MDR-Rundfunkrat | 05.12.2022 MDR-Rundfunkrat würdigt hohes Engagement des MDR für Barrierefreiheit

Der Rundfunkrat begrüßt das große Engagement von MDR und KiKA für die Barrierefreiheit. Der MDR-Rundfunkrat befasste sich in seiner Sitzung am Montag, 5.12.2022, in Leipzig, mit den barrierefreien Angeboten des MDR und KiKA sowie mit dem Ausblick zur Weiterentwicklung bis 2025.

Eine Gebärdendolmetscherin im Studio.
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Dietrich Bauer
Dietrich Bauer Bildrechte: MDR/PUNCTUM Stefan Hoyer

Dietrich Bauer, Vorsitzender des MDR-Rundfunkrates: "Das Ergebnis ist, dass der MDR in der Barrierefreiheit weiterhin sehr gut aufgestellt ist. Im täglichen Programm bietet keine Landesrundfunkanstalt mehr Untertitelung oder Gebärdensprache. Der MDR bietet jeden Werktag Nachrichten in Leichter Sprache an. Auch bei der Audiodeskription gibt es ein qualitativ hochwertiges Angebot. Für die Angebote des KiKA gilt das ähnlich. Wir begrüßen, dass der MDR in regelmäßigen Gesprächen mit den Betroffenen sein barrierefreies Angebot diskutiert, zuletzt beim 10. Spitzentreffen mit mitteldeutschen Behindertenverbänden am 27.10.2022"

Hintergrund des Spitzentreffens von MDR, Behindertenverbänden, Politik und wissenschaftlichen Einrichtungen zur Inklusion war der gemeinsame Dialog und die Entwicklung und Etablierung neuer programmbegleitender Technologien für Menschen mit Behinderungen. Beteiligt waren erneut Verbände, Institutionen und Politik aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen.

MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille
Karola Wille Bildrechte: MDR/Kirsten Nijhof

Intendantin Prof. Dr. Karola Wille: "Die Bereitstellung barrierefreier Angebote ist Teil unseres Gemeinwohlauftrags und dem MDR ein großes Anliegen – nur so lässt sich unsere Strategie "MDR für alle" konsequent umsetzen. Der MDR erweitert seine barrierefreien Angebote stetig und im engen Austausch mit den Menschen, für die wir diese gestalten. Auch sie konsumieren Medien immer mehr im Digitalen. Deshalb werden wir die wachsenden digitalen Angebote kontinuierlich noch besser barrierefrei zugänglich machen."

Die Angebote z.B. für hörgeschädigte Menschen sind so umfangreich wie nie zuvor: Es werden mittlerweile 94 Prozent des Programms untertitelt, jährlich bietet der MDR über 36.000 Sendeminuten mit Gebärdensprache.

Nachrichten in Leichter Sprache gibt es neben der gewohnten Textform zusätzlich als Podcast jetzt auch zum Hören. Die vielfältigen Angebote des MDR in Leichter Sprache ermöglichen so Menschen mit kognitiven Einschränkungen die Teilhabe am aktuellen Geschehen.

Zudem trägt der MDR der wachsenden Bedeutung des modernen Streamings Rechnung: Mittlerweile stehen z.B. mehr als 4/5 aller Mediatheksangebote mit Untertiteln zur Verfügung. Eine wichtige Entwicklung sind zudem Hörbeschreibungen web-exklusiver Videos für blinde und sehbehinderte Nutzer.

2021 hat der MDR für das eigene Programm zudem rund 34.200 Sendeminuten in Deutscher Gebärdensprache (DGS) angeboten. Zusammen mit den DGS-Sendungen für DAS ERSTE (rund 2.300 Sendeminuten) beläuft sich der Umfang der Gebärdensprach-Angebote auf rund 36.500 Sendeminuten, dies entspricht etwa 608 Stunden. Die durchschnittliche Audiodeskriptions-Quote im MDR-Fernsehen 2021 betrug 19,7 Prozent, knapp 5 Stunden täglich. Im Hauptabend (20:00 – 23:00 Uhr) waren es 31,4 Prozent.

Der MDR wird bis 2025 seine digitalen Angebote in Web und Mediatheken weitestgehend barrierefrei zugänglich machen. Damit trägt der MDR den veränderten Nutzungsgewohnheiten auch von Menschen mit Behinderung Rechnung und konzentriert sich verstärkt auf digitale Angebote. In der ARD Mediathek sind aktuell mindestens 80 Prozent des MDR-Angebots mit Untertiteln abrufbar.

Ziel ist es, bis 2025 mindestens 92 Prozent zu erreichen. Zudem ist für 2023 ein weiteres barrierefreies Angebot vorgesehen: Erstmals sollen ausgewählte Podcasts verschriftlicht werden. Zum Start gibt’s den Podcast "Wahlkreis Ost" zum Nachlesen. Bis 2025 sollen dann weitere Podcasts barrierefrei zugänglich gemacht werden.