Todestag vor 400 Jahren Michael Praetorius: Komponist und Musiktheoretiker

Michael Praetorius war Komponist, Musiktheoretiker, Kapellmeister und um 1600 eine musikalische Autorität in Deutschland. Mit seinen facettenreichen Werken gab er der Musik seiner Zeit ganz neue Impulse. Er gilt seither als zentrale Gestalt am musikgeschichtlich umwälzenden Übergang von der Renaissance zum Barock. Heute vor 450. Jahren wurde Praetorius geboren. Genau 50 Jahre später, am 15. Februar 1621, ist er verstorben.

Portrait von Michael Praetorius oder Schultheiß, 1571 - 1621, ein deutscher Komponist, Organist, Hofkapellmeister und Gelehrter im Übergang von der Renaissance zum Barock
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Heute vor 400 Jahren, am 15. Februar 1621, ist der Komponist und Musiktheoretiker Michael Praetorius gestorben. Zu Lebzeiten galt er in weiten Teilen des deutschsprachigen Raumes als führende Musiker-Autorität. Als Kapellmeister des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel hat er nicht nur viele Kompositionen verfasst, sondern auch epochale Lehrwerke geschrieben.

Vermittler zwischen Renaissance und Barock

Mit Superlativen wird kaum gespart, wenn es darum geht, das Lebenswerk von Michael Praetorius zu würdigen. Da ist vom bedeutendsten Musiktheoretiker um 1600 die Rede, vom Vermittler zwischen Renaissance und Barock und vom universalgebildeten Kapellmeister.

Katharina Bäuml hat sich mit ihrem Ensemble Capella de la Torre seit vielen Jahren intensiv mit der Musik von Praetorius beschäftigt und weiß um die Tücken der Kompositionen.

MDR-Musiksommer: Capella de la torre in Nossen
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Das ist ja auch lustig, dass er ein sehr umstrittener Komponist ist. Es gibt wirklich viele Leute, die sagen, Praetorius sei langweilig, und anderen, denen leuchten die Augen. Manchmal spielt man dann Stücke, wo die Leute sagen, Mensch ich hätte gar nicht gedacht, dass das von Praetorius ist, auch deren Augen leuchten dann. Ich finde Praetorius deshalb unglaublich vielschichtig.

Einheit zwischen musikalischer Wissenschaft und Praxis

Wie kein anderer seiner komponierenden Zeitgenossen verkörpert Michael Praetorius die perfekte Einheit von musikalischer Wissenschaft und Praxis. Tief geprägt von der lutherischen Theologie und dem Geistesdenken des 16. Jahrhunderts komponiert er eine kaum zu überblickende Zahl an geistlichen Werken. Im Mittelpunkt steht dabei der protestantische Choral, der von ihm nach allen Regeln der Kunst verarbeitet wird.

Umfangreiches theoretisches Werk

Parallel verfasste Michael Praetorius umfangreiche theoretische Schriften. Mit perfektionistischer Genauigkeit stellt er darin das zeitgemäße Instrumentarium sowie sämtliche musikalische Gattungen und deren Aufführungspraxis vor.

Ich glaub ja eigentlich nicht, dass Praetorius jetzt nur "seine Theorien in die Komposition reingebaut" hat. Vielleicht waren die manchmal zu präsent im Hinterkopf beim Komponieren, aber wenn die Musik dann läuft, dann überträgt die sich ganz direkt.

Heute vor 400 Jahren ist der Komponist und Musiktheoretiker Michael Praetorius in Wolfenbüttel gestorben. Eine ausführliche Sendung über Praetorius läuft am Dienstagabend, 16.02.2021, ab 20.05 Uhr im Programm von MDR KULTUR.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 15. Februar 2021 | 10:15 Uhr