Tobias Engeli übernimmt den Taktstock Neuer Chefdirigent beim LJO Sachsen

Tobias Engeli wird ab Herbst 2021 Chefdirigent beim Landesjugendorchester (LJO) Sachsen und übernimmt damit den Taktstock von Milko Kersten, der dort mehr als 20 Jahre lang künstlerischer Leiter war. Ausschlaggebend für diese Entscheidung des LJO Sachsen und des Sächsischen Musikrats waren unter anderem Engelis langjährige Erfahrungen mit jungen Nachwuchsmusikern.

Tobias Engeli, Dirigent
Tobias Engeli wird künstlerischer Leiter des Landesjugendorchesters Sachsen. Bildrechte: Peter Awtukowitsch

Nachdem der Dirigent Tobias Engeli in den letzten zehn Jahren nahezu ausschließlich in der Profiwelt unterwegs gewesen ist, freut er sich nun auf die Zusammenarbeit mit dem LJO Sachsen. Er habe immer eine pädagogische Ader in sich gespürt, sagt er selbst. Das verwundert nicht: Der Dirigent ist ausgebildeter Grundschullehrer.

Tobias Engeli hat zudem langjährige Erfahrungen mit jungen Nachwuchsmusikern vorzuweisen - etwa beim Sächsischen Streichertag oder beim Thurgauer Jugend-Symphonieorchester in seiner Schweizer Heimat. Als junger Cellist war er im Jugendorchester Konstanz. Diese Erfahrungen prägten ihn nicht nur als Musiker, sondern auch als Mensch.

Tobias Engeli, Dirigent
Tobias Engeli hat als junger Cellist prägende Erfahrungen im Jugendorchester Konstanz gemacht. Bildrechte: Peter Awtukowitsch

Ich glaube, dass unsere Gesellschaft Menschen braucht, die geschult werden im gemeinsamen Kreieren. (...) Es geht darum, dass man selbst absolut aktiv ist und immer merkt: wann bin ich gefragt, und wann bin ich eben nicht gefragt.

Tobias Engeli

Das Herz des 46-jährigen schlägt für das Musiktheater. Das Bühnengeschehen mit Musik zu untermalen und zu beleben, ist für den Dirigenten eine echte Leidenschaft. Insofern wird sich diese Passion künftig sicher auch in den Programmen des sächsischen Landesjugendorchesters wiederfinden. 

Das Wort wird sicher eine Rolle spielen. Was ich sehr interessant finde, sind so genannte Melodrame, wo zur Musik gesprochen wird.

Werdegang

Tobias Engeli, Dirigent
Tobias Engeli war in seiner Kindheit und Jugend von Musik umgeben. Bildrechte: Ulrike von Loeper

Tobias Engeli ist in einer Musikerfamilie aufgewachsen. Seine Kindheit und Jugend war geprägt von musikalischen Erlebnissen und vom Musizieren - zunächst vor allem als Pianist und Cellist. Nach dem Cellostudium in der Schweiz in Winterthur und Hamburg begann er die Dirigierausbildung bei Prof. Christof Prick an der Hochschule für Musik in Hamburg.

Die Stationen seiner Karriere verbinden sich mit namhaften Orchestern und Häusern. Er arbeitete unter anderem zusammen mit der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz, den Hamburger Symphonikern, dem Staatsorchester Darmstadt, der Badischen Staatskapelle Karlsruhe, dem Beethoven-Orchester Bonn und der Elbland Philharmonie Sachsen. Zudem stand er am Pult bei diversen Opernproduktionen.

Heute ist Tobias Engeli Kapellmeister an der Leipziger Oper und dirigiert regelmäßig das Gewandhausorchester zu Leipzig und das Orchester der Musikalischen Komödie. 

Das Landesjugendorchester Sachsen

Seit 1992 existiert das LJO Sachsen. Junge Musiker*innen zwischen 14 und 26 Jahren können auf professionellem Niveau mit wechselnden Gastdirigenten und renommierten Dozenten Programme einstudieren, die sämtliche stilistischen Bereiche abdecken. Die talentierten Nachwuchsmusiker*innen sind oftmals »Jugend musiziert«-Preisträger und stehen am Anfang einer professionellen Musikerlaufbahn.

In der Probenarbeit lernen sie, was es heißt, sich auf andere verlassen zu können, zuzuhören, aufeinander zu reagieren und sich inspirieren zu lassen.

Sächsischer Musikrat

Diese Erfahrungen helfen den jungen Talenten bei der Entscheidung, ob sie die Musik zu ihrem Beruf machen möchten.

Tobias Engeli, Dirigent
Bildrechte: Ulrike von Loeper

Ich glaube, dass die Beschäftigung mit der Musik in dieser Art, wie es auch das Landesjugendorchester tut, einen Einfluss auf die Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen hat.

Tobias Engeli

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 04. November 2020 | 07:40 Uhr