Musikalischer Audioguide Auf den Spuren des Komponisten Heinrich Schütz

Audioguides sind aus Museen bekannt, aber auch als "Wegeleitsysteme" im weiteren öffentlichen Raum. Der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt hat ein derartiges Projekt etabliert, in dessen Mittelpunkt der Komponist Heinrich Schütz steht. Es ermöglicht Klangspaziergänge entlang markanter Lebens- und Werk-Stationen des Komponisten. "SWALK" heißt die neue App. Das S steht für "Sound", aber auch für "Schütz".

Heinrich Schütz mit Kopfhörern und Handy
Bildrechte: Heinrich Schütz Musikfest

Die Swalks lassen sich am besten innerhalb von drei Tagen absolvieren, einer in Bad Köstritz, einer in Weißenfels und einer in Dresden. Man braucht dafür ein Handy, die App und am besten Kopfhörer. Eine Karte zeigt die Hörstationen an. Dort lassen sich mittels verschiedener Buttons passende Musik und/oder Hintergrundinformationen abrufen. So zum Beispiel am Heinrich-Schütz-Haus im thüringischen Bad Köstritz. Der Blick auf das Display verrät, dass dieser Ort enorm bedeutend ist. Zum einen kann man hier das Werk Musikalische Exequien von Heinrich Schütz anhören, zum anderen gibt es Hintergrundinformationen:

Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz
Bildrechte: imago/Hanke

Das Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz ist das Geburtshaus des wohl berühmtesten Sohnes der Stadt, jenes Jahrhundertkomponisten, der wie kein anderer die Musikgeschichte Mitteldeutschlands im 17. Jahrhundert prägte.

SWALK

Die Idee zum Projekt

Christina Siegfried, Intendantin Heinrich Schütz Musikfest
Dr. Christina Siegfried, Intendantin Heinrich Schütz Musikfest Bildrechte: Martin Morgenstern

Christina Siegfried ist die Leiterin des Vereins Mitteldeutsche Barockmusik und die Initiatorin der Swalks. Die Idee zum Projekt kam ihr in den letzten Jahren, durch Konzerte im Rahmen des von ihr verantworteten Heinrich Schütz Musikfestes. Dessen Hauptspielorte sind Bad Köstritz in Thüringen, der Geburtsort von Schütz, dann die sächsische Landeshauptstadt Dresden, wo er über mehr als vier Jahrzehnte als Hofkapellmeister gewirkt hat, und Weißenfels in Sachsen-Anhalt, wo sich der Komponist im Alter zur Ruhe setzte. Steht man vor seinem Altersruhesitz, kommt wieder das Handy-Display zum Einsatz.

Es haben die Kräfte und besonders das Gehör schon vor etlichen Jahren sehr abgenommen. So dass er nur noch wenig ausgehen konnte, sondern meistenteils hat zuhaus bleiben müssen. Daselbst hat er auch noch immer stattliche Kompositionen mit großem Fleiß verfertigt.

SWALK

Natürlich kann man in Weißenfels ein Werk aus dieser letzten Lebensphase von Heinrich-Schütz hören, ein Ausschnitt aus dem sogenannten Schwanengesang.

Wir dürfen entsprechende Ausschnitte aus der Gesamteinspielung des Dresdner Kammerchors unter Hans-Christoph Rademann nutzen.

Dr. Christina Siegfried, Leiterin des Vereins Mitteldeutsche Barockmusik

Schütz vor Ort entdecken

Christina Siegfried betont, dass jede Station der Swalks nur abrufbar ist, wenn man sich auch tatsächlich vor Ort befindet und man im Handy die Ortungsdienste aktiviert hat. Dahinter steckt ein besonderes Konzept:

Dass man einerseits natürlich Heinrich-Schütz entdecken soll, seine Musik entdecken soll, aber dies nicht irgendwo am heimischen Computer oder mit dem Handy irgendwo im Zug sitzend, sondern an konkret den Orten, d.h. es ist eine geobasierte App, die nur funktioniert, wenn man am Ort des Geschehens ist.

Dr. Christina Siegfried

Bis zum Schütz-Gedenkjahr 2022 werden Stationen und Wege stetig erweitert.

SWALK gibt es bei Google Play und im App Store

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 12. Januar 2021 | 09:45 Uhr

Christina Siegfried, Intendantin Heinrich Schütz Musikfest 21 min
Bildrechte: Martin Morgenstern
Porträt von Mann mit kürzeren, hellgrauen Haaren, weißem Hemd und schwarzrandiger Brille. Blick direkt in Kamera, Hintergrund unscharf. 13 min
Bildrechte: Roberto Bulgrin

Als ehemaliger Kruzianer und erfahrener Chordirigent bringt Hans-Christoph Rademann nun mit der Gaechinger Cantorey die „Gluthitze, die Glaubensbekenntnisse, aber auch Zweifel in Bachs Musik“ zum Klingen.

MDR KLASSIK Fr 30.10.2020 09:30Uhr 13:13 min

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