Der Soundtrack zum Film "Dune" Ein Herzensprojekt des Filmkomponisten Hans Zimmer

Der Science Fiction-Film "Dune" ist vor wenigen Tagen angelaufen. Der Film ist mit viel Spannung erwartet worden, die Kritiker geben sich teilweise überwältigt. Entsprechend der Aufregung, die der Science Fiction-Film bereits ausgelöst hat, gestaltet sich die "Soundtrackpolitik". Denn da, wo es normalerweise einen oder vielleicht zwei Soundtracks gibt, wird es diesmal insgesamt drei geben. Zwei davon liegen vor.

Hans Zimmer, 2018
Hans Zimmer ist ein deutscher Filmkomponist, der seit Jahren sehr erfolgreich in Hollywood arbeitet. Bildrechte: dpa

Keine schwierige Entscheidung

Als im vergangenen Jahr der Film "Tenet" gestartet wurde, gab sich so mancher überrascht. Inzwischen war man es gewohnt, dass an der Seite von Regisseur Christopher Nolan der Komponist Hans Zimmer agiert. Aber anders als bei Christopher Nolans Filmen "Inception" oder "Interstellar" fiel die Wahl diesmal auf den schwedischen Kompinisten Ludwig Göransson. Das lag aber nicht an Nolan, sondern an Zimmer, der sich zwischen "Tenet" und "Dune" entscheiden musste.

Tatsächlich war Hans der allererste Künstler, den ich fragte, ob er mit an Bord kommen wolle, als ich mich entschieden hatte, diesen Film zu machen. Als wir "Blade Runner" beendeten, unterhielten wir uns und er sagte zu mir, es sei einer seiner ältesten Träume, den Score für "Dune" zu komponieren.

Denis Villeneuve, Regisseur der Frank Herbert-Verfilmung "Dune"

Dune-Signet
Bildrechte: dpa

Bei dem Film "Dune" handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Frank Herbert, einem US-amerikanischen Fantasy- und Science-Fiction-Autor. "Dune" gilt als sein wichtigstes Werk. Bereits im Jahr 1984 hatte der Regisseur David Lynch das Werk filmisch umgesetzt.

Komfortzone verlassen - Superlative erschaffen

Der Soundtrack bestätigt, dass der Film ein Herzensprojekt Zimmers ist. Regelrecht erfahrbar ist der Wunsch, etwas Ultimatives zu schaffen, etwas Bleibendes, etwas, was weit über den Kinostart hinausreicht. Zimmer zielt auf Unerwartetes, auf Herausforderungen und riskiert etwas. Bei einem Big Budget-Film aus Hollywood darf man dieses Vorgehen durchaus ungewönlich nennen. Monatelang, sagt Villeneuve, habe sich der Komponist mit der Musik für "Dune" befasst:

Er wollte neue Sounds einbringen, er wollte seine Komfortzone verlassen, er wollte sich in anderer Form an die Musik herantasten.

Hans Zimmer
Hans Zimmer bei der Premiere von "Dune" beim Filmfest in Venedig. Bildrechte: dpa

Zimmer begibt sich auf die Suche nach dem Monumentalen, ebenso ist eine gewisse Vorliebe für Crescendi zu erkennen. Zimmer lässt dabei verschiedene Einflüsse zu. Mal glimmen Erinnerungen an den Italo-Western auf, dann ersteht eine rockähnliche Hymne, dann wieder glaubt man sich in einer riesigen Wüste zu verlieren: Sand bedeckt die Haut oder knirschend zwischen den Zähnen.

Noch mehr Musik

Zimmer hat noch ein "Dune Sketchbook" veröffentlicht. Hier verarbeitet er verschiedene Ideen des Soundtracks: Der Komponist setzt sich intensiver mit ihnen auseinander, vertieft sie. Die Stücke entzerren sich, gewinnen an Klarheit, gewinnen an Substanz, dehnen sich aus und können sich in einer verblüffenden Pracht entfalten.

Zimmers "Dune"-Alben" gehören zu denen, an welchen Filmmusikliebhaber nicht vorbeigehen sollten. Und der Komponist verspricht Nachschub. Zum demnächst erscheinenden Buch "The Art And Soul Of Dune" rückt Zimmer weiteres Material heraus.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 21. September 2021 | 08:40 Uhr

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