Bäder, Luft und Musen Die MDR Klassik-KurOrte: Bad Kösen

Inmitten von Weinhängen und Wäldern schlängelt sich die Saale durch das Tal. Zwischen Halle, Leipzig und Jena findet man ein kleines grünes Refugium: den Kurort Bad Kösen. Er gehört seit mehreren Jahren zur nahegelegenen Stadt Naumburg und liegt an der sogenannten „Straße der Romanik“.

Bad Kösen, Blick von der Brücke 5 min
Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Bäder, Luft und Muse

Inmitten von Weinhängen und Wäldern schlängelt sich die Saale durch das Tal. Zwischen Halle, Leipzig und Jena findet man ein kleines grünes Refugium: den Kurort Bad Kösen.

MDR KLASSIK Mi 21.07.2021 07:43Uhr 04:31 min

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Bad Kösen, Blick ins Tal
Blick ins Tal Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Kösen war ursprünglich ein winziges Fischer- und Flößerdorf und ist im Mittelalter dem Kloster Pforta untergeordet. Ein altes Wirtschaftsgebäude, das Romanische Haus, ist Zeuge dieser Zeit. Hier ist heute ein Museum, das von der Geschichte des Klosters Pforta sowie der Salzindustrie in Kösen erzählt.

Denn ab dem 18. Jahrhundert entsteht hier ein großes Gradierwerk, um aus vorhandenen Salzquellen Salz zu gewinnen. Ein aufwändiges Verfahren: das Wasser muss aus mehr als 170 Metern nach oben gepumpt werden, um daraus dann das Salz extrahieren zu können.

Noch heute sind die Spuren aus dieser Zeit sichtbar

Bad Kösen, Borlach-Schacht
Borlach-Schacht Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Am Fuße der Saale steht das alte Radhaus mit seinem schwer arbeitenden Wasserrad. Ein schmaler Weg führt nach oben, parallel dazu verlaufen zwei riesige Holzbalken, die nach unten hin mit dem Wasserrad verbunden sind. Vorbei am Borlach-Schacht geht es noch weiter aufwärts. Und dann erstreckt sie sich: die etwa 300 Meter lange Gradieranlage, Wände aus Schwarzdornreisig, an deren Enden Wasser herabläuft, verdunstet und nur das Salz daran hängen bleibt.

Bad Kösen, Gradierwerk
Gradierwerk in Bad Kösen Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Im 19. Jahrhundert hatten Gradierwerke ausgedient. Denn mittlerweile hatte man effektivere Möglichkeiten gefunden, Salz herzustellen. Doch man erkannte, dass die salzhaltige Luft, die durch die herabrieselnde Sole in unmittelbarer Nähe des Gradierwerkes entsteht, gesund auf die Atemwege wirkt.

All das was hier entstanden ist oft aus der zufälligen Geschichte der Salzgewinnung, hätte keiner ahnen können, dass so ne Entwicklung dann stattfindet und so ist dann aus dieser eigentlichen Protoindustrie, das war ja im Grunde ein Industriestandort, ist dann was ganz anderes geworden, nämlich ein Ort der Erholung und der Kur.

Matthias Ludwig, Kunsthistoriker

Weltberühmte Puppen in Handarbeit

Käthe Kruse
Bildrechte: imago/Köhn

Die Puppenmacherin Käthe Kruse kommt 1912 mit ihren Kindern nach Bad Kösen und bleibt hier für viele Jahre. Hier entstehen ihre bis heute weltweitberühmten Puppen.

Die Gradieranlage im Rücken blickt man ins Tal, wo sich die Saale ihren Weg bahnt. Wenn man in Richtung Südwesten schaut, erblickt man die Rudelsburg und die Burg Saaleck, zwei berühmte Bauten aus dem Mittelalter.

Bad Kösen, Alter Kurpark
Alter Kurpark Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Bad Kösen ist mehr als eine Kurstadt. Zahlreiche Burgen, Kirchen und Kathedralen in unmittelbarer Nähe erzählen von alten Geschichten und Legenden, die nicht nur in Liedern und Büchern eine Heimat gefunden haben, sondern vor allem inmitten dieser stillen und sanften Landschaft.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 20. Juli 2021 | 07:43 Uhr