Stadtpfeifer und besondere Spielorte Das 16. Bach-Festival-Arnstadt beginnt

Nach pandemiebedingter Verschiebung findet nun das 16. Bach-Festival in Arnstadt statt – pünktlich zum 271. Todestag von Johann Sebastian Bach. Vom 28.07. – 01.08.2021 wird in Kooperation mit den Internationalen Arnstädter Orgeltagen ein vielfältiges Programm angeboten. So können Besucher und Besucherinnen das Erbe der Bach-Familie in der Thüringer Stadt in Rundgängen, Orgel- und Open Air-Konzerten erkunden.

Das Denkmal von Johann Sebastian Bach vor dem Bachhaus in Arnstadt
Bildrechte: dpa

Aufgrund steigender Infektionszahlen und der Einschränkungen in Thüringen wurde das Festival, das ursprünglich im März stattfinden sollte, auf den Juli verschoben. Alexandra Lehmann, Festivalmanagerin von der Stadtverwaltung Arnstadt, äußert ihre Freude, dass es nun zeitgleich zu Bachs 271. Todestag beginnen kann:

Ja, wir möchten auf jeden Fall Zuversicht vermitteln. Zuversicht, dass wieder Konzerte möglich sind; dass man sich wieder treffen kann. Und auch Zuversicht für die Gäste, dass wir da sind, dass wir wieder da sind.

Ein vielseitiges Programm

Die Bachkirche in Arnstadt
Die Bachkirche in Arnstadt zählt zu einem der wichtigsten Wirkungsorte Bachs Bildrechte: imago/Karina Hessland

Neben Konzerten, erwartet die Besucher und Besucherinnen ein spannendes Programm mit Rundgängen und Führungen durch die Stadt, 15-minütigen Orgel-Konzerten wie auch Open-Air-Konzerten. Diese finden in den bedeutenden Wirkungsorten Bachs statt wie der Johann-Sebastian-Bach-Kirche,der Oberkirche oder der Liebfrauenkirche Arnstadt. Festivalorganisator, Organist und Arnstädter Kantor, Jörg Reddin, gibt selbst einige Orgelkonzerte während der Festivaltage:

Erst in der Liebfrauenkirche und der Bach-Kirche - wo einfach diese beiden Räume für die Menschen ganz spannend sind.

Das Thüringer Bach Collegium musiziert auch beim Festival
Das Thüringer Bach Collegium musiziert auch beim Festival Bildrechte: Förderverein Thüringer Bach Collegium / Jens Kobe

Auch musizieren unter anderem das Blechbläserensemble Ludwig Güttler, Ann-Helena Schlüter mit einer „Poesie an der Orgel“ und das Thüringer Bach Collegium, welches von der Stadt als eigener Bach-Botschafter gekürt wurde.

Bachstadt und Erbe im Fokus

Im Mittelpunkt stehen während des fünftägigen Festivals die „Stadtpfeifer“ und Heinrich Bach, der in Arnstadt 51 Jahre als Organist wirkte. Neben ihm wirkten insgesamt vier Generationen der Bach-Familie in der thüringischen Stadt als Instrumentalmusiker. Alexandra Lehmann intendiert mit dem Festival dieses Erbe hervorzuheben:

Nicht nur: Bachstadt Arnstadt. Natürlich sind wir eine Bachstadt. Wir haben authentische Schauplätze - aber was wir vermitteln wollen, dass wir das Bachland Thüringen sind.

Bachdenkmal auf dem Marktplatz in Arnstadt
Bachdenkmal in Arnstadt des jungen Bachs Bildrechte: imago/Bild13

Johann Sebastian Bach in Arnstadt Als 18-Jähriger kam Johann Sebastian Bach nach Arnstadt. Damals war er noch Violinist in Weimar. Doch der Neubau einer Orgel in der Kirche der Stadt sollte für ihn zum entscheidenden Wink des Schicksals werden. Er wurde eingeladen, um das Instrument zu begutachten und zur Probe zu spielen. Schließlich wurde er 1703 unter Vertrag genommen, um seine erste Organistenstelle anzutreten.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 27. Juli 2021 | 08:40 Uhr