Bachwettbewerb Leipzig Leipzig will wieder wissen: Wer spielt Bachs Werke am besten?

37 hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker aus insgesamt 19 verschiednenen Ländern haben es geschafft. Sie konnten die erste, rein digitale Wettbewerbsrunde erfolgreich absolvieren und fast 200 andere Künstlerinnen und Künstler übertrumpfen. Sie wurden nach Leipzig eingeladen und wetteifern nun hier um den internationalen Titel "Bachpreisträger".

Bach-Statue vor der Thomaskirche in Leipzig
Bach-Statue vor der Thomaskirche in Leipzig Bildrechte: MDR/Christiane Fritsch

Das Wettbewerbsprogramm des Bach-Wettbewerbs Leipzig ist, wie der Titel bereits vermuten lässt, vorrangig auf die Interpretation der Werke Johann Sebastian Bachs orientiert. Daneben bilden Kompositionen von Bachs Vorgängern und Zeitgenossen sowie durch ihn inspirierte Kompositionen späterer Epochen den weiteren Wettbewerbskontext. Für Anfängerinnen und Anfänger ist das eher nichts, denn die zu absolvierenden Pflichtprogramme stellen virtuose und interpretatorische Höchstanforderungen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Beworben hatten sich 235 junge Künstlerinnen und Künstler aus 40 Nationen per Videoeinspiel. Eine Vorauswahljury wählte dann 135 von ihnen aus, die bei der ersten rein digitalen Runde des Wettbewerbs mitmachen durften. Wer hier durchkam, erhielt dann die Einladung nach Leipzig.

Junge Frau vor Glastür
"Ich freue mich, Bachs Musik hier in Leipzig zu spielen. Sie in den USA zu studieren, ist etwas ganz anderes, als die Stücke hier in Deutschland aufzuführen.", sagt Violinistin Ravenna Lipchik aus New York. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Nach zwei verhängnisvollen Jahren, in denen die Folgen des Corona-Virus weltweit zur Annullierung künstlerischer Veranstaltungen führten – darunter auch der Leipziger Bach-Wettbewerb – freut es mich außerordentlich, nun unsere Teilnehmer, unsere Jurymitglieder und unser Publikum wieder begrüßen zu können. Die Qualität der Kandidaten ist begeisternd hoch und wir erwarten mit Spannung sicherlich mehr als erfolgreiche Ergebnisse.", freut sich der Präsident des Wettbewerbs, Pianist, Cembalist und Harvard-Professor Robert Levin. Er leitet auch die öffentliche Verleihung der Bach-Preise, die am 23. Juli 2022 im Alten Rathaus Leipzig stattfindet.

Die zweite Runde des Wettbewerbs und das Preiträgerkonzert sind öffentlich.
Hier gibt es mehr Informationen zum Wettbewerb und auch zu Tickets für einzelne Veranstaltungen.

Junger Mann vor brauner Tür
"Für mich ist Bachs Musik wie ein weißes Papier. Sie ist mein Werkzeug, um meine Gefühle auszudrücken. Ich bin hier, um meine Musik zu teilen, nicht um zu wetteifern.", sagt der Pianist Yuanhan Lu aus China. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig zählt zu den renommiertesten Musikwettbewerben weltweit und wird alternierend in den Fächern Klavier, Cembalo, Orgel, Violine, Violoncello und Gesang ausgetragen. Eine Besonderheit ist die Parallelität von modernem und barockem Instrumentarium. Der Wettbewerb ist Mitglied der World Federation of International Music Competitions (Genf).

Erstmals fand der Bach-Wettbewerb im Jahr 1950 statt und wird vom Bach-Archiv Leipzig und der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig veranstaltet. Er steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer.



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Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | MDR KLASSIK am Morgen | 19. Juli 2022 | 09:40 Uhr

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