Eröffnung "Zauber" bei den Dresdner Musikfestspielen

Die Dresdner Muskfestspiele starten am 11. Mai in ihre 45. Ausgabe: Eine feste Größe im mitteldeutschen Festivalkalender. Und trotzdem gilt auch für diese Spiele die Frage: Wie weitermachen nach zwei Jahren Improvisation? Der Intendant der Festspiele, Jan Vogler, hat eine Antwort gefunden und setzt auf Präsenz: 65 Konzerte finden live und mit Publikum unter dem Motto "Zauber" statt. Den Anfang macht in diesem Jahr das Dresdner Festspielorchester, welches sein zehnjähriges Jubiläum feiert.

Mit "Zauber" haben die Initiatoren der Dresdner Musikfestspiele ein Motto gewählt, das viel Spielraum für Interpretation lässt. Man wolle ein Zeichen der Hoffnung setzen, so der Intendant Jan Vogler, jetzt wo es endlich weitergeht für die Klassikbranche nach einer Zeit, in der Livemusik so wenig möglich war. Und trotzdem sieht er die Verlagerung von Musik in den digitalen Raum nicht als Problem, eher im Gegenteil: Im Grunde habe diese Verlagerung der Klassikbranche gut getan, meint Vogler. Die wichtige Aufgabe der Musikschaffenden und Festivalorganisatorinnen und -organisatoren sei jetzt vor allem zu schauen, wie Musik wieder an die Hörerinnen und Hörer gebracht werden kann.

Es ist der perfekte Moment, neue Formate auszuprobieren und all unsere Leidenschaft für die Musik in die Waagschale zu werfen.

Jan Vogler, Cellist und Intendant der Dresdner Musikfestspiele

Fokus auf Präsenzkonzerte

Jan Vogler
Jan Vogler, der Intendant der Musikfestspiele verzichtet für die 45. Ausgabe auf Livestreams der Konzerte. Bildrechte: Dresdner Musikfestspiele/Timor Raz

Die 45. Dresdner Musikfestspiele haben ihre eigene Antwort auf die Frage gefunden, wie sie Musikliebhaberinnen und -liebhaber erreichen wollen und setzen ihren Fokus auf Präsenzkonzerte. Auf Livestreams verzichtet das Festival in diesem Jahr. Die meisten Künstler seien hoch motiviert und freuten sich sehr auf Live-Begegnungen mit dem Publikum, so Vogler. Die Nachfrage nach den Konzerten im Rahmen der Musikfestspiele sei groß. Das trifft sich gut: Da die Kapazitäten in den Konzertsälen nicht mehr begrenzt sind, dürfen jetzt wieder mehr Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort sein. Für bereits ausverkaufte Konzerte aufgrund der Platzbeschränkungen sind deshalb jetzt wieder Karten verfügbar.

Jubiläum: 10 Jahre Dresdner Festspielorchester

Die Zahl der Veranstaltungen ist groß: 65 soll es insgesamt an 25 verschiedenen Spielorten geben. Den Anfang macht das hauseigene Dresdner Festspielorchester, das 2022 sein zehnjähriges Bestehen feiert. Mozarts Ouvertüre der "Zauberflöte" gibt den Auftakt zu einem "zauberhaften" Programm, interpretiert auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Jean-Christophe Spinosi. Jan Lisiecki begleitet den Eröffnungsabend am Hammerflügel als Solist in Beethovens 5. Klavierkonzert.

Als Cellist und Festivalintendant hat sich Jan Vogler einen weiteren Höhepunkt für das Programm überlegt: "Cellomania" heißt er und lässt sich am besten als "Festival im Festival" übersetzen. 40 Cellistinnnen und Cellisten verschiedener Genres reisen für insgesamt 19 Konzerte nach Dresden, darunter Mischa Maisky, Sol Gabetta und die finnische Band Apocalyptica.

Gastkonzerte wird es in diesem Jahr vom London Philharmonic Orchestra geben sowie vom Orchester der Mailänder Scala und den Wiener Philharmonikern.

Die Dresdner Musikfestspiele setzen in diesem Jahr komplett auf Präsenzkonzerte und präsentieren ab 11. Mai für vier Wochen zahlreiche, und auch zum Teil ungewöhnliche Ensembles. Unter dem Motto "Zauber" stehen bis zum 10. Juni 65 Konzerte in 25 Spielstätten auf dem Programm.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | MDR KLASSIK am Morgen | 10. Mai 2022 | 07:10 Uhr

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