Jungkomponist Anselm Hichert 14-Jähriger bringt eigene Komposition ans Theater Erfurt

Es gibt viele junge Menschen, die in Orchestern spielen, Instrumente lernen und bei Bundeswettbewerben erfolgreich sind. Der 14-jährige Anselm Hichert hat aber bereits ein eigenes Orchesterstück komponiert, das nun am Theater Erfurt gespielt wird. MDR KLASSIK war bei der Generalprobe dabei.

Jung-Komponist Anselm Hichert und Dirigent Chanmin Chung mit dem Orchester des Theaters Erfurt
Jung-Komponist Anselm Hichert (links) und Dirigent Chanmin Chung mit dem Orchester des Theaters Erfurt. Bildrechte: Alexandra Kehr / Theater Erfurt

Anselm Hicherts Komposition beginnt mit einem Paukenschlag. Ein kraftvolles Stück mit dem Titel „Herbstszenen“.

Die meisten Stellen sind sehr kraftvoll, ich hab auch das Schlagwerk ziemlich laut eingesetzt. Ich mag sowas auch – laute . Das klingt für mich nach Herbst.

Geschrieben hat Anselm Hichert die Noten im sommerfrischen Schweden, während des Familienurlaubs im vergangenen Jahr. Bilder im Kopf, Klänge der Natur – und doch auf eine Jahreszeit geschrieben, die er am liebsten mag: den Herbst.

Ich mag es, wenn es langsam kühl wird und die Blätter anfangen zu fallen und genau das stelle ich mir in dem Stück so vor.

Anselm Hichert ist 14 Jahre, spielt Geige, hat Blockflöte und auch mal Posaune gelernt. Ihn begeistert Filmmusik, aber auch das, was die Großen wie Beethoven und Mozart geschaffen haben. Was den Jungen im blauen Kapuzenpulli außerdem  beeindruckt: Natur.

Die besten Ideen kommen mir eigentlich, wenn ich im Wald wandern bin, dann fällt mir ein: ach, das könnte ich doch so machen. Das sind dann meistens die besten Ideen.

Und so liegt es an den 55 Musikern und Musikerinnen vom Orchester des Theaters Erfurt diese Ideen umzusetzen und zu testen, ob sie klingen. Für das Orchester ist es durchaus besonders, das Werk eines 14-Jährigen zu spielen. Dirigent Chanmin Chung sagt:

Ich finde es toll, dass er auf diese Idee gekommen ist. Ich habe selbst Komposition studiert und wäre niemals auf die Idee gekommen, so ein großes Stück zu schreiben. Ich finde das wirklich mutig, dass er solche Klangvorstellungen hat und dass er das als Partitur darstellen wollte, finde ich wirklich großartig.

Anselm Hichert sitzt während der Probe in der ersten Reihe des leeren Theaters und hört zu. Ob und wann sein Werk, das etwa 13 Minuten lang ist, auch vor Publikum aufgeführt wird, mag derzeit noch niemand sagen.

Klassik ist auch für Achtklässler spannend  

Für ihn klinge es noch schöner als gedacht: Die Bilder, die Szenen – der Herbst zum Hören – auch mit diesen leisen, den sinnlichen Tönen. Der nächste Schritt, sagt er, sei für ihn Harmonielehre. Da will er noch einiges lernen. Denn er meint, nicht nur Pop auch Klassik könne für Achtklässler spannend sein: 

Was mir auf jeden Fall bei meinen Freunden aufgefallen ist: Die meisten haben quietschige Geigen im Ohr, wenn sie an klassische Musik denken. Das finde ich gar nicht. Auch bei meinem Stück kann man hören, dass Klassik mehr ist. Ich habe ja auch sehr viel Schlagwerk verwendet. Man sollte da nicht mit Vorurteilen rangehen, sondern erstmal in die Klassik reinhören, finde ich.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 05. März 2021 | 09:10 Uhr