Sächsischer Förderpreis Preis der "Leipzigstiftung" fördert zwei Kompositionsstudenten

Nachwuchskomponistinnen und -komponisten haben es nicht leicht. Das war auch vor Corona schon der Fall. Es ist wichtig, dass sie nach ihrem Studium Möglichkeiten für die Aufführung ihrer Werke finden. Und das ist nicht immer leicht. In dieser Richtung will der Förderpreis der "Leipzigstiftung" einen Anschub leisten. Alle zwei Jahre können sich Kompositionsstudenten der beiden Musikhochschulen Leipzig und Dresden bewerben. Diesjährige Preisträger sind ein Student aus Spanien und einer aus Chile.

Ein Notenblatt mit handschriftlichen Eintragungen
Bildrechte: imago images/Gerhard Leber

Der Förderpreis der Leipzigstiftung ist mit 2.500,- Euro dotiert und wird in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die beiden jungen Komponisten Sebastian Molina und Daniel Muñoz-Osorio vergeben. Der 27-jährige Molina aus Chile studiert an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und freut sich über den Förderpreis.

Das ist eine große Motivation für mich, um weiterzuarbeiten!

Sebastian Molina

Die Corona-Pandemie hat auch den 33-jährigen Spanier Daniel Muñoz-Osorio ausgebremst. Für ihn ist deshalb der Förderpreis nicht nur wegen der 1250 Euro ein echter Hoffnungsschimmer. Es gibt für die Gewinner einen weiteren gewichtigen Vorteil:

Verbunden ist mit dem Preis ein Kompositionsauftrag. Das heißt das Preisgeld ist auch Auftragshonorar.

Prof. Matthias Drude - Juryvorsitzender, Vorsitzender des Landesverbands Sachsen/Sachsen-Anhalt im Deutschen Komponistenverband e. V.

Die beiden neu entstehenden Werke werden im Herbst 2021 in Leipzig uraufgeführt. Im Rahmen des Konzerts findet zugleich die offizielle Preisverleihung statt. Nun ist also die Kreativität der beiden Preisträger gefragt. Verständlicherweise sind beide froh, dass sie neben ihrem Studium nun noch ein konkretes Ziel haben, auf das sie hinarbeiten können. Daniel Muñoz-Osorio bringt es auf den Punkt:

Obwohl die Kultur jetzt alles nicht normal betreiben kann, können wir wenigstens zuhause komponieren, um in der Zukunft diese Projekte durchzuführen!

Die Preisträger

Sebastian Molina, Preisträger Förderpreis Leipzigstiftung
Bildrechte: Sebastian Molina

Der 27-Jährige Sebastian Molina studierte Komposition an der Univeridad de Chile und ist seit 2019 Student bei Claus-Steffen Mahnkopf an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Molinas zentrales kompositorisches Anliegen ist eine enge Verbindung von Sprache und Musik. Er gewann bereits einige Kompositionspreise in seiner Heimat. Seine Kompositionen wurden sowohl in Chile als auch in Deutschland uraufgeführt.

Daniel Muñoz-Osorio, Preisträger Förderpreis Leipzigstiftung
Bildrechte: Daniel Muñoz-Osorio

Daniel Muñoz-Osorio ist 1987 in Spanien geboren und studierte Komposition bei Benet Casablancas (Barcelona) und Beat Furrer (Graz). Seit 2020 studiert er bei Mark Andre und Stefan Prins an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Er schreibt vorwiegend Kammermusik, Vokalmusik und Werke für Klavier. Der Komponist erhielt bereits mehrere Preise und Stipendien. Seine Werke wurden auf Festivals in Spanien, Österreich, Deutschland, dem Vereinigte Königreich und den Niederlanden gespielt.

Der Förderpreis der Leipzigstiftung

Der Preis wird alle zwei Jahre von der Leipzigstiftung in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Musikbund e. V. und dem Landesverband Sachsen/Sachsen-Anhalt im Deutschen Komponistenverband vergeben. Er wird an Komponistinnen und Komponisten verliehen, die in Sachsen wohnen oder studieren. Das Preisgeld ist immer zugleich das Honorar für einen Kompositionsauftrag, bei dessen Uraufführung die offizielle Preisverleihung stattfindet.

Die Jury

Die Förderpreis-Jury bestand 2020 aus fünf Mitgliedern, die am 16. Dezember online getagt hat, um über die Preisträger abzustimmen. Neben dem Juryvorsitzendem Prof. Matthias Drude (Vorsitzender des Landesverbands Sachsen/Sachsen-Anhalt im Deutschen Komponistenverband e. V.) waren der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Jörn Peter Hiekel (Dresden), die Leipziger Komponisten Christian Diemer und Knut Müller (Stellvertretender Vorsitzender des Sächsischen Musikbunds e. V.) sowie der Komponist Thomas Stöß (Chemnitz) anwesend.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 14. Januar 2021 | 09:15 Uhr