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Komponist Johannes Brahms hat dieses Jahr seinen 125. Todestag. Bildrechte: imago/Leemage

Ausblick auf das MusikjahrMusikalische Jubiläen des Jahres 2022

Stand: 14. Januar 2022, 00:00 Uhr

Das Jahr 2022 wird musikalisch, denn es gibt einige Geburtstage und Todestage von Komponisten. MDR KLASSIK hat einen Blick voraus auf die Feierlichkeiten geworfen.

125. Todestag von Johannes Brahms

Johannes Brahms Bildrechte: imago/Leemage

Vor 125 Jahren – am 3. April – starb in Wien Johannes Brahms. Geboren 1833 in Hamburg galt er früh als herausragende Begabung. „Er ist gekommen“, schrieb Schumann 1853. „Ein junges Blut, an dessen Wiege Grazien und Helden Wache halten. Ein Berufener!“ Die innige Freundschaft zu Robert und Clara Schumann war prägend für Brahms‘ musikalisches Schaffen. Auch die Klassik, allen voran Beethoven, und die Musik von Bach und Händel prägten sein Werk. Im ausgehenden 19. Jahrhundert zählte Brahms schließlich zu den Gegnern der Neudeutschen Schule, die vor allem Liszt und Wagner als modern und fortschrittlich propagierte. Der Romantiker Brahms suchte etwas anderes: eine Musik, die, wie er schrieb, „dem historischen Wandel durch ihre Eigenheit entzogen sei.“

90. Geburtstag von John Williams

John Williams Bildrechte: imago/ZUMA Press

Recht am Anfang des neuen Jahres wird der New Yorker John Williams am 8. Februar seinen 90. Geburtstag erleben können. Er zählt zu den erfolgreichsten Filmkomponisten unserer Zeit. Zu Blockbustern wie „Star Wars“, „E.T., der Außerirdische“ oder „Jurassic Park“ hat er die Musik geschrieben. Als der Regisseur Steven Spielberg bei Williams anfragte, ob er den Soundtrack zu „Schindlers Liste“ schreiben könne, zögerte dieser und meinte sinngemäß, dass er sich nicht dafür geeignet halte. Spielberg erwiderte: „Ich weiß! Aber ich finde leider keinen Besseren!“

150. Geburtstag von Julius Fučík

Julius Fučík war ein Schüler von Antonin Dvorak. Besonders zwei Werke kennt man heute noch von ihm: den „Einzug der Gladiatoren“ und den „Florentiner Marsch“. Am 18. Juli 2022 wird sich Fučíks Geburtstag zum 150. Mal jähren. "Der Name Fučík fehlt in so gut wie allen Musikgeschichtsdarstellungen", resümiert der österreichische Musikwissenschaftler Wolfgang Suppan in einem biographischen Abriss. Fučík schrieb Werke für spezielle Zuhörer: Marschmusik und Blasmusik. Denn mit 19 Jahren rückte er 1891 in eine Kaserne bei Wien ein. Rund 15 Jahre seines Lebens leitete Fučík Militärkapellen in der Donaumonarchie - und arbeitete als Orchestermusiker und Stadtmusikdirektor. 400 Kompositionen hat er geschaffen, darunter auch eine Messe, eine Oper, ein Requiem, sinfonische Werke und Kammermusik.

175. Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy

Felix Mendelssohn Bartholdy Bildrechte: imago/Leemage

Am 4. November jährt sich zum 175. Mal der Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy - einer der schöpferischsten und zugleich einflussreichsten Komponisten der deutschen Romantik. Bis heute zählt Mendelssohn zu den meistgespielten Komponisten weltweit, und einige seiner Werke, wie etwa das Violinkonzert in e-moll op. 64, zählen zu den bekanntesten romantischen Kompositionen überhaupt. Darüber hinaus erwarb sich Mendelssohn Bartholdy Verdienste um die Pflege des musikalischen Erbes. Die Wiederentdeckung des im 19. Jahrhundert fast in Vergessenheit geratenen Johann Sebastian Bach ist maßgeblich seinem Bemühen zu verdanken. Besondere Bedeutung hatte Mendelssohn für die Stadt Leipzig. Hier wirkte er nicht nur nachhaltig als Gewandhauskapellmeister, auch die Gründung des ersten deutschen Musikkonservatoriums geht auf ihn zurück. Mit nur 38 Jahren starb er an den Folgen eines Schlaganfalls.

350. Todestag von Heinrich Schütz

Henrich Schütz Bildrechte: imago/imagebroker

Am 16. November jährt sich der Todestag des berühmten Komponisten. Heinrich Schütz gilt als der „Vater der deutschen Musik“. Erlernt hat er sein Handwerk in Venedig, bei Giovanni Gabrieli. Schütz verbindet den italienischen Musikstil seiner Zeit mit den Texten der Bibel in Martin Luthers deutscher Übersetzung. Sein erster großer Kompositionszyklus ist aber weltlich: Die „Italienischen Madrigale“ aus dem Jahr 1611. „Lumen Germaniae“, Licht Deutschlands, so wurde der Komponist Heinrich Schütz zu seinen Lebzeiten bezeichnet. Denn mit seiner Musik spendete er während des Dreißigjährigen Krieges den Menschen Trost. Im Zentrum des Schütz-Jahres stehen drei Orte, die eng mit dem Komponisten verbunden sind: Sein Geburtsort Bad Köstritz, Weißenfels - dort verbrachte er seine Jugend und den Ruhestand und Dresden - dort war er über vierzig Jahre lang als Hofkapellmeister tätig.

200. Geburtstag von César Franck

Cesar Franck Bildrechte: imago/United Archives International

„Meine Orgel – sie ist ein Orchester“, sagte César Franck. Der französische Komponist mit deutsch-belgischen Wurzeln hat sowohl die Orgelmusik revolutioniert, als auch dem Orchester orgelähnliche Klänge abverlangt. Im Dezember steht sein 200. Geburtstag an. Ab 1827 war er Professor am Pariser Konservatorium und wirkte als Organist an verschiedenen Pariser Kirchen. Doch Franck hinterließ einen vielseitigen Schaffensfundus. Von Opern über Lieder bis hin zu sinfonischen Dichtungen und Klavierstücken – er komponierte Musik in nahezu jeder Form. Eines seiner bekanntesten Werke sind die "sinfonischen Variationen für Klavier und Orchester".

80. Geburtstag von Friedrich Schenker

Friedrich Schenker Bildrechte: dpa

Einer der bedeutendsten Vertreter der Neuen Musik in der DDR war ein Thüringer, Friedrich Schenker. Geboren und aufgewachsen in Zeulenroda begann er bereits mit zehn Jahren zu komponieren. Später wurde er in Berlin Meisterschüler von Paul Dessau. 1970 gründete Schenker mit dem Oboisten Burkhard Glaetzner und sechs weiteren Musikern aus dem Rundfunk-Sinfonieorchester und dem Gewandhausorchester Leipzig die „Gruppe Neue Musik Hanns Eisler“. Dieses Spezialensemble, dem auch Schenkers Bruder, der Schlagzeuger Gerd Schenker angehörte, avancierte zum bedeutendsten Interpreten für zeitgenössische Kammermusik in der DDR. Friedrich Schenker verstarb 2013. Sein Geburtstag fällt in den Dezember.

Dieses Thema im Programm:MDR KLASSIK | 02. Januar 2022 | 19:30 Uhr