Dresdner Kreuzkirche Heinrich-Schütz-Musikfest eröffnet

Dresden war für den Musiker Heinrich Schütz fast ein halbes Jahrhundert die Wirkungsstätte als Hofkapellmeister. In der Dresdner Kreuzkirche wurde am Freitag, 2. Oktober, das Heinrich-Schütz-Musikfest mit einem Festkonzert eröffnet.

Am Freitagabend, 2. Oktober, wurde das diesjährige Heinrich-Schütz-Musikfest eröffnet. MDR Kultur und MDR Klassik haben das Konzert in der Dresdner Kreuzkirche live mitgeschnitten (Moderation: Grit Schulze):

Zum Konzertmitschnitt:

Frau, die dirigiert 175 min
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Das französische Ensemble Akadêmia eröffnet unter der Leitung von Françoise Lasserre in der Dresdner Kreuzkirche das Heinrich-Schütz-Musikfest. Drei Kompositonen berichen von Geburt, Tod und Auferstehung Jesu.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 02.10.2020 19:35Uhr 174:43 min

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Dresden war für den Musiker Heinrich Schütz fast ein halbes Jahrhundert die Wirkungsstätte als Hofkapellmeister. Geboren im thüringischen Bad Köstritz, begibt er sich im Alter von 24 zu Studienzwecken nach Venedig. Den glücklichen Jahren in Italien und am Dresdner Hof folgen Schreckenszeiten: Der 30-jährige Krieg wütet im Land, auch von Pestepidemien bleibt seine Familie nicht verschont. Seine Frau und einige seiner Kinder sterben.

Heinrich Schütz – Licht Deutschlands

Mit seiner Musik hat Heinrich Schütz den Menschen im 17. Jahrhundert Trost und Kraft gespendet – nicht umsonst nannte man ihn „Lumen Germaniae“, (Licht Deutschlands). Seine zutiefst menschlichen Klänge bringen Licht in eine Zeit der Bedrohung, Unsicherheit und Ausgrenzung und sind somit aktueller denn je.

Auch jetzt erlebt die Weltbevölkerung eine fragile Zeit. Für die Intendantin des Schütz-Musikfestes, Dr. Christina Siegfried, waren die Vorbereitungen äußerst kompliziert, zumal die Residenzkünstler um die Dirigentin Françoise Lasserre aus Frankreich kommen. Und so ist ihr die Freude anzumerken:

Ich bin froh, dass nun endlich die Musik das Sagen hat. Die vergangenen Wochen und Monate waren geprägt von Neukonzeptionen, tagesaktuellen Herausforderungen und unzähligen Details zur Einhaltung aller Veranstaltungsauflagen in drei Bundesländern. Nach wie vor sind wir konfrontiert mit den aktuellen Entwicklungen der Pandemie, die es insbesondere unseren internationalen Künstlerinnen und Künstlern erschwert, zu uns zu kommen. Doch nun wollen wir mit unseren Gästen und Künstlerinnen und Künstlern gemeinsam ein Fest der Musik feiern. Die Kraft und der Trost, die von der Musik des 17. Jahrhunderts ausgehen und direkt die Herzen berühren, können wir alle mehr denn je gebrauchen.

Das Heinrich-Schütz Musikfest versteht sich als ein modernes Forum für die Musikkultur des 17. Jahrhunderts – und schlägt die Brücke ins Hier und Jetzt mit über 40 Konzerten u.a. an Originalplätzen, wie in Dresden, Bad Köstritz, Gera, Weißenfels und Zeitz. Unter dem Motto „dero weitberümbte Music“ kommen Musikerinnen und Musiker aus Frankreich, Deutschland, Österreich, Dänemark und den Niederlanden. Bis zum 11. Oktober dauert das länderübergreifende Musikfest an.

Heinrich-Schütz-Preis für Francoise Lasserre

Beim Abschlusskonzert am 11. Oktober in der  Marienkirche von Weißenfels wird die französische Dirigentin Francoise Lasserre den Internationalen Schütz-Preis überreicht bekommen. Die studierte Mathematikerin beschäftigt sich seit Mitte der 1980er Jahre mit dem Werk von Heinrich Schütz und hat dieses immer wieder auch in Konzerten und Kursen lebendig vermittelt. In Frankreich betrat sie damit Neuland, in Deutschland wird sie dafür mit dem Heinrich-Schütz-Musikpreis geehrt. Erst seit 2018 wird die undotierte Auszeichnung vergeben, somit ist Lasserre die dritte Preisträgerin hinter Hans-Christoph Rademann und Sir Roger Norrington.

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Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 02. Oktober 2020 | 19:30 Uhr