Depeche Mode Frontmann Dave Gahan im Wandel der Zeit.
Bildrechte: IMAGO

Musik-Legende Depeche Mode in der DDR

Vor dreißig Jahren spielte Depeche Mode eine Show in Ost-Berlin, die einzige Show in der DDR. Wir haben der Kultband am Mittwochmorgen einen Schwerpunkt gewidmet. Und: Der MDR sendet am 10. März eine TV-Dokumentation.

Depeche Mode Frontmann Dave Gahan im Wandel der Zeit.
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7. März 1988. Es ist ein besonderer Abend. Magisch vielleicht. Im gleißenden Licht, zwischen Nebelschwaden tauchen in der Werner-Seelenbinder-Halle in Berlin vier Jungs auf der Bühne auf, oder wie es in der DDR Zeitung "Tribüne" damals heißt. "Mehr als 6.000 zumeist junge Zuschauer scheinen aus dem Häuschen zu sein. Sie klatschen, springen, tanzen, singen im Rhythmus einer Gruppe, die zu den ganz großen Popbands der 80er Jahre zählt: Depeche Mode. Die vier Musiker aus der südenglischen Kleinstadt Basildon heizen dann auch ihrem Berliner Publikum ordentlich ein. Jeder neue Song wird stürmisch gefeiert. Die Seelenbinderhalle scheint dem Jubel kaum standzuhalten."

Dieses Pop-Konzert schreibt DDR-Geschichte: Vor 30 Jahren trat die britische Popgruppe zum ersten und letzten Mal in der DDR auf. Fans gaben Unsummen aus, nur um in der Ost-Berliner Werner-Seelenbinder-Halle dabei zu sein.

FDJ-Konzert

Deklariert als "Geburtstagskonzert der FDJ" kosteten die Eintrittskarten damals 15 Ostmark. Dass sich dahinter ein Konzert der angesagtesten Band dieser Zeit verbarg, sprach sich schnell rum. Die FDJ-Führung verbuchte die Veranstaltung damals als Erfolg ihrer politischen Arbeit.

Hinter dem Eisernen Vorhang wurde Depeche Mode zum Symbol für Freiheit, zur Projektionsfläche der DDR-Jugend für ihre Sehnsüchte und zu einem Vorbild bei der Suche nach einer eigenen Identität. Die Begeisterung für Depeche Mode ist in Ostdeutschland einzigartig. Rund 70 Fanklubs etablieren sich in den späten 1980er Jahren zwischen Rostock und Zwickau.

Schwerpunkt am Mittwoch

MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir hat der Kultband einen Schwerpunkt am 7. März in der Morgensendung gewidmet. Hieß also: Einschalten, reinhören, in Erinnerungen schwelgen.

Außerdem sendet der MDR am 10. März ab 22.45 Uhr eine TV-Dokumentation. Das Autorenteam Heike Sittner und Nils Werner erzählt, wie es zu dieser Faszination in der DDR gekommen ist und welche Parallelen es zwischen den jungen Musikern aus dem ostenglischen Basildon und der sozialistischen Jugend gibt.

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Quelle: MDR/as

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. März 2018 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2018, 09:44 Uhr

Stephan Michme
Bildrechte: MDR/Stephanie Sander