Peter Kofler
Organist Peter Kofler Bildrechte: Walter Glück

KONZERT SPEZIAL | 07.05.2016 | 10:05-12:00 Uhr Orgelgeschichten von Peter Kofler

Auf der neuen CD "Transkriptionen" von Peter Kofler erklingen Orchesterwerke, die für die Orgel bearbeitet wurden – Kompositionen, die eine Geschichte erzählen und dem Solisten und seinem Instrument in ihrer Farbpalette klanglich alles abverlangen. Wir stellen die gelungene CD vor!

Peter Kofler
Organist Peter Kofler Bildrechte: Walter Glück

Peter Kofler ist seit 2008 Organist an der Jesuitenkirche St. Michael in München. Von ihm ist nun im Altenburger Label "Querstand" eine CD erschienen, die für die Orgel bearbeitete Orchesterwerke von Franz Liszt, Gabriel Fauré, Claude Debussy und Maurice Ravel erklingen lässt. Die "Transkriptionen" stammen von Jean Guillou, Louis Robilliard, Lionel Rogg, Peter Kofler selbst und David Briggs.

Bei der Zusammenstellung der Stücke fällt auf, dass es sich um "narrative" Kompositionen aus der impressionistischen und vor-impressionistischen Ära handelt. Um Kompositionen, die eine Geschichte erzählen oder eine Situation beschreiben – und das mit der reichhaltigen Farbpallette eines großen Orchesterapparats: "Daphnis et Chloé"von Ravel, "Pelléas et Mélisande" von Fauré und "Prometheus" von Franz Liszt. Diesen Farbreichtum auf die Orgel zu übertragen, war die Herausforderung. Und dazu bedarf es natürlich auch eines entsprechenden Instruments.

Vom leisesten Flirren bis zum tosenden Orkan

Orgel
Orgel der Jesuitenkirche St. Michael in München Bildrechte: Walter Glück

Die Orgel in der Michaelskirche in München wurde 2011 durch die Orgelbaufirma Rieger aus Vorarlberg (Österreich) reorganisiert und erweitert. Dabei wurde der Prospekt aus dem 17. Jahrhundert beibehalten und ein Großteil des Pfeifenmaterials der Vorgängerorgel von 1983 wiederverwendet. Dazu muss man wissen, dass es in der Michaelskirche schon im 17. Jahrhundert eine Orgel gab und dass es 1896 zu einem Orgelneubau nach Vorgaben von Joseph Gabriel Rheinberger kam, aber im Zweiten Weltkrieg alles komplett zerstört wurde und man sich lange Zeit mit Notbehelfen herumärgern musste.

Seit 2011 gibt es ein modernes Instrument, mit dem sich die Musik verschiedener Epochen stilgerecht spielen lässt. Vier Manuale ermöglichen eine vielfältige und abwechslungsreiche klangliche Gestaltung vom leisesten Flirren bis zum tosenden Orkan. Hinzu kommt die hallende Akustik in der Michaelskirche, die der Organist in sein Spiel einbeziehen muss, die aber auch die Tontechnik bei der Aufnahme vor Herausforderungen stellt. Auf der vorliegenden CD mit dem Titel "Transkriptionen" ist das sehr gut gelungen.

Im Programm von MDR Klassik

Cover einer Cd
Bildrechte: Harmonia Mundi

Drei dieser Bearbeitungen sind in unserer Sendung "Konzert Spezial" zu hören: Die Suite aus "Pelléas et Mélisande" op. 80 von Gabriel Fauré, danach eine Bearbeitung von Peter Kofler von Claude Debussys "Claire de Lune" aus der "Suite bergamasque" und zum Schluss eine Transkription der sinfonischen Dichtung "Prometheus" von Franz Liszt. An der Orgel: Peter Kofler.

Angaben zur Sendung Gabriel Fauré (1845-1924):
"Pelléas et Mélisande" (Suite für Orchester, bearbeitet für Orgel)

Claude Debussy (1862-1918):
"Claire de Lune" (bearbeitet für Orgel)

Franz Liszt (1811-1886):
"Prometheus" (Sinfonische Dichtung bearbeitet für Orgel)

Solist: Peter Kofler (Orgel)

(Aufnahme: März 2015 – München, Jesuitenkirche St. Michael)

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2018, 11:12 Uhr