IMPULS und KlangART-Vision Zwei Festivals für Neue Musik in Sachsen-Anhalt

Seit Mitte Oktober läuft zum 13. Mal das IMPULS-Festival für Neue Musik in Sachsen-Anhalt, diesmal mit Einblicken in die aktuelle europäische Szene Neuer Musik. Nun stünden die letzten Konzerte bevor, die aber wegen des Corona-Lockdowns verschoben werden müssen. Gleichzeitig geht ein neues Festival für Neue Musik an den Start mit dem Namen KlangART-Vision.

IMPULS Festival Eröffnungskonzert mit Carolina Eyck
Das Eröffnungskonzert vom IMPULS-Festival fand am 14. Oktober statt. Bildrechte: Peter Adamik

Bei beiden Festivals erklingt nicht nur zeitgenössische Musik, sondern auch Werke aus den vergangenen hundert Jahren. Während IMPULS die Konzerte als Bestandteil der Abonnementreihen in den ansässigen Theatern anbietet, will KlangART-Vision den Publikumskreis durch digitale Vermittlung erweitern.

Diese Intention erweist sich nun als Glücksfall, denn nur so kann das Festival während des zweiten Lockdowns zum ersten Mal stattfinden. Alle vier Konzerte in Dessau, Halle, Magdeburg und San Francisco, sowie eine Gesprächsrunde werden vom offenen Kanal Magdeburg live gestreamt.

Das IMPULS-Festival läuft seit Mitte Oktober und war bis zum 20. November geplant. Aufgrund der Corona-Bestimmungen werden die letzten Konzerte nun verschoben.

Kultur

Ein Mann an einem Schlaginstrument. 4 min
Bildrechte: Peter Adamik

KlangART Vision und IMPULS

Löst das eine Festival das andere ab? Oder gibt es einfach mehr Interesse für Neue Musik in Sachsen-Anhalt? Dazu mehr im Radiobeitrag.

MDR KLASSIK Fr 06.11.2020 07:40Uhr 04:13 min

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Das IMPULS-Festival

Musiker mit ihren Instrumenten stehen im Kreis
Die Masterclass "Bratsche" beim Abschlusskonzert im Bauhausmuseum Dessau. Bildrechte: Peter Adamik

Im Jahr 2008 ging das IMPULS-Festival an den Start und findet seither jährlich in zehn Städten in Sachsen-Anhalt statt. Ziel ist es, die Vielfalt der Neuen Musik einem breiten Publikum zu vermitteln. Einerseits bekommen etablierte Komponist*innen, Dirigent*innen und Musiker*innen der Neuen Musik eine Plattform, andererseits sucht und fördert das Festival die nächste Generation: Die IMPULS-Masterclasses sind wie "kreative Labore" zu verstehen, bei denen junge Musiker*innen und Komponist*innen gemeinsam kreativ arbeiten, sich gegenseitig inspirieren und neue Werke erschaffen.

In diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto "Enter the Void" - "Betritt die Leere". Dieses Motto hat wegen der Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie unerwartet an Aktualität gewonnen. "Es kam eine andere Leere. Und für die Realisierung des Festivals damit die Planung des Ungeplanten.", schreibt IMPULS auf seiner Website.

Wir wollen nicht durch Funkstille den Mangel unterstreichen, vielmehr soll das künstlerische Kreieren von Neuem unsere Systemrelevanz immer wieder neu reflektieren.

Julian Rieken, Produktionsleiter beim IMPULS-Festival
Impuls Festival, Eröffnungskonuert mit Carolina Eyck
Carola Eyck präsentierte am Theremin die Auftragskomposition des IMPULS-Festivals mit dem Titel VOID. Bildrechte: Peter Adamik

Basierend auf der Gründung der Festival Alliance of Contemporary Music in Europe (F.A.C.E.) startete IMPULS beim Eröffnungskonzert mit einem Treffen von fünf Festivals aus vier Ländern. Dies ermöglichte, aktuelle Produktionen aus den Niederlanden, Belgien und Italien in Sachsen-Anhalt live zu sehen. Im IMPULS-Eröffnungskonzert in Halle wurden zwei deutsche Erstaufführungen und zwei Uraufführungen junger europäischer Komponist*innen vorgestellt.

KlangART-Vision

Das neue Festival möchte die Welt musikalisch miteinander verbinden und ein Zeichen der Hoffnung setzen. „Sachsen-Anhalt verbindet die Welt“ ist das Motto des Festivals, das vom 7. bis 20. November dank digitaler Übertragungswege stattfindet.

Gerade in dieser schweren Zeit haben wir Kunst und Musik nötiger denn je. Sie kennen keine Grenzen und überwinden alle Sprachbarrieren.

Markus Steffen, künstlerische Leiter von KlangART Vision
Michael Wendeberg, Dirigent
Michael Wendeberg dirigiert beim Auftaktkonzert von KlangART Vision. Bildrechte: imago images / epd

Den Auftakt machen am 07. November um 15 Uhr die Staatskapelle Halle unter Michael Wendeberg, dem Chefdirigenten der Oper Halle. Sie präsentieren europäische Werke aus den letzten einhundert Jahren von Alban Berg, André Boucourechliev und Witold Lutosławski.

Einen Höhepunkt bildet am 14. November um 18 Uhr das Konzert des international renommierten Kronos Quartets live aus San Francisco. Die Formation wurde vor 40 Jahren gegründet und hat seitdem hunderte neue Werke in Auftrag gegeben. Das Quartett hat einen großen Namen in der Szene: Mehr als 60 veröffentlichte Alben und zwei Millionen verkaufte Aufnahmen zeigen, dass das Quartett experimentelle Musik einem großen Publikumskreis schmackhaft machen konnte.

Das Kronos Quartet
Das legendäre Kronos Quartet spielt für Sachsen-Anhalt. Bildrechte: imago images / ZUMA Press

Wir finden neue Wege, um arbeiten zu können, damit die Flamme der Musik für uns und für unser Publikum, am Leben erhalten wird.

David Harrington, Erster Geiger des Kronos Quartet

Das komplette Programm von KlangART-Vision finden Sie hier:

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 06. November 2020 | 07:40 Uhr