MDR-Musiksommer Eröffnungsprogramm mit drei Konzerten in Merseburg

Merseburg hatte sich bereits im letzten Jahr für die Eröffnung des MDR-Musiksommers beworben. Jedoch fiel die Wahl damals auf Görlitz. Allerdings blieb das Versprechen, dass Merseburg 2022 Ausrichter für die Ouvertüre werden wird. Dieses Versprechen löst der MDR nun ein. Am kommenden Samstag, den 18. Juni, startet der diesjährige Musikreigen mit drei Konzerten auf drei unterschiedlichen Bühnen an drei verschiedenen Orten. MDR KLASSIK stellt sie vor.

Stadtansicht Merseburg - Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius Straße der Romanik einstige Pfalz- und Bischofsstadt Merseburg
Am 18. Juni 2022 beginnt die 31. Ausgabe des MDR-Musiksommers in der Saale- und Domstadt Merseburg. Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

Der MDR sorgt in diesem Jahr wieder für einen Sommer voll Musik. Das MDR-Sinfonieorchester, der MDR-Rundfunkchor und der MDR-Kinderchor übernehmen das Eröffnungsprogramm des mitteldeutschen Festivals an drei geschichtsträchtigen Orten.

1. Merseburger Dom

Dieser Kirchenbau steht nun schon über 1000 Jahre hoch über der Saale und ist ein trutziges Symbol der Macht. Aber: Schon immer war der Dom auch ein Ort der Musik, sowohl der geistlichen, als auch der weltlichen. Im angrenzendem Schloss hat ein musischer Herzog residiert: Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg wurde 1688 in der Stadt an der Saale geboren und trägt den Beinamen "Geigenherzog":

Er hatte eine hervorragende Hofkapelle mit sehr guten Musikern. Johann Sebastian Bachs ältester Sohn Wilhelm Friedemann hat hier das Violinspiel erlernt.

Michael Schönheit, Domorganist

Der Klang in dieser himmelwärts strebenden Hallenkirche bietet nicht nur dem barocken Erbe à la Bach eine angemessene Entfaltung. Er dient auch dem Werk eines anderen großen "B" der Musikgeschichte: Anton Bruckner. Seine vierte Sinfonie dirigiert Dennis Russel Davies, wenn er mit dem MDR-Sinfonieorchester den diesjährigen Musiksommer eröffnet. Das Werk gilt als romantische Sinfonie, weil sie mit Waldesrauschen und Vogelgesang die Natur in den Konzertsaal bringt.

Außenansicht des Merseburger Doms
Der Merseburger Dom gilt als einer der bedeutendsten Kathedralbauten Deutschlands.  Bildrechte: MDR/Christiane Fritsch

2. Schlosspark

Eben diese Natur ist in Merseburg mit Musik erlebbar. Nicht weit vom Dom entfernt, bietet der Schlosspark eine grüne Kulisse für den Auftritt des MDR-Kinderchors. Auch wenn diese Kulisse von Gartenarchitekten in den letzten Jahrhunderten immer wieder gezügelt worden ist, bleibt sie eine natürliche Oase neben dem Schloss. Auch hier hat der Geigenherzog Moritz Wilhelm Spuren hinterlassen:

Der Schlossgartensalon befindet sich am Ende des Schlossgartens. Er ist als Pavillon für Musikaufführungen und Gartenfeste gebaut worden. Im oberen Bereich wurde musiziert. Im unteren Bereich fand die Feier statt. So ist das auch heute noch.

Angela Bimann, Stadtführerin

Ein guter Ort also, um mit dem MDR-Kinderchor ein stimmungsvolles Vorspiel zum Musiksommer zu gestalten. Er erklingt bereits nachmittags und bietet vor allem für die kleineren Besucher allerlei Tierisches.

Schlossgartensalon Merseburg
Auf der Wiese vor dem Schloss unter hohen Bäumen wird der MDR-Kinderchor auftreten. Bildrechte: Wolfgang Kubak

3. Stadtkirche St. Maximi

Die Stadtkirche St. Maximi steht zwar auf romanischen Grund, wird aber immer wieder überformt. Im Inneren atmet sie den gestalterischen Geist des 19. Jahrhunderts. Kurios ist dabei eine architektonische Hinterlassenschaft, ein merkwürdiger Unterschied im Bodenniveau. Von Osten steigt der Kirchenboden auf dem Weg zum Altar leicht an.

Dorthin lädt zu späteren Stunde der MDR-Rundfunkchor zu einem nachdenklichen Epilog ein. Melancholische Verse von Eichendorff, die voller Todessehnsucht sind, wurden von Hugo Wolf zu sechs geistlichen Liedern vertont. Diese vollenden das Merseburger Eröffnungsprogramm zum diesjährigen MDR-Musiksommer.

Die Nachdenklichkeit dieser Musik passt zur speziellen Geschichte des Glockenturms der Maximi-Kirche. Den hat der vielbeschäftigte Friedrich August Stüler entworfen, der in Budapest das Parlament, in Berlin das neue Museum und in Schwerin das Schloss konzipiert hat. Der Merseburger Kirchturm war sein letztes Werk, dessen Fertigstellung er 1872 allerdings nicht mehr erlebt hat.

Außenansicht der Stadtkirche St. Maximi in Merseburg
Seit vielen Jahrhunderten ist St. Maximi die Bürgerkirche am Marktplatz der Stadt.  Bildrechte: privat

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | MDR KLASSIK am Morgen | 15. Juni 2022 | 07:10 Uhr

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