Klassik Stiftung Weimar 100 Schätze: Museumsobjekte digital entdecken

Franz Liszts Manuskript der „Réminiscences des Huguenots“ sowie sein Taktstock, Mozarts "Fragment c-Moll für Klavier und Violine": Unter dem Motto "100 Schätze" werden erstmalig zentrale Objekte aus den Stiftungsmuseen, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie dem Goethe- und Schiller-Archiv online präsentiert. Die Klassik Stiftung Weimar will so den Zugang zu ihren Sammlungen während der Pandemie erleichtern.

Gelbliches Papier, dünn mit handgeschriebenen Noten: Das Manuskript des Festliedes von Franz Liszt zu Schillers Jubelfeier.
Notenblätter wie dieses von Franz Liszt zu Schillers Jubelfeier gehören zur Sammlung der Klassik Stiftung Weimar. Bildrechte: dpa

Die Klassik Stiftung Weimar präsentiert ihre größten Kostbarkeiten, aber auch unerwartete Exponate als "100 Schätze" im Internet. Damit würden erstmalig zentrale Objekte aus den Stiftungsmuseen, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie dem Goethe- und Schiller-Archiv präsentiert, sagte die Präsidentin der Stiftung, Ulrike Lorenz, in Weimar. Zudem seien die ersten 10.000 Objekte in den Digitalen Sammlungen der Museen sowie die Forschungsdatenbank so:fie mit mehr als 30.000 Personen- und Körperschaftsdaten im Internet zugänglich.

Porträt einer älteren Frau mit Brille
Dr. Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Bildrechte: Candy Welz, Klassik Stiftung Weimar

Neue Angebote als Reaktion auf Pandemie

Die neuen Angebote stellten auch eine Reaktion auf die Krisenbedingungen der Pandemie und die beschränkte Zugänglichkeit von Kultur- und Forschungseinrichtungen dar, erklärte sie.

Außerdem habe es innerhalb der Stiftung mit ihren mehr als 20 Museen, Schlössern, historischen Häusern und Parks sowie etwa 420 Mitarbeitenden in der Vergangenheit wohl auch an Zusammenhalt und Gemeinsamkeit gemangelt. Die Digitalisierung schaffe die Möglichkeit, dies nachhaltig zu ändern. So sei auch der Einsatz "enormer Ressourcen" gerechtfertigt, sagte der Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs, Marcel Lepper, der das Digitalisierungsprojekt leitet.

100 Schätze als erste große Herausforderung

In den digitalen Sammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek könnten mittlerweile 25.000 Werke mit insgesamt mehr als 3,3 Millionen Seiten durchstöbert werden. 300.000 sogenannte Digitalisate stehen laut Lepper bereits über die Datenbank des Goethe- und Schiller-Archivs zur Verfügung.

Bei einem Bestand von fünf Millionen Blatt allein im Archiv werde klar, vor welcher großen Herausforderung die Stiftung stehe. Eine erste konnte bereits gemeistert werden: mit der digitalen Präsentation der "100 Schätze". Sie beginnen chronologisch mit einem Karolingischen Evangeliar aus dem Bodenseeraum des ausgehenden neunten Jahrhunderts und enden mit Ulrich Wagners 2011 bis 2014 entstandenem Werk "Winkelbücher zu verschiedenen Konzentrationslagern".

Insgesamt fanden unter anderem 17 Handschriften, 18 Bücher und 26 Gemälde, die die ganze Breite der Sammlungen abbilden sollen, Aufnahme in die Weimarer Top 100.