Krieg in der Ukraine Stimmen aus der Klassik-Welt zum Krieg in der Ukraine

Die Nachricht vom Angriff auf die Ukraine und einem Krieg auf europäischem Boden beschäftigt auch Musikerinnen und Musiker, wie den aus Russland stammenden Chefdirigenten des Rundfunksinfonieorchesters Berlin Vladimir Jurowski oder den Chefdirigenten des MDR-Sinfonieorchesters Dennis Russell Davies. Dieser arbeitet mit europäischen Musikern gerade in der Tschechischen Republik, wo er auch Chefdirigent der Philharmonie Brünn ist.

Der Dirigent Vladimir Jurowski zeigt sich erschüttert vom Ausbruch des Krieges in der Ukraine.
Der Dirigent Vladimir Jurowski zeigt sich erschüttert vom Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Bildrechte: imago/Michel Neumeister

Reaktionen aus der Ukraine

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Kultur

Bildergalerie: Junge Stimmen zum Krieg in der Ukraine Musikerinnen und Musiker des ukrainisches Jugendorchesters wenden sich an die Welt

Im "Youth Symphony Orchestra of Ukraine" spielen in Friedenszeiten hochbegabte Kinder und Jugendliche aus allen Teilen der Ukraine. Wegen des Krieges wandten sie sich am 25. und 26. Februar 2022 an die Öffentlichkeit.

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Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 01. März 2022 | 14:00 Uhr

Reaktion aus Berlin

Der russische Dirigent Vladimir Jurowski ist zur Zeit Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und des Bayerischen Staatsorchesters. Am Samstag und Sonntag dirigierte er das Berliner Orchester und änderte dafür das Konzertprogramm. Eigentlich waren ausschließlich russische Werke geplant. Jurowski begann die Konzerte jedoch mit der Nationalhymne der Ukraine.

Das Gespräch zum Nachhören

Dirigent Vladimir Jurowski 5 min
Dirigent Vladimir Jurowski ist bestürzt über den Kriegsausbruch in der Ukraine. Bildrechte: dpa
5 min

"Wir können nicht sagen, wir sind einfach nur Musiker und spielen Musik." Der Dirigent Vladimir Jurowski zeigt sich bestürzt über den Kriegsausbruch in der Ukraine.

MDR KLASSIK Mo 28.02.2022 10:01Uhr 04:37 min

https://www.mdr.de/mdr-klassik-radio/klassikthemen/reaktionen-ukraine-krieg-russisch-dirigent-jurowski-100.html

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Reaktion aus Sankt Petersburg

Auch die russische Opernsängerin Anna Netrebko äußerte sich nach anfänglichem Zögern zum Kriegsausbruch in der Ukraine. Sie verband das mit einem Appell: Künstler, so Netrebko, sollten nicht gedrängt oder gezwungen werden, sich politisch zu positionieren. Anlass war die kurzfristige Absage eines im dänischen Aarhus geplanten Auftritts Netrebkos.

Ich bin eine Russin und liebe mein Land. Aber ich habe viele Freunde in der Ukraine, und der Schmerz und das Leid brechen mir das Herz.

Anna Netrebko, Opernsängerin
Opernsängerin Anna Netrebko
Opernsängerin Anna Netrebko Bildrechte: imago images/Independent Photo Agency Int.

Das Gespräch zum Nachhören

Dennis Russell Davies dirigiert 4 min
Dennis Russel Davies: "Wir werden intensiver arbeiten wollen und müssen." Bildrechte: imago images/CTK Photo
4 min

Der Chefdirigente des MDR-Sinfonieorchesters Dennis Russell Davies erzählt im Gespräch mit MDR KULTUR, wie er mit den Nachrichten vom Krieg in Europa umgeht – und wie sein Umfeld in der Philarmonie Brünn reagiert hat.

MDR KULTUR - Das Radio Do 24.02.2022 15:51Uhr 04:28 min

https://www.mdr.de/mdr-klassik-radio/klassikthemen/leipzig-chefdirigent-dennis-russel-davies-zum-krieg-ukraine-russland-100.html

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Reaktion aus Brünn

Auch Chefdirigent des MDR-Sinfonieorchesters und der Philharmonie Brünn, Dennis Russel Davies, forderte im Gespräch mit MDR KULTUR Solidarität angesichts des Kriegs in der Ukraine und sieht auch die Kultur in der Pflicht.

Dass wir alle musikalische, literarische und poetische gemeinsame Wurzeln haben ist meine Hoffnung, dass am Ende auch die Künstler durchhalten werden und einen Weg zeigen, wie die Menschen wieder zusammenkommen.

Dennis Russel Davies, Chefdirigent des MDR-Sinfonieorchesters

Reaktion aus Weimar

Momentan probt der ukrainische Bariton Oleksandr Pushniak am Deutschen Nationaltheater in Weimar. In einem Interview mit Bettina Volksdorf äußert er sich über die aktuelle Situation:

Reaktion aus Leipzig

Die ukrainisch-deutsche Violinistin, Sängerin und MDR-Kollegin Melanka Piroschik wurde in der ukrainischen Stadt Invivo geboren und ist dort aufgewachsen. Momentan lebt sie in Leipzig. Sie ist sich unsicher, wie die musikalische Welt mit dem Ausbruch des Kriegs umgehen werde:

Ich weiß nicht, was die Musiker gerade machen, wahrscheinlich alles andere als Musik. Und vielleicht doch. Vielleicht gehen wir hier in der Diaspora auch anders damit um, weil, weil wir nicht wissen, was wir machen sollen.

Melanka Piroschik
Melanka Piroschik ist Sängerin, Violinistin und MDR-Kollegin. Die ukrainische Musik zu verbreiten, ist für sie sehr wichtig. Bildrechte: Snir Oron

Für Melanka Piroschik ist es ein wichtiges Anliegen die ukrainische Musik und die ukrainische Kultur an Andere weiterzugeben. In dieser Aufgabe finde sie Halt:

Das einzige, was wir machen können, ist weiter die Kultur weiter zu tragen und das das Erbe weiterzugeben und aufzuklären. Aufzuklären, durch die Musik und aufzuklären durch die Sprache und aufzuklären, durch das, was wir eh schon machen.

Reaktion aus Prag

Semyon Bychkov dirigiert.
Semyon Bychkov dirigiert. Bildrechte: IMAGO / CTK Photo

Man dürfe nicht schweigen, wenn sich die Geschichte wiederhole, mahnte der 69-Jährige Dirigent Semjon Bytschkow und erinnerte dabei an die Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands 1956 und den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei 1968. Der Dirigent wurde 1952 in Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, geboren. Er gewann 1973 den Rachmaninow-Dirigentenwettbewerb. Im Jahr 1975 emigrierte er in die USA und nahm später die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Seit der Saison 2018/2019 ist er Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie.

Die Träger des Todes und der Vernichtung müssen zur Verantwortung gezogen und geächtet werden.

Semjon Bytschkow, Dirigent

Weitere Zitate zum Ukrainekonflikt

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | 25. Februar 2022 | 07:13 Uhr

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Der künstlerische Leiter der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch spricht mit MDR KLASSIK über das Programm der 13. Auflage. In diesem Jahr steht der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov im Fokus. Bildrechte: Matthias Creutziger

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