Popmusik im klassischen Gewand Die Musik in der Netflix-Serie "Bridgerton" schlägt Brücken zwischen Generationen

Selten wurde Popmusik im klassischen Gewand so populär eingesetzt wie in der Serie „Bridgerton“. Das Kostüm-Epos, das sich um eine Londoner Upper-Class-Familie Anfang des 19. Jahrhunderts dreht, verwendet aktuelle Popsongs, die von einem Streichquartett gespielt werden.

Netflix Szenenbild aus der Serie: Zu sehen sind Daphne Bridgerton und Simon Basset.
Bildrechte: Liam Daniel/Netflix

Eine wunderschöne, junge Lady mit Diamanten im Haar bewegt sich in einem Ballsaal. Dutzende Verehrer wünschen sich, ihr nächster Tanzpartner zu sein. Solche Szenen gibt es in nahezu jedem Kostümfilm à la Jane Austen. In der Netflix-Serie „Bridgerton“ ist eine Sache jedoch anders: Die Musik stammt nicht etwa von einem Komponisten aus der Regency-Ära, in der die Handlung spielt, sondern von dem 1998 geborenen, kanadischen Popstar Shawn Mendes. Und das ist keine Ausnahme.

Popmusik mal anders: Taylor Swift und Billie Eillish

Insgesamt sechs Lieder aktueller Musiker wurden für die Serie in ein klassisches Gewand gesteckt, neben Shawn Mendes auch von Sängerinnen wie Taylor Swift und Billie Eillish. Diese jungen Künstler gehören in der heutigen Popbranche zu den Topverdienern. Sie füllen weltweit Tourneehallen mit zehntausenden Zuschauern und jeder von ihnen hatte mindestens einen Platz 1 in den Charts.

Klassische Neuinterpretationen von Popsongs

Die Idee, Klassik und aktuelle Musik zu vermischen, hatte der Schöpfer der Serie, Chris Van Dusen, wie er in dem Youtube-Format „The Fanclub“ erzählt:

Wir wollten in der Serie vieles anders machen, auch in der Musik. Das Ergebnis war: Klassische Neuinterpretationen von Popsongs für die größeren Ballszenen. Ich wollte, dass wenn der Zuschauer die Serie schaut, er sich genauso fühlt, wie die Charaktere darin. Wenn Daphne also hereinkommt und diesen tollen Song hört, der Zuschauer zuhause genau das gleiche fühlt!

Netflix-Serie Bridgerton
Bildrechte: Liam Daniel/Netflix

Mit diesem Konzept, Popmusik von heute so klingen zu lassen, als wäre sie Musik von damals, schaffen die Macher mehrere Szenarien: Jüngere Zuschauer bauen eine schnellere Verbindung zur Serie auf, indem sie die Melodien erkennen und können sich leichter für den Sound klassischer Musik begeistern. Nichtkenner der Melodien dagegen werden auf die jungen Interpreten von heute vielleicht aufmerksam und erkennen, dass Popmusik auch mit klassischen Instrumenten funktionieren kann.

"Bridgerton" schlägt Brücke zwischen Generationen

Die Musik in der Serie „Bridgerton“ vereint Werke klassischer Komponisten mit neu komponierter Musik und Popsongs im klassischen Gewand. Junge Menschen hören so ganz selbstverständlich den Sound eines Streichquartetts und könnten an klassische Musik herangeführt werden. Die Serie schlägt also in vielerlei Hinsicht nicht nur Brücken zwischen verschiedenen Epochen, sondern auch Generationen.

Filmszene - Rege-Jean Page als Simon Basset und Phoebe Dynevor als Daphne Bridgerton 5 min
Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Selten wurde Popmusik im klassischen Gewand so populär eingesetzt wie in der Serie „Bridgerton“: Aktuelle Popsongs, gespielt von einem Streichquartett.

MDR KLASSIK Mi 27.01.2021 12:10Uhr 05:09 min

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Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 27. Januar 2021 | 08:10 Uhr