Kurzporträt Prof. Gerald Fauth – Der neue Rektor an der HMT in Leipzig

Hochschule für Musik und Theater, Leipzig, Sachsen
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Ein Blick auf den Lebenslauf von Prof. Gerald Fauth zeigt, dass für den Pianisten Nachwuchsförderung und Lehre eine zentrale Rolle spielen.

Was gibt es Schöneres, als hohe Werte zu bewahren und lebendig weiterzugeben? Eine gebildete Gesellschaft wird ihren Standard nur bewahren können, wenn sie es schafft, ihre Jugend zu unterstützen und sinnvoll-fordernd zu fördern. Kulturelle - und in meinem Fall musische - Förderung ist dabei genau so elementar wichtig wie wissenschaftliche Bildung.

Gerald Fauth arbeitete und lehrte einige Jahre an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, war Jurymitglied bei nationalen und internationalen Wettbewerben und hat sich in Meisterkursen einen Namen gemacht. Beim Euroarts-Festival in Leipzig (einer Sommerakademie für junge Musiker) fungierte er von 2005 bis 2009 als künstlerischer Leiter. Seit 2012 betreut er zudem die Internationale Mendelssohn-Akademie in Leipzig.

Gerald Fauth, Rektor der HMT Leipzig
Prof. Gerald Fauth, Rektor der HMT Leipzig Bildrechte: Jörg Singer

An der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ lehrt Gerald Fauth seit fast 20 Jahren als Professor für Klavier- und Kammermusik und war dort fünf Jahre lang Prorektor für Lehre und Studium. Nun setzte er sich bei der Wahl zum Rektor im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit durch.

Gegenkandidatinnen waren Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann (gegenwärtig Rektorin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) und Maria-Cornelia Ziesch (Kanzlerin der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig). Der bisherige Rektor Prof. Martin Kürschner kandidierte aus Altersgründen nicht mehr.

Zuallererst muss eine Musikschule in die Lage versetzt werden, über einen festen und angemessen dotierten Stellenpool so verfügen zu können, dass sinnvolle und nachhaltige musische Ausbildung erfolgen kann. Diese Garantie würde nicht nur hochqualifizierte, sondern auch hochmotivierte Bewerber anlocken. Die Verwaltung des Mangels, dem sich Musikschulen im allgemeinen ausgesetzt sehen, ist kläglich und zeugt nicht von kulturellem Geschichtsbewusstsein bei verantwortlich handelnden Personen. Qualifizierter künstlerischer Einzelunterricht im jeweiligen Instrument ist nun einmal die Grundlage für handwerkliche Souveränität, die später ein Miteinander-Musizieren erst möglich macht.

Werdegang Prof. Gerald Fauth

Der Pianist Prof. Gerald Fauth wurde 1959 in Dresden geboren und studierte (nach dem Besuch der Spezialschule für Musik als Schüler von Wolfgang Plehn) ab 1977 Klavier an der Hochschule für Musik in Dresden in der Meisterklasse von Amadeus Webersinke. Nach dem Diplom folgte ein Zusatzstudium bei Michail Pletnjov und Lew Nikolajewitsch Wlassenko am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium. Von 1987 bis 1990 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin. Gerald Fauth nahm an bedeutenden internationalen Wettbewerben teil und gewann 1. Preise in Barcelona (Kammermusikwettbewerb „Maria Canals“ 1987, mit dem Cellisten Michael Sanderling) und Leipzig (als Pianist beim 8. Internationaler Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb 1988). Als Solist war er Gast bedeutender Orchester (Staatskapelle Berlin, Gewandhausorchester Leipzig, Dresdner Philharmoniker, Berliner Sinfonie-Orchester u. a.) und gastierte in vielen europäischen Ländern sowie in Amerika und Asien.