Kreativbranche in der Krise Musik in Zeiten von Corona

Seit März vergangenen Jahres steckt Deutschland in der Krise – ebenso die Kulturbranche. Auftritte sind abgesagt, Künstler kämpfen mit den Folgen der Pandemie. MDR KLASSIK gibt einen Überblick zu Hilfsangeboten und zeigt kreative Wegen, wie mit der Krise umgegangen wird.

Alle Sitzplätze im Zuschauerraum der Urania sind wegen der Corona-Pandemie durch Seile abgesperrt während der Präsentation der Biographie "Markus Söder - Der Schattenkanzler".
Die Kultur in Deutschland ist vielerorts gerade eingeschränkt und in Wartestellung. Bildrechte: dpa

Für Kulturschaffende ist es gerade nicht einfach immer das Beste aus der Situation zu machen: Kreative Löcher lähmen und oft kommen noch Geldsorgen dazu. Der Bund rechnet mit insgesamt bis zu 28 Milliarden Euro Ausfällen in der Kreativwirtschaft. Doch es gibt auch finanzielle Hilfe.

Welche finanziellen Hilfen gibt es für Künstler?

Mit "Neustart Kultur" hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Rettungsprogramm für den Kulturbereich aufgelegt. Im Fokus stehen dabei vor allem Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden. Sie sollen es so schaffen, ihre Häuser erneut zu öffnen und Programme wieder aufzunehmen, um Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten.

In einem ersten Schritt war der Kulturbereich mit „Neustart Kultur“ mit einer Milliarde Euro ausgestattet worden. Davon seien bereits 900 Millionen Euro verbindlich vergeben, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der dpa. Bereits jetzt seien 350 Millionen Euro mehr angefragt, als Mittel zur Verfügung stünden. Grütters hatte sich deshalb dafür ausgesprochen, das von ihr initiierte Programm um weitere 1,5 Milliarden Euro aufzustocken.

Außerdem will die Bundesregierung den Zugang zur Überbrückungshilfe III vereinfachen. Davon profitieren auch Soloselbständige in der Kreativbranche mit untypischen Beschäftigungsverhältnissen. Die überarbeitete Überbrückungshilfe III gilt bis Juni 2021.

Was gilt für die Künstlersozialkasse in Zeiten von Corona?

Selbstständige, die bei der Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind, können ihre Meldung über das voraussichtliche Jahresarbeitseinkommen aus selbstständiger künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit anpassen, also senken oder erhöhen. Änderungen wirken sich nicht rückwirkend sondern stets ab dem Folgemonat der Mitteilung aus.

Aber: Ein nicht-künstlerischer Nebenverdienst kann zum Problem werden. Wer in einer Nebentätigkeit, die nicht an die Kunstbranche geknüpft ist, zu viel verdient, muss für diese Beschäftigung selbstständig Kranken- und Sozialversicherungsbeiträge tragen. Wer mehr arbeitet und somit mehr verdient, muss auch mehr zahlen. Im Mai 2021 wurde bei der KSK auf die pandemiebedingten Einnahmeausfälle in der Kreativbranche reagiert und die Verdienstgrenze angepasst: Anstatt wie bisher 450 Euro dürfen Mitglieder der KSK bis zum Jahresende bis zu 1.300 Euro aus nicht-künstlerischer Arbeit einnehmen, ohne dass die Versicherten ihren Krankenversicherungsschutz verlieren.

Kreativ durch die Krise

Kultur

Stephanie Müther Sängerin, bei einer Aufnahme im MDR-Orchestersaal 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
 Leere Stühle in Konzertsaal sowie Notenständer auf der Bühne ohne Musiker, Ansicht von oben. 55 min
Bildrechte: IMAGO/Hans Lucas

„Ich surfe in Echtzeit am Abgrund!“ – „Ich möchte singen. Deshalb hab ich diesen Beruf erlernt.“ Künstler/-innen wie Daniel Heide und Barbara Senator erzählen, wie sie die letzten Monate mit Corona durchlebt haben.

MDR KLASSIK Sa 27.02.2021 20:05Uhr 54:45 min

https://www.mdr.de/mdr-klassik-radio/klassikthemen/opernmagazin-spezial-wege-aus-corona100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio
Schwarz-Weiß-Porträt von Frau mit gewellten, längeren Haaren, blickt nach schräg oben und lümmelt auf leeren Sitzen, die zu einem Konzert- oder Kinosaal gehören. 5 min
Bildrechte: PR/Barbara Senator

Kultur

Cello, Nahaufnahme 5 min
Bildrechte: IMAGO / YAY Images

Kultur

Maier, Iris Stefanie (Deutsche Sängerin). Theaterrolle als Schwester Iris Stefanie in Ewig Jung , Premiere am 12.07.2012 im Schloss Eichhof, Bad Hersfeld. 5 min
Bildrechte: IMAGO / DRAMA-Berlin.de

Wie geht es Künstler:innen in der Krise?

Kultur

Nahaufnahme von einem Klavier 5 min
Bildrechte: imago images / U. J. Alexander

Wie geht die Kulturbranche mit der Pandemie um?

Kultur

Großer Konzertsaal mit Publikum und Philharmonikern auf der Bühne 5 min
Bildrechte: Cristoph Worsch

Kultur

Geigenbauer arbeitet an Schneckenkopf 4 min
Bildrechte: dpa

MDR KLASSIK Mo 01.02.2021 10:15Uhr 04:24 min

Audio herunterladen [MP3 | 4 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 8 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/mdr-klassik-radio/klassikthemen/instrumentenbauer-vogtland-auftragseinbrueche-zukunftssorgen100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Corona-sichere Alternativen

Kultur

Gäste verlassen im Abendlicht die Kulturkirche in Weißensee nach einem Konzert des MDR-Musiksommers. 115 min
Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 27. Januar 2021 | 07:10 Uhr