Premiere: Verdis "Falstaff" am Theater Magdeburg

Mit Giuseppe Verdis letztem Meisterwerk, der komischen Oper "Falstaff", hat das Theater Magdeburg am Wochenende seine neue Spielzeit eröffnet. Susann Krieger war bei der Premiere dabei und hat die Inszenierung von Karen Stone unter die Lupe genommen.

Damen in schrillbunten Kostümen bei der "Falstaff"-Premiere in Magdeburg
Bildrechte: Theater Magdeburg/Andreas Lander
Liegender Mann auf dem Sofa: Szenenfoto aus der "Falstaff"-Premiere in Magdeburg 5 min
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Mit Verdis einziger komischen Oper "Falstaff" hat das Theater Magdeburg am Wochenende seine Spielzeit eröffnet. Susann Krieger war bei der Premiere dabei und hat sich umgehört.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 13.09.2021 10:23Uhr 04:38 min

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Giuseppe Verdi war fast 80 Jahre alt, als ihm mit seiner einzigen komischen Oper „Falstaff“ noch einmal ein sensationeller Erfolg gelang. Der Stoff ist derselbe wie Otto Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", doch ist Verdis Umgang mit ihm weitaus ab- und tiefgründiger. Das Theater Magdeburg hat seine Saison mit diesem Werk am Wochenende eröffnet.

Szenenfoto aus der "Falstaff"-Premiere in Magdeburg
Bühnenbild der Premiere von "Falstaff" am Theater Magdeburg Bildrechte: Theater Magdeburg/Andreas Lander

„Falstaff“ ist Verdis letzte Oper nach dem Libretto von Arrigo Boito. Der bedient sich genial der Komödie „Die lustigen Weiber von Windsor“ aus der Zeit um 1600 und dem Historienstoff Shakespeares „König Heinrich IV.“. Daraus schöpft er einen Text, der mit dem Sujet des Musiktheaters meisterhaft spielt. Verdi wiederum komponiert ein weltumfassendes Bühnenwerk, das weit über die bloße Situationskomik hinausgeht. „Falstaff“ ist mehr als eine Komödie.
Die Regisseurin Karen Stone, die ihre letzte Saison als Generalintendantin in Magdeburg erlebt, liebt die Figur des „Falstaffs“ - ein durch alle Jahrhunderte hindurch moderner Charakter, wie sie selbst sagt. Und so vertraut sie auf Libretto und Musik und inszeniert textgetreu.

Szenenfoto aus der "Falstaff"-Premiere in Magdeburg
Geistertanz und Hexenzauber im letzten Akt von "Falstaff" am Theater Magdeburg Bildrechte: Theater Magdeburg/Andreas Lander

Verdis Musik ist stringent durchkomponiert und die komplexe, differenzierte Partitur eine echte Herausforderung, die das Ensemble scheinbar mühelos meistert. Die Sängerinnen, Sänger und das Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektorin Anna Skryleva sind da am besten, wo sie zusammen singen, agieren und "schau"-spielen - eine überzeugende Ensembleleistung.

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