Musiktipp: Duo Praxedis – Histoires – für Harfe und Klavier Exoten, die damals keine waren

Auf ihrer neuen CD präsentiert das Duo Praxedis eine seltene, aber durchaus reizvolle Instrumentenkombination.

von Alexander Gosch

Auf ihrer aktuellen CD histories stellt das Schweizer Duo Praxedis Originalwerke für Harfe und Klavier vor. Und zwar ausschließlich Opernbearbeitungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Was heutzutage eher exotisch anmutet, war in den musikalischen Salons des frühen 19. Jahrhunderts sogar sehr häufig zu hören: das gemeinsame Musizieren von Harfe und Klavier. Die Harfe war etabliert, ihr Repertoire hatte sich seit den Tabulaturen des 16. Jahrhunderts verändert und der Instrumentenbauer Érard gab ihr die Form, wie wir sie heute kennen. Mozart führte sie in die Konzertliteratur ein. Eine Reihe namhafter Komponisten nutzten die Beliebtheit und schrieben Originalwerke für Harfe und Klavier. Dazu zählen u.a. Francois-Adrien Boieldieu in Paris oder Johann Nepomuk Hummel in Wien. Die auf der CD versammelte Komponistenschar dürfte nur Insidern bekannt sein, die bearbeiteten Opern jedoch sind bis heute Hits. Beispielsweise findet man den selten eingespielten Harfenvirtuosen Francois-Joseph Nadermann mit Variationen über Themen aus "Figaros Hochzeit" oder Robert-Nicolas-Charles Bochsa mit einer Ouvertüre aus "Il Barbiere di Siviglia".

Das Schweizer Mutter-Tochter-Duo Praxedis Hug-Rütti und Praxedis Geneviève Hug erweist sich als perfekt harmonierendes Gespann. Beide Musikerinnen setzen ihre Instrumente als Mittel ein, um mit dem anderen ins virtuose Plaudern zu kommen. Eine CD, die es dem Hörer leicht macht, sich in einen Pariser Salon Anfang des 19. Jahrhunderts zu versetzen und den bekannten Opernmelodien der Zeit zu lauschen.

Details zur CD
Titel Mit Werke Label
Histoires Duo Praxedis   Ars Produktion

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | Konzert Spezial | 04. August 2018 | 10:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2019, 09:46 Uhr