Spielzeit 22/23 Magische Momente in der Staatsoperette Dresden

Die Magie des Theaters soll die kommende Spielzeit der Staatsoperette Dresden prägen. Dazu wird der Broadway an die Elbe geholt, kommen "Die lustigen Weiber von Windsor" nach Dresden und soll "Die polnische Hochzeit" gefeiert werden. Viele Vorhaben der Spielstätte im Kraftwerk Mitte sind Entdeckungen oder aber Ausgrabungen. Ein geflügelter "Renner" der Operette rundet das Angebot ab. MDR KLASSIK mit einem Blick auf die neue Spielzeit.

Staatsoperette Dresden
Die Staatsoperette in Dresden stellt ihre Spielzeit 2022/2023 vor. Bildrechte: Werbeplan

Kathrin Kondaurow hat klare Ziele: "Wir wollen Magie entfachen mit allen unseren Premieren und unser Publikum einladen, wieder in die schillernde Welt von Oper, Operette und Musical einzutauchen." Die Intendantin der Staatsoperette Dresden setzt für die kommende Spielzeit auf die Magie des Theaters, auf den Zauber der Bühne und will ihr Publikum mit extravaganten Stücken auch überraschen.

Sie wolle versuchen, die Spielzeit programmatisch nach einer Gewichtung zu planen, den Blick auf das Repertoire zu richten, um zu schauen, welche Genres und Stücke das Portfolio des Hauses sinnvoll ergänzen. Von der Kraft und von der Notwendigkeit des lebendigen Theaters ist die Intendantin absolut überzeugt. "Für unsere neue Spielzeit steht als Motto: 'Wir entfachen Magie!'". Dies sei einer der Produktionen entlehnt, die neu herauskommen: "Pippin", ein Musical von Stephen Schwartz, das 2013 sein Revival am Broadway feierte, soll nun erstmals in großer Besetzung als poppig, jazzig und rockig modernes Spektakel auf eine hiesige Bühne gebracht werden.

Große Vorfreude

Wenn Kathrin Kondaurow nach vorn blickt, gerät sie ins Schwärmen und leuchten ihre Augen voller Vorfreude: "Dieser Abend ist gleichzeitig ein magischer Aufhänger für die gesamte Spielzeit." Da hängt also mächtig Magie in der Luft, selbstredend nicht nur als Selbstzweck. "Zuvorderst geht es uns natürlich darum", so die charmante Intendantin, "breit in die Stadtgesellschaft und in die Region zu strahlen. Und das kann man nur mit einem sehr vielfältigen Angebot erreichen." Auch wenn sie selbst keineswegs als Magierin in Erscheinung tritt, ein paar Trümpfe hat sie dafür aber doch im Ärmel, die in der Saison 2022/23 an der Staatsoperette ausgespielt werden sollen.

Staatsoperette Dresden - Innenansicht mit Orchester und Publikum
Im Zuschauersaal der Staatsoperette soll das Publikum bald neue "Perlen" entdecken. Bildrechte: Stephan Floß

"Mit Otto Nicolais Spieloper ‚Die lustigen Weiber von Windsor‘ haben wir ein klassisches Repertoirestück, mit dem wir hoffentlich ein sehr operettenaffines Publikum abholen können. Dazu kommt dann eine Ausgrabung, ‚Die polnische Hochzeit‘ von Joseph Beer. Das ist eine selten gespielte Perle des Repertoires, wir bringen tatsächlich die deutsche szenische Erstaufführung."

Eine Entdeckung für alle Generationen

Kathrin Kondaurow, Intendantin

Diese Perle sei weit mehr als eine Entdeckung, denn Beer gilt als Klangzauberer zwischen Erich Wolfgang Korngold, Paul Abraham und Emmerich Kálmán. Kathrin Kondaurow verspricht große Arien mit Jazz-Operettenklängen und sehr folkloristischen Tänzen – "eine Entdeckung für alle Generationen, ein Abend, auf den ich mich sehr freue."

Kooperation mit dem Theater junge Generation

Erstmals in der Intendanz von Kathrin Kondaurow soll es eine Koproduktion der Staatsoperette mit dem Theater junge Generation geben, dem tjg. Dies sei "ein Herzensprojekt, das meine Kollegin Felicitas Loewe und mich verbindet. Wir werden gemeinsam das Familienmusical ‚Grimm’ des Erfolgsduos Peter Lund und Thomas Zaufke auf die Bühne bringen. In einem gemischten Ensemble werden alle Kräfte gebündelt, um Jung und Alt zusammenzubringen."

Staatsoperette Dresden - Aufführung
Steffi Lehmann als Helene und Matthias Störmer als Casanova in der Revue-Operette "Casanova". Bildrechte: Pawel Sosnowski

Die Intendantin bekennt, gerne nach entdeckenswerten Stücken außerhalb des sogenannten Kernrepertoires zu suchen und das Publikum damit im besten Sinne zu überraschen. Daneben dürften freilich auch die Klassiker nicht fehlen. "Ich denke, dass ein Haus wie unseres diese Repertoireerweiterung leisten muss." Abgerundet werde die kommende Spielzeit mit dem Operettenklassiker "Die Fledermaus" von Johann Strauß, bei dem die Intendantin selbst die Regie führen will. "Das ist ein besonderes Anliegen meinerseits, um mich dem Publikum auch in diesem Repertoire zu präsentieren."

Unter dem Motto "Magie" gibt’s an der Staatsoperette Dresden also kräftiges Kernrepertoire, gepaart mit dem Blick über den Tellerrand – wer sich da nicht verzaubern lässt, ist selber schuld.

Mehr über Konzerte in der Saison 2022/2023

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | MDR Klassik am Morgen | 23. Juni 2022 | 07:10 Uhr