Programmhinweis Heute abend bei MDR KLASSIK: Eröffnung der Salzburger Festspiele

Die Salzburger Festspiele feiern in diesem Jahr 100. Geburtstag. Mit verkürztem Programm und strengen Hygieneregeln trotzt das Musikfestival als eines der wenigen in Europa der Corona-Pandemie. Am Eröffnungstag, dem 1. August, sendet MDR KLASSIK zeitversetzt ab 20:04 Uhr das Eröffnungsprogramm aus der Felsenreitschule: Die Premiere der Richard-Strauss-Oper "Elektra" mit den Wiener Philharmonikern und dem Chor der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Franz Welser-Möst.

Ausrine Stundyte als Elektra
Bildrechte: SF/Bernd Uhlig

Elektra war die erste Zusammenarbeit von Richard Strauss mit dem Dramatiker Hugo von Hofmannsthal. Der Einakter ist ein Hauptwerk des Komponisten und gilt zudem als Meilenstein der modernen Musik. Die Uraufführung am 25. Januar 1909 im Königlichen Opernhaus Dresden war ein großer Erfolg. Bei den Salzburger Festspielen wurde die Oper jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeführt, obwohl Richard Strauss zu den Gründervätern des Festivals zählt.

Franz Welser-Möst, 2012
Bildrechte: IMAGO

Für die Jubiläumsausgabe war die Oper von Beginn an geplant. Mussten zahlreiche Programme wegen Corona ins nächste Jahr verschoben werden, konnte Elektra aufgrund der überschaubaren Dauer und Mitwirkendenzahl in den reduzierten Spielplan übernommen werden. Dirigent Franz Welser-Möst, der den Salzburger Festspielen seit vielen Jahren verbunden ist, leitet die Aufführung. Der Österreicher zählt zu den maßgebenden Strauss-Interpreten.

Mitwirkende

Klytämnestra - Tanja Ariane Baumgartner
Elektra - Ausriné Stundyté
Chrysothemis - Asmik Grigorian
Aegisth - Michael Laurentz
Orest - Derek Welton
Der Pfleger des Orest - Tilmann Rönnebeck
Schleppenträgerin - Verity Wingate
Vertraute - Valeriia Savinskaia
Junger Diener - Matthäus Schmidlechner
Alter Diener - Jens Larsen
Aufseherin - Sonja Saric
Erste Magd - Bonita Hyman
Zweite Magd - Katie Coventry
Dritte Magd - Deniz Uzun
Vierte Magd - Sinéad Campbell-Wallace
Fünfte Magd - Natalai Tanasii

Chor der Wiener Staatsoper
Wiener Philharmoniker
Leitung: Franz Welser-Möst

Die Salzburger Festspiele

Richard Strauss
Richard Strauss Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Elektra spielte im künstlerischen Schaffen aller drei Festspielgründer - Richard Strauss, Hugo von Hoffmannsthal und Max Reinhardt - eine bedeutende Rolle. Max Reinhardt hatte bei der ersten Inszenierung von Hugo von Hoffmannsthals gleichnamigen Schauspiel Regie geführt. Bei der Uraufführung selbiger im Jahre 1903 saß Richard Strauss im Publikum und war so beeindruckt, dass er sich danach in einem Brief an Hugo von Hoffmannsthal wandte:

Ihre Art entspricht so sehr der meinen, wir sind füreinander geboren und werden sicher Schönes zusammen leisten, wenn Sie mir treu bleiben.

Zwischen Richard Strauss und Hugo von Hoffmannsthal hat sich daraufhin eine langjährige und fruchtbare Kooperation entwickelt, die sich in der Gründung der Salzburger Festspiele fortsetzte.

Gemeinsam mit Max Reinhardt gründeten sie 1920 die Salzburger Festspiele als Zufluchtsort in einer von Trauer und Trostlosigkeit geprägten Zeit. Die hier aufgeführte Kunst und Musik sollte versöhnen, sinn- und identitätsstiftend wirken. Vor allem Max Reinhardt stellte dieses Ziel der Salzburger Festspiele in den Vordergrund:

Max Reinhardt, um 1910
Max Reinhardt gehört zu den Gründern der Salzburger Festspiele. Bildrechte: imago images / Everett Collection

Ich glaube, dass Salzburg wegen seiner wundervollen zentralen Lage, seiner landschaftlichen und architektonischen Pracht, seiner historischen Merkwürdigkeiten und Erinnerungen und nicht zuletzt seiner unberührten Jungfräulichkeit wegen dazu berufen ist, Wallfahrtsort zu werden für die zahllosen Menschen, die sich aus dem blutigen Gräuel dieser Zeit nach den Erlösungen der Kunst sehnen.

Salzburger Festspiele 2020

Einhundert Jahre später hebt die Festspielleitung diesen Gründungsgedanken hervor, denn noch nie zuvor sei das Kulturleben in Friedenszeiten und in demokratischen Ländern so eingeschränkt worden. Umso glücklicher seien alle Beteiligten, dass die Festspiele in Zeiten der Corona-Pandemie in modifizierter Form stattfinden können, um dem Publikum ein positives und hoffnungsvolles Erlebnis zu bieten.

Helga Rabl-Stadler
Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler Bildrechte: imago images/SKATA

Nikolaus Harnoncourt war fest davon überzeugt: ‚Wenn wir, die Künstler, gut sind, dann gehen die Menschen anders aus der Vorstellung heraus, als sie hineingekommen sind.‘ – Genau dieses Erlebnis wollen wir unseren Besuchern auch dieses Jahr schenken.

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler

Das ARD-Radiofestival

Die ARD-Kulturradios möchten in Zeiten von Absagen, Kontaktbeschränkungen und Reisewarnungen dem Publikum kulturelle Erlebnisse ermöglichen, die derzeit nur eingeschränkt oder gar nicht realisierbar sind. Auch soll ein Zeichen der Solidarität mit Kulturschaffenden gesetzt werden, die von den Folgen der Corona-Pandemie besonders betroffen sind.

Logo ARD Radiofestival 2020
Logo ARD Radiofestival 2020 Bildrechte: SWR

Die Konzerte des ARD-Radiofestivals werden bis 12. September jeden Abend von 20 bis 24 Uhr bei MDR KLASSIK übertragen.

Dieses Thema im Programm: MDR KLASSIK | ARD Radiofestival | 01. August 2020 | 20:04 Uhr

Mann mit längeren, gewellten grauen Haaren und randloser Brille steht mit schwarzem Hemd und Sakko auf Zuschauerrang, im Hintergrund unscharf Kronleuchter und Bühne; dunkles Bild mit heller Ausleuchtung des Porträtierten 39 min
Bildrechte: Julia Wesely

MDR KLASSIK-Gespräch mit Dirigent Franz Welser-Möst „Ich bin kein Freund von Jubiläen“

Warum Franz Welser-Möst keine Jubiläen mag

Franz Welser-Möst ist langjähriger Chef des Cleveland Orchestra und gastiert zur Zeit im Leipziger Gewandhaus. Was er da treibt und warum er das jüngste Publikum Amerikas hat, erzählt er bei André Sittner im Gespräch.

MDR KLASSIK Do 28.11.2019 09:10Uhr 39:12 min

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