Edvard Grieg
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Thementag bei MDR KLASSIK Edvard Grieg

Edvard Grieg gehört sicherlich zu den bekanntesten und am meisten geschätzten Komponisten Skandinaviens. MDR Klassik widmet ihm zu seinem 175. Geburtstag einen ganzen Thementag.

Edvard Grieg
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Haus von Edvard Grieg bei Bergen
Haus von Edvard Grieg bei Bergen Bildrechte: IMAGO

Seine Melodien kennt die Welt, in Mitteldeutschland hat er deutliche Spuren hinterlassen. Trotzdem hat Edvard Grieg immer noch nicht die Stellung im Musikleben, die ihm zukommen sollte. MDR Klassik möchte seinen Beitrag zu einer umfassenden Würdigung leisten und hat den heutigen 15. Juni, Griegs 175. Geburtstag, komplett seiner Musik gewidmet. Beginnend mit dem Frühprogramm, das viele sehr seht unterschiedliche, eher kleinteilige Werke vorstellt und mit Experten über seine Musik spricht, über die fantastische Aufführung der gesamten "Peer Gynt"-Musik bis hin zu einem biografischen Feature dreht sich heute alles um den norwegischen Nationalkomponisten.

Ein besonderes Werk: Griegs Sinfonie

Edvard Grieg mit seinem Bruder John.
Edvard Grieg mit seinem drei Jahre älteren Bruder John Bildrechte: IMAGO

In unserer Sendung "Das Werk" geht es heute um Griegs Sinfonie c-Moll mit ihrer eigenartigen Geschichte: Grieg schrieb sie zwischen 1863 und -64 und es gab nachweislich auch mehrere Aufführungen einzelner Sätze; Grieg selbst hat einige dirigiert. 1867 allerdings verhängte er aus nicht näher bekannten Gründen ein Aufführungsverbot. "Darf niemals aufgeführt werden", steht handschriftlich auf dem Manuskript, das in der Bibliothek von Bergen - Griegs Heimatstadt - aufbewahrt wird.

Mehr als ein Jahrhundert lang hielt man sich an den Wunsch des Komponisten, das Exemplar durfte lediglich zu Studienzwecken eingesehen, aber selbstverständlich nicht kopiert werden. Nicht einmal für die Eröffnung der "Grieghalle" 1978 in Bergen stellte man das Material zur Verfügung. Dort gelangten lediglich die beiden Mittelsätze der Sinfonie zur Aufführung, die Grieg nachträglich als Zwei sinfonische Stücke für zwei Klaviere op. 14 veröffentlicht hatte. Diese Sätze wurden extra neu instrumentiert.

Doch dann - in der Ära des Kalten Krieges und der Spionage - gelangte eine Fotokopie der Sinfonie in die Hände des Dirigenten Vitalij Katajev. In der Sowjetunion ignorierte man Griegs Aufführungsverbot ganz einfach und fragte auch nicht umständlich in Norwegen nach. Im Dezember 1980 wurde die Uraufführung in einem Rundfunkkonzert mit dem Moskauer Rundfunksinfonieorchester gefeiert. In Norwegen stand man nun unter Zugzwang, wenn man den Russen den Triumph nicht vollständig überlassen wollte. Am 30. Mai 1981 spielte das Bergener Festivalorchester unter Leitung von Karsten Andersen die Sinfonie in einer Aufführung, die europaweit im Rundfunk übertragen wurde, wenige Tage zuvor hatte man bereits eine Studioproduktion für Schallplatte absolviert und drei Jahre später lag auch die erste Druckausgabe der Partitur vor.

Weitere Sendungen mit Griegs Musik in MDR Klassik

Der Nachmittag
Zahlreiche Griegexperten kommen auch am Nachmittag nochmals zu Wort. Wir blättern im Archiv der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, an der Grieg studiert hat, blicken dem Grieg Quartett über die Schulte, sprechen mit dem Musikwissenschaftler Helmut Loos und dem Pianisten Einar Steen-Nøkleberg. Und lassen uns berichten, wie man in Norwegen den Geburtstag begeht.

Grieg am Abend
Der Grieg-Abend bei MDR Klassik beginnt mit einem Konzertmitschnitt vom 20. Januar 2013. MDR Sinfonieorchester und MDR Rundfunkchor führten unter Kristjan Järvi die Bühnenmusik zu Ibsens "Peer Gynt" auf. Die Solisten: Ben Becker (Sprecher), Stephen Powell (Bariton), Anna Lucia Richter (Sopran) und Annelie Sophie Müller (Mezzo). Anschließend folgt das Feature "Melodien des Herzens" von Hildburg Heider. Und natürlich gibt es auch weiterhin Musik des Jubilars.

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2018, 10:29 Uhr