Richard Wagner Spiele Graupa Eine Ode an Friedrich Schiller

Was haben Wagner und Schiller gemeinsam? Beide verbinden wichtige Schaffensphasen im Raum Dresden. Dort ließen sie sich von Landschaft und Leuten zu zwei sehr wichtigen Werken inspirieren. Die Richard Wagner Spiele Graupa stehen in diesem Jahr unter dem Motto der „Freiheit“ und widmen sich dabei vor allem Schillers „Ode an die Freude“, die er im Jahr 1785 in Dresden vollendete.

Festspiel-Ort Jagdschloss Graupa
Festspiel-Ort Jagdschloss Graupa im Jahr 2018 Bildrechte: CERCA DIO - Johannes Gärtner

Erst der Tannhäuser-, dann der Siegfriedweg, schließlich die etwas größere Richard-Wagner-Straße, die zum Lohengrin Haus und zu den Richard-Wagner-Stätten führt. Spaziert man durch Graupa, eine beschauliche Ortschaft bei Pirna, wird der Wagnerbezug des Ortes schnell spürbar. Während eines dreimonatigen Sommerurlaubs im Jahr 1846 entwarf hier der Komponist Richard Wagner die Skizzen zu seiner berühmten Oper Lohengrin. An diese Zeit erinnern neben Straßennamen und Wagner-Denkmal auch die Richard-Wagner-Stätten, die allen Interessierten dessen Werk und Leben in Sachsen multimedial eröffnen.

Richard Wagner Spiele im Jagdschloss Graupa

Den Wagnerbezug lebendig, erhalten auch die Richard Wagner Spiele, die seit dessen 200. Geburtstag im Jahr 2013 jährlich unter freiem Himmel im Hof des Jagdschlosses Graupa stattfinden. Waren die ersten Aufführungsjahre der Konzerttage thematisch geprägt vom namensgebenden Komponisten und dessen Landesbezug, stehen sie in diesem Jahr unter dem Motto „Freiheit – schöner Götterfunken“ und rücken damit das Streben Friedrich Schillers in den Mittelpunkt.

Schiller reiste im Jahr 1785 nach Sachsen, dorthin verband ihn eine enge Freundschaft zu Christian Gottfried Körner, der ihn wirtschaftlich und ideell unterstützte. Unter anderem auf dessen Anregung ist die Ode an die Freude entstanden, welche Schiller im heutigen Leipziger Stadtteil Gohlis begann und schließlich in Körners Weinberghaus in Dresden-Loschwitz vollendete.

Verschiedene Vertonungen von Ode an die Freude

Richard-Wagner-Spiele Ensemble
Richard Wagner Spiele Ensemble Bildrechte: CERCA DIO - Johannes Gärtner

Zehn Vertonungen des berühmten Gedichts sind in den drei Abendveranstaltungen der diesjährigen Richard Wagner Spiele zu hören, darunter natürlich auch die berühmteste von Ludwig van Beethoven als Finale des Abends - minimal besetzt mit vier Gesangssolisten, nur begleitet durch ein Klavierquintett (unter der Leitung des Dresdner Chordirektors Cornelius Volke).

Daneben erklingen neun weitere, weniger bekannte Kompositionen, beispielsweise die schon vor der 9. Sinfonie entstandene Vertonung der Schiller’schen Ode von Carl Friedrich Zelter oder auch von Franz Schubert. Sie werden ergänzt durch die musikalischen Umsetzungen sieben weiterer Komponisten, unter anderem von Schillers Freund Körner selbst, sowie durch Texte und Skizzen Friedrich Schillers.

Johannes Gärtner: Schauspieler und Intendant

Johannes Gärtner
Johannes Gärtner Bildrechte: CERCA DIO - Johannes Gärtner

Multitasking ist dabei auch vom Schauspieler und Intendanten der Richard Wagner Spiele, Johannes Gärtner gefordert, der als Gründer der aufführenden Company Cerca Dio ebenso vor wie hinter der Bühne gut beschäftigt ist.

Die drei Vorstellungen für „Freiheit – Schöner Götterfunken“ laufen am 8., 9. und 10. Juli, um 19:30 Uhr und werden am Eröffnungsabend, dem 8. Juli um 18:30 durch ein Gespräch mit dem Grünen-Politiker und Europa Abgeordneten Gerald Häfner ergänzt.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 08. Juli 2021 | 09:10 Uhr