Gartenarbeit Das richtige Werkzeug für den Garten

Wie viel Werkzeug braucht man im Garten? Das kommt natürlich ganz auf den jeweiligen Garten an. Wird Gemüse angebaut oder eher feiner englischer Rasen? Da brauchen Gärtner unterschiedliches Spezialwerkzeug. Aber die grundlegenden Sachen bleiben immer gleich.

Gartenwerkzeug - Sechs Spaten
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Braucht man wirklich einen ganzen Schuppen voller Werkzeug? "Weniger ist im Garten oft mehr", sagt Antje Lobenstein vom Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt. Und das gilt auch für die Werkzeuge. Grundsätzlich müssen immer drei Dinge erledigt werden: Die Beete müssen tiefgründig bearbeitet werden, Unkraut soll entfernt und die Oberfläche fein zerkrümelt werden. Dazu kommen natürlich die hundert kleinen Handgriffen - vom Blüten abschneiden bis zum Obstbaumsetzen.

Das Allerwichtigste: Der Spaten

"Einen Spaten brauche ich immer", sagt die Museumspädagogin und Gärtnerin Lobenstein. Damit wird nicht nur im Herbst der Garten umgegraben. Mit einem ordentlichen Spaten können Gärtner Pflanzlöcher ausheben, Stauden ausgraben und zerteilen, Möhren und Kartoffeln ernten, die Rasenkante stechen oder auch mal oberflächlich den Dreck von Wegen abschaben. Spaten gibt es geschmiedet oder aus Edelstahl. Während die Eisenwerkzeuge gerne rosten und deshalb gut gepflegt werden müssen, dürfen Spaten aus Edelstahl auch mal im Beet stecken bleiben. Ganz wichtig beim Kauf ist ein Blick auf die scharfe Kante, die entweder scharf bleiben sollte (bei Edelstahl) oder sich schärfen lässt.

Achten Sie auf das Gewicht des Spatens. Ist er zu schwer, tut der Rücken schnell weh.

Antje Lobenstein, Gartenexpertin vom Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt

Die Hacke

Die Hacke wird gern auch als Beethacke bezeichnet und ist die Waffe im ewigen Kampf der Gärtner gegen Unkraut. Eine Hacke braucht eine scharfe Schneide, mit der sie die ungeliebten Beikräuter knapp über oder unter der Erde abschneidet. Die Hacke kommt im Garten oft zum Einsatz, denn hoch gewachsene Beikräuter nehmen Gemüse und Blumen Licht, Wasser und Nährstoffe weg. Wer häufig hackt, lockert gleichzeitig den Boden. "Gerade bei Trockenheit bilden sich im Boden oft Risse - wer diese mit der Hacke schließt, sorgt dafür, dass der Boden nicht so schnell austrocknet", erklärt Lobenstein. Beim Hacken sollten Gärtner auf die richtige Körperhaltung achten. Statt die Hacke wild vor dem Körper auf und nieder zu hauen, schwingen erfahrene Gärtner die Hacke quer.

Gartenwerkzeug
Mit der Hacke wird nicht vor, sondern neben dem Körper gearbeitet. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Der Rechen

Ein Rechen klingt ein bisschen nach Ordnung bei den Altvorderen. Großer Quatsch. Der Rechen ist ein Verwandlungskünstler. Ganz klassisch wird mit ihm das Beet gerecht, um grobe Klumpen zu zerkleinern. In den feinen Krümeln fühlen sich Samen wohl und können gut wachsen. Sie können auch gleich mit Hilfe des Rechens ins Beet gebracht werden. Mit der Hacke zieht der fleißige Gärtner eine Rille im Boden, da hinein kommen die Samen, anschließend wird die Rille wieder zugerecht. Im Laufe des Sommers dient der Rechen auch dazu, die nach dem Hacken liegen gebliebenen Unkräuter mitsamt Wurzeln zu entfernen.

Für kleine Rasenflächen können Sie den Rechen auch als Laubrechen benutzen.

Antje Lobenstein, Gartenexpertin vom Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt

Die kleinen Helfer: Pflanzschaufel, Messer und Schere

Neben den drei großen Basiswerkzeugen empfiehlt Antje Lobenstein eine Pflanzschaufel, ein Messer und eine Gartenschere. Damit werden kleine Löcher für Gemüse oder Stauden ausgehoben, Kräuter geerntet und Pflanzen zurück geschnitten. "Das Messer nehme ich nicht nur, um schnell etwas abzuschneiden. Damit bekomme ich den Dreck von Schuhen und Werkzeug, aber auch von frisch geerntetem Gemüse", erklärt die passionierte Gärtnerin. Wer dann noch eine Gießkanne und eine Schubkarre oder einen Tragekorb hat, ist für die Gartenarbeit gut gerüstet.

Werkzeug für den Garten

Welche Werkzeuge braucht man unbedingt? Ein kleiner Werkzeugführer für den Gartenalltag.

Gartenwerkzeug - Spaten
Pflanzlöcher ausheben, Stauden teilen oder Gemüse ernten - der Spaten ist der Allrounder im Garten. Richtige Gärtner haben ihn immer in der Nähe. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug - Spaten
Pflanzlöcher ausheben, Stauden teilen oder Gemüse ernten - der Spaten ist der Allrounder im Garten. Richtige Gärtner haben ihn immer in der Nähe. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug Rechen
Der Rechen zerkrümelt Erdbrocken und glättet Oberflächen - perfekt für neuen Rasen oder feinporige Beete, die auf Saatgut warten. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Die Hacke ist der beste Freund des Gärtners. Sie bekämpft Unkraut und verschließt Trockenheitskanäle, so dass der Boden nicht austrocknet. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Eine Gartenschaufel hilft beim Ausheben kleiner Löcher für Gemüsepflanzen, beim Anhäufeln oder auch um mal etwas Dreck zur Seite zu schippen. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Die Gartenschere gibt es in verschiedenen Größen. Eine gute hält ewig. Sie schneidet Kräuter, verwelkte Blüten und Schösslinge, und auch mal einen Wasserreißer. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Für Schuhe, Werkzeug und Gemüse - ein Messer brauchen Gärtner ständig. Dabei muss es kein neues und teures sein. In diesem Fall tut es auch ein altes Küchenmesser. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Die meisten Gärtner haben einen Schlauch. Aber wer aus dem Fass gießt oder vorsichtig frische Saaten befeuchtet, braucht eine Gießkanne mit Brausemundstück. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Moos und Unkraut wächst zwischen den Pflastersteinen? Ein Fugenkratzer entfernt sie gründlich, mit der platten Fläche lässt sich Moos von den Steinen schaben. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Wie mit einem Finger puhlt man mit dem Giersch-Jäter die horizontalen Wurzeln aus dem Boden: In der Hoffnung auf Erfolg! Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Die Schuffel ist bei uns selten, aber in anderen Ländern wird sie häufig eingesetzt. Im Gegensatz zur Hacke, die in Richtung des Körpers bewegt wird, schiebt man die Schuffle von sich weg und schneidet so Unkraut auf Bodenhöhe oder knapp unter der Erde ab. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Die Kronenpflanzkelle ist so scharf und spitz, dass sie besonders gut für harte Böden voller Wurzeln und Steine geeignet ist. Auch wer zum Beispiel mitten im Rasen ein Pflanzloch stechen möchte, Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Falls die Löwenzahnblüten doch zu viele werden - dieser Löwenzahnstecher soll helfen, die tiefen Wurzeln zu entfernen. Das Gerät wird dafür einfach wie ein Korkenzieher in die Erde gedreht. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
Gartenwerkzeug
Die Wiedehopfhaue ist für harte Arbeit gedacht. Wer Baumwurzeln entfernen oder einen neuen Garten roden will, hat damit das richtige Werkzeug. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf
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Clevere Helfer

Neben den Basiswerkzeugen, die zu jeder Gärtnerausrüstung gehören sollten, gibt es natürlich noch ein paar Ergänzungen, mit denen sich bestimmte Aufgaben besser erledigen lassen. So lockern Grabgabeln die Erde tiefgründig. Sie sind vor allem für leichte Böden geeignet.

Ein Kombinationsgerät aus einer Hacke und drei Zinken zur Bodenlockerung erleichtert die Schlepperei zwischen Schuppen und Beet. Es gibt sie in verschiedenen Größen, so dass sich für kleine, enge Beete genauso ein Werkzeug findet wie für große Flächen. Je nachdem, wie der Garten bewirtschaftet wird, können eine Schaufel, eine Mistgabel, ein Laubrechen oder ein Unkrautstecher eine sinnvolle Ergänzung sein. Biogärtner greifen gern zum Sauzahn, um mit diesem den Boden zu lockern. Die meisten Werkzeuge gibt es auch in einer Version mit kurzem Stiel. So lässt sich mit einer kleinen Hacke gut im Hochbeet arbeiten.

Die Spezialisten: Von Fugenkratzer bis Gierschjäter

Für spezielle Aufgaben braucht es bestimmte Werkzeuge. Ein Fugenkratzer mit seinen spitzen Ecken und den drei flachen Seiten hilft bei Pflasterflächen, die Fugen von Moos und Pflanzen zu befreien. Es gibt ihn mit kurzem Stil, aber auch mit einem rückenfreundlichen langen Stil, so dass sich problemlos auch große Flächen bearbeiten lassen.

Der bei vielen Gärtnern unbeliebte Giersch muss mitsamt Wurzeln entfernt werden. Ein Gierschjäter kann im ewigen Kampf gegen das wuchernde Kraut helfen. Die gebogene Spitze lässt sich wie ein Eisenfinger unter die flachen horizontalen Wurzeln des Giersch schieben und hebt sie so heraus.

Eine Kronenpflanzkelle mit ihrer hübschen Tulpenform läuft bei schweren, steinigen Böden voller Wurzeln zu Hochform auf. Mit ihren spitzen und scharfen Zacken dringt sie auch dort in den Boden, wo eine normale Schaufel nur mit viel Kraft zum Ziel kommt.

Verschiedene Unkrautstecher 3 min
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Löwenzahnstecher gibt es viele verschiedene, mit kurzem oder langem Stiel. Dieser sieht aus wie ein Korkenzieher und wird auch genauso in die Erde gedreht, um damit die langen Wurzeln des Löwenzahns herauszubekommen.

Wird ein neuer Garten angelegt, müssen Wurzeln von Weißdorn oder Schlehe entfernt werden, kommt am besten die Wiedehopfhaue zum Einsatz. Der Spezialist für Rodungen wird meist im Forst benutzt, aber für Gärtner, die richtig was schaffen müssen, ist es genau das richtige Werkzeug.

Quelle: Deutsches Gartenbaumuseum Erfurt

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. März 2020 | 08:30 Uhr