Julia Schröder
Julia Schröder Bildrechte: Ida Zenna

KONZERT SPEZIAL | 05.05.2018 | 10:05-12:00 Uhr CD-Empfehlung: "Misterio"

Die Geigerin Julia Schröder und die Lautten Compagney haben ein neues Album vorgelegt. Es beinhaltet Kompositionen von Heinrich Ignaz Franz Biber und Astor Piazzolla, also eine Kombination von Barock und Tango.

Julia Schröder
Julia Schröder Bildrechte: Ida Zenna

Eine abenteuerliche Mischung?

Die Mischung des neuen Albums von Julia Schröder und der Lautten Compagney scheint zunächst abenteuerlich: Werke von Biber und Piazolla - das erklärt sich aber aus den biographischen Hintergründen der Interpreten. Die Berliner Lautten Compagney hat ihre Experimentierfreudigkeit und das Bemühen, Alte Musik in moderner Umgebung zu präsentieren, schon des Öfteren unter Beweis gestellt und die Schweizerin Julia Schröder hat - nachdem sie ihr erstes Violinstudium absolviert hatte - erst einmal ein Jahr in einem Tangoorchester gespielt, frustriert vom Druck in der Ausbildung und der Musikszene generell. Danach studierte sie noch einmal Alte Musik und wurde 2004 Konzertmeisterin des Kammerorchesters Basel und 2010 Professorin für Violine in Freiburg. Der Tango, sagt sie im Booklet, habe sie gerettet.

Stimmige Verbindung zwischen Piazolla und Biber

Lautten Compagney
Lautten Compagney Bildrechte: Ida Zenna

Außerdem sind die Tangos von Astor Piazzolla alles andere als Straßenmusik sondern hochartifizielle Gebilde. Und wenn man sie klanglich auf eine Ebene mit der sie umgebenden klassischen bzw. barocken Musik stellt (sprich: mit dem gleichen Instrumentarium ausführt), dann entsteht eine durchaus stimmige Verbindung. Von Heinrich Ignaz Franz Biber, dem Violinvirtuosen und Kapellmeister am Salzburger Hof, spielen Julia Schröder und die Lautten Compagney eine Auswahl aus den 16 Rosenkranz-Sonaten, die zwischen 1678 und 1687 entstanden sind und Jesu Leben, Sterben und Auferstehung zum Thema haben. Die meisten dieser Sonaten sind in scordatura, also mit umgestimmten Saiten, auszuführen.

Details zur CD
Titel Mit Werke Label
Misterio: Biber & Piazzolla Julia Schröder (Geige)

Lautten Compagney (Ensemble)
Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber und Astor Piazzolla dhm

Unsere CD-Empfehlung

CD-Cover: Misterio – Piazzolla/Biber – Lautten Compagney (dhm)
Bildrechte: deutsche harmonia mundi

Das neue Album von Julia Schröder und ihrer Lautten Compagney ist eine spannende Zeitreise hinter der eine faszinierende Idee steckt. Dafür wurde eine Auswahl der berühmten 15 "Rosenkranz-Sonaten" des Barockkomponisten Heinrich Ignaz Franz Biber geschickt mit Tango-Musik von Astor Piazzolla zu einer aufregenden Klangreise verwoben. Vor allem Astor Piazzollas Tangos u.a. "Fuga y Misterio" und "Oblivión" klingen auf historischen Instrumenten aufregend neu.

Titel der Sendung "Konzert Spezial" vom 05.05.2018
Biber, Heinrich Ignaz Franz von
Sonate Nr. 1 d-Moll. C 90 (für Violine und Basso continuo), aus: Fünfzehn Mysterien-Sonaten für Violine und Basso continuo. Die Verkündigung

Piazzolla, Astor
Oblivión

Biber, Heinrich Ignaz Franz von
Passacaglia c-moll (ausgeführt mit Laute, Orgel und Violoncello), aus:
Harmonia Artificiosa Ariosa Diversimode accordata (Partia V)

Piazzolla, Astor
La Muerte Del Ángel (3), aus: Suite Del Ángel (Der Tod des Engels)
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Biber, Heinrich Ignaz Franz von
Sonate Nr. 14 D-Dur, C 103 (für Violine und Basso continuo), aus: Fünfzehn Mysterien-Sonaten für Violine und Basso continuo. Mariae Himmelfahrt

Schröder, Julia (Barockvioline)
Lautten Compagney

Aufnahme: Oktober 2015

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | Konzert Spezial | 05. Mai 2018 | 10:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2018, 09:49 Uhr