern, bis die ersten, grünen Triebe erscheinen", sagt die Expertin. Wer mag, kann im späten Frühling aber schon einen Schönheitsschnitt machen.

Gefrorener Rasen im Herbst und Winter

Doch nicht nur Kübel- und Gartenpflanzen können vom Frost geschädigt werden. Auch gefrorener Rasen kann leiden - vor allem, wenn er betreten wird. Die gelben Spuren, die im Frühjahr auf Rasen zu erkennen sind entstehen, wenn über gefrorenes Gras gelaufen wird. Dabei brechen die einzelnen Halme bis ganz nach unten ab. Sie erholen sich sehr schlecht.

Laub im Herbst vom Rasen entfernen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Durch ein paar einfache Handgriffe kann der Rasen auch nach dem ersten Schnee noch fit für den Winter gemacht werden. Ist der Schnee wieder getaut, sollte das letzte Laub unbedingt entfernt werden. Blieben die Blätter liegen, bieten sie unter einer neuen Schneedecke Nährboden für Pilzerkrankungen. Außerdem sollte der Rasen vor dem Winter noch einmal zurückgeschnitten werden. Der Profi empfiehlt einen Rückschnitt auf fünf Zentimeter. Auch vertikutiert werden kann noch einmal. Entgegen vieler Vermutungen ist das Vertikutieren nicht nur im Frühjahr, sondern ganzjährig möglich. Wichtig ist dabei lediglich, dass es trocken genug ist, damit das Auskämmen auch ordentlich funktioniert.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. März 2021 | 08:30 Uhr