Duale Orchesterakademie Thüringen Sprungbrett für Jungmusikerinnen und -musiker

Für viele junge Musikerinnen und Musiker stellt sich schon im Studium die Frage: Wo finde ich später eine gute Arbeit? Der Sprung in die Praxis durch eine Orchesterakademie kann helfen. Solch eine Akademie gibt es in Thüringen. Vom Land finanziert und von der Jenaer Philharmonie und dem Theater Altenburg Gera auf den Weg gebracht.

Gruppenfoto der Studierenden der Orchesterakademie Thüringen.
Die aktuellen Studierenden der Dualen Orchesterakadmie Thüringen. Bildrechte: Ronny Ristok

Johannes Kilian spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Schlagzeug und etwas anderes käme auch heute für ihn gar nicht infrage. Was ihn an seinem Instrument besonders begeistert:  eigenwillige und besondere Klänge selbst zu kreieren:

Schlagwerker Johannes Kilian (18) bei den Proben des Landesjugendorchester Sachsen am 18.04.2017
Schlagwerker Johannes Kilian Bildrechte: MDR/ Joachim Blobel

Das war das, was mich fasziniert hat, Schlagzeug zu studieren und das ist auch, was mich immer noch fasziniert.

Erfahrungen umittelbar in der Praxis

Porträt eines jungen Mannes. Er trägt einen schwarzen Anzug und hält Trommelschläger in der Hand.
Johannes Kilian ist Absolvent der Orchesterakademie Thüringen. Bildrechte: Ronny Ristok

Kilian studiert in Dresden und gehört zu den Akademisten der Orchesterakademie Thüringen. Zwei Jahre dauert das vom Land Thüringen finanzierte und von der Jenaer Philharmonie und dem Theater Altenburg-Gera auf den Weg gebrachte Programm. Es gibt jungen Künstlerinnen und Künstlern die Chance, unmittelbar in der Praxis Erfahrung zu sammeln.

Förderung von zehn Musizierenden

Die Duale Orchesterakademie gibt es seit zwei Jahren. Zehn junge internationale Musikerinnen und Musiker werden dort derzeit gefördert. Mit dem Stipendium können sie zum einen in den Konzertbetrieb in Jena eintauchen und zum anderen das Musiktheater in Altenburg und Gera kennenlernen. Hinzu kommen Workshops, Coachings und viel Support, damit der Schritt in den Beruf später leichter fällt. 

Katharina Landefeld, selbst im Orchesterbüro der Jena Philharmonie tätig, managt das Programm. Auch wenn nur Wenige in den Genuss kämen, es sei ein Sprungbrett:

Weil sie so viel von dem normalen Berufsalltag mitnehmen können, was sie durch das Studium in der Menge und in dem Umfang nicht erfahren.

Große Nachnachfrage bei der Platzvergabe

Zwar musste auch sie das geplante Programm coronabedingt mehrfach umstellen, Workshops abändern, Konzerte absagen, verschieben und alles flexibel handhaben. Doch die Nachfrage gibt ihr Recht. 

Gerade bei den Bläsern hatten wir 70 bis 100 Bewerbungen pro Stelle, da sprechen wir wirklich nur von einer Stelle.

Nüchterner Blick in die Zukunft

Weil viele Orchester derzeit in Kurzarbeit sind, sind die Aussichten für Neueinsteiger aktuell nicht besonders gut. Und auch der nüchterne Blick auf spätere Zukunftsaussichten gehört zur Realität. Und dennoch, sagt Katharina Landefeld:

Die Musik liegt mir sehr am Herzen und die Vorstellung, gar nichts mehr damit zu tun zu haben, fand ich nicht schön. Ich glaube, wenn man sich da einen Weg sucht, so dass die Musik ein Teil bleibt, dann ist das gut.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 17. Februar 2021 | 07:40 Uhr