Neue Veranstaltungsreihe Erfolgreicher Auftakt des MDR-Medienimpulses

"Medien und ihre Glaubwürdigkeit" standen im Zentrum des ersten Medienimpulses des MDR, der am 7. September 2015 in Leipzig stattfand.

Der "MDR-Medienimpuls" ist eine neue gemeinsame Veranstaltungsreihe des MDR und des MDR-Rundfunkrates, bei der medienrelevante Fragen technologischer, ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Art diskutiert werden. Der Einladung von Intendantin Prof. Dr. Karola Wille und der MDR-Rundfunkratsvorsitzenden Prof. Dr. Gabriele Schade waren rund 120 Gäste gefolgt.

Prof. Dr. Karola Wille steht an einem Rednerpult
Prof. Dr. Karola Wille beim "Medienimpuls" Bildrechte: MDR/Robert Hensel

Die Intendantin machte in ihrer Begrüßung deutlich, dass der Auslöser für diese Debatte um die Glaubwürdigkeit der Medien z.B. die Ukraine-Berichterstattung und die Berichterstattung über Pegida gewesen seien. "Glaubwürdigkeit im Informationsbereich erfordert eine größtmögliche Offenheit für die vielfältigsten Lebensbereiche und die unterschiedlichen Sichtweisen sowie für differenzierte und vielfältige Darstellungsformen", sagte Wille.

Zutreffend sei "auf jeden Fall, dass die Glaubwürdigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien existentieller Natur ist und somit ständiger Untersuchung, Untermauerung, Festigung und Stärkung bedarf".

Professor Dr.-Ing. Gabriele Schade steht an einem Rednerpult
Professor Dr.-Ing. Gabriele Schade Bildrechte: MDR/Robert Hensel

Die Vorsitzende des MDR-Rundfunkrates betonte in ihrer Begrüßung, dass die Medien eine zentrale Aufgabe für eine funktionierende Demokratie hätten. "Medien haben eine 'dienende Freiheit', sie sollen der Demokratie dienen, indem sie einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Meinungs- und Willensbildung leisten", sagte Schade. Daher wolle man mit dem Medienimpuls auch Denkanstöße zur Rolle und Verantwortung der Medien geben und zum medienpolitischen Dialog beitragen.

Als erste Impulsredner waren die Medienjournalistin Ulrike Simon und der Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR), Roger de Weck eingeladen.

"Ich finde nicht, dass wir Journalisten uns mit diesem pauschalen Vorwurf des - noch dazu geschichtlich belasteten - Begriffs der Lügenpresse angesprochen fühlen müssen", sagte die mit dem Bert-Donnepp-Preis 2015 ausgezeichnete Simon. Man müsse aber kritisch und öffentlich mit diesem Vorwurf umgehen. "Die Gesellschaft hat sich auch aufgrund von sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook von einer Wissens- zu einer Meinungsgesellschaft gewandelt", erklärte Simon. Journalisten sollten jedoch der Regel folgen: "erst wissen dann meinen" und damit Glaubwürdigkeit erzeugen.

Roger de Weck, sagte mit Blick auf die Pegida-Bewegung, er glaube, dass es ein Fehler wäre, solche Bewegungen völlig auszugrenzen. Es wäre aber auch ein Fehler, ihnen den normalen Freiraum zu geben, den unsere Demokratie einfordern könne. "Diese Balance zu finden ist unendlich schwierig. Das kann nur im täglichen Dialog in den Medienhäusern und Redaktionen gemacht werden."

Moderiert wurde der erste Medienimpuls vom ehemaligen Leiter des Grimme-Instituts, Uwe Kammann. 2016 werden MDR und MDR-Rundfunkrat wieder zu einem MDR-Medienimpuls einladen.