Bäder, Luft und Musen Die MDR Klassik-KurOrte: Bad Sulza

Im nördlichen Thüringen im Ilmtal liegt ein kleiner Ort, der als Toskana des Ostens bezeichnet wird: Bad Sulza. Hier gibt es zum einen natürliches Heilwasser, zum anderen ist die Gegend um Bad Sulza das nördlichste Weinanbaugebiet Europas.

Eine schwarze Metall Statue auf einem belebten Platz in der Stadt 5 min
Bildrechte: MDR/Robin Hartmann

Bäder, Luft und Muse

Im nördlichen Thüringen im Ilmtal liegt ein kleiner Ort, der als Toskana des Ostens bezeichnet wird: Bad Sulza.

MDR KLASSIK Mo 02.08.2021 07:43Uhr 04:32 min

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Bad Sulza wird im frühen Mittelalter das erste Mal erwähnt und bekommt 1064 das Recht zugesprochen, Salz zu sieden. Wie viele kleine Städte durchlebt Sulza eine wechselvolle Geschichte geprägt von Krieg und Frieden, Bränden und Wiederaufbau, Industrie und Kultur.

Sole von der Carl-Alexander-Sophien-Quelle

Bad Sulza, Trinkhalle
Bad Sulza, Trinkhalle Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Wer heute durch den Kurpark spaziert, kommt an der im Jugendstil erbauten Trinkhalle mit ihren kunstvollen Bleiglasfenstern vorbei. Hier können Besucher die Sole von der Carl-Alexander-Sophien-Quelle trinken. Oder einfach auf die Konzertmuschel schauen, einem wichtigen Treffpunkt von Einheimischen und Gästen.

Bad Sulza, Inhalationshaus Tourismusinfo
Inhalationshaus mit Tourismusinfo Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Die Touristeninformation ist in einem historischen Ort zu Hause: dem Inhalatorium von 1902. Hier gab es ursprünglich verschiedene Inhalationsräume, in denen Schwarzdorn aufeinander geschichtet war und an deren Enden Salzwasser herablief. Von diesem Gebäude aus blickt man in den Kurpark mit seinen alten, hohen Bäumen, dem Schwanenteich und den vielen kleinen Plätzen zum Verweilen.

Goethe war in Bad Sulza zu Gast

Auch Goethe wusste um die Besonderheit des Ortes.

Bad Sulza, Schwanenteich
Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Bad Sulza wurde ja 1828 von Johann Wolfgang von Goethe besucht, er kam aus Richtung Dornburg mit einer Kutsche hierher und war eigentlich nur auf der Durchreise, hat dann hier aber angehalten, er hat ja auch viel pflanzenkundliche Untersuchungen gemacht und dann festgestellt, dass es hier spezielle Pflanzen gibt, die darauf hindeuten, dass es hier auch Solequellen gibt.

Das wusste man schon lange, dass es hier Solquellen gibt, weil Salz wird ja seit hunderten von Jahren schon gesiedet, aber er hat dann auch dazu geraten, doch ein Solbad zu gründen. (…) In Bad Sulza dauert´s manchmal ein bisschen länger, man hat dann bis 1847 hin und her überlegt und hat dann aber das Solbad eröffnet.

Melanie Kornhaas, Geschäftsführerin der Kurgesellschaft in Bad Sulza
Bad Sulza, Gradierwerk Louise
Gradierwerk Louise Bildrechte: MDR/Susann Krieger

Vorbei am alten Wasserrad, entlang der Ilm und im Schatten von Linden, Birken und Eichen kommt man schließlich bis hin zum historischen Gradierwerk, der „Louise“. Es ist das von ursprünglich drei Werken letzte erhaltene, das seine Geschichte erzählt, das aber auch zum Verweilen einlädt.

Anfang der Weinstraße Saale-Unstrut

Ein Torbogen auf einer Wiese
Bildrechte: MDR / Heike Neuhaus

Vom Gradierwerk aus blickt man direkt auf das Thüringer Weintor. 1994 vom damaligen Thüringischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel eingeweiht, markiert es den Anfang der Weinstraße Saale-Unstrut. Von hier aus beginnt so manche Wanderung zu Fuß oder auf dem Rad, entlang des Flusses, der alten Handelsstraße und Weinhänge inmitten einer fast mediterranen Landschaft.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 20. Juli 2021 | 07:43 Uhr