Tangotänzer
Bildrechte: Colourbox

DAS KONZERT | 02.07.2016 | 10:05-12:00 Uhr Die 12 Cellisten bitten zum Tanz

Bei Swing Big Bands würde man es "Band in der Band" nennen. Aber auch "Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker" sind oft mit eigenem Programm unterwegs. Im Mai ist ihre neue CD mit Tango-Klassikern erschienen.

Tangotänzer
Bildrechte: Colourbox

Die Berliner Philharmoniker haben insgesamt 14 Cellisten. Es ist aber anzunehmen, dass sie ihr Personal zwischenzeitlich aufstocken mussten, denn zwölf von ihnen sind als "Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker" mittlerweile oft in eigener Sache unterwegs und so etwas wie ein eingetragener Markenname. Vermutlich hat es etwas mit Tradition und Veränderung zu tun.

Nach einer Idee von Julius Klengel

Interessant ist, dass die Besetzung mit 12 Celli eigentlich eine Leipziger Idee ist: Der Virtuose und Gewandhausmusiker Julius Klengel komponierte 1920 einen Hymnus für 12 Violoncelli für seinen Chef Arthur Nikisch und bot ihm, zusammen mit elf Studenten, das Stück zum 65. Geburtstag dar. Auch zu Nikischs Begräbnis, nur knapp anderthalb Jahre später, erklang das Stück.

Weitere 50 Jahre später wollte man diese besetzungstechnische Rarität bei den Salzburger Festspielen im Programm haben und fragte beim wichtigsten Festspielorchester, den Berliner Philharmonikern an, ob sie überhaupt so viele Cellisten hätten – die Geburtsstunde einer Idee, die bis heute Bestand hat.

"Classic meets Pops"

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker
Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker - hier bei einem Konzert mit Trompeter Till Brönner. Bildrechte: IMAGO

1975 spielten die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker ihr erstes abendfüllendes Programm. Dafür wurden eine Menge Kompositionen in Auftrag gegeben, schließlich bestand das Originalrepertoire für 12 Celli bis zu diesem Zeitpunkt aus einem einzigen Stück. Beiträge kamen unter anderem von Boris Blacher, Jean Francaix, lannis Xenakis, Michael Braunfels und Günter Bialas.

In den 1980er- und 1990er-Jahren wurde das Repertoire moderner, oder besser gesagt: anders. Die Scheu vor dem Populären ließ nach und unter dem Slogan "Classic meets Pops" gab es plötzlich Arrangements von Beatles-Songs, Jazz-Standards oder auch Filmmusik.

Tango-Klassiker in Arrangements

Die jüngste CD der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker ist im Mai bei Sony Classical erschienen. Darauf sind Tango-Klassiker in Arrangements zu finden, die zum Großteil von den Musikern selbst stammen. Astor Piazzolla, Horacio Salgan, José Carli und Pasquale Stafano sind mit Kompositionen vertreten. In unserer Sendung "Konzert Spezial" stellen wir Ihnen eine Auswahl vor.

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2018, 11:12 Uhr

Angaben zur CD Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker: "Hora Cero"

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker: "Hora Cero"

Mit Werken von: Horacio Salgan (*1916), Astor Piazzolla (1921-1992), Jose Carli (*1931), Pasquale Stafano (*1972)
CD-Bestellnummer: 1654875
Label: Sony