Auf dem Bild sind zwei Gesichter in Großaufnahme zu sehen, die einander zugewandt sind, vor einem lilafarbenen Hintergrund. Unten im Zentrum ist die Schrift "Von Gameboy und Jungpionieren" zu lesen. 41 min
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In der vierten Folge sprechen Doreen Jonas und Mario Köhne über Freizeitaktivitäten. Im Westen geht's um kirchliche Jugendgruppen und Gameboys. Im Osten um Kreisspartakiaden und West-Radio.

MDR SACHSEN-ANHALT Fr 16.10.2020 16:50Uhr 41:07 min

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Spartakiade oder Bundesjugendspiele? Ab 02:07 Minuten

"In der DDR war es so, dass auch viel auf Leistung trainiert wurde", erzählt Doreen Jonas aus ihrem Sportunterricht. Gemessen wurden die Leistungen dann bei einer Kreisspartakiade. Im Westen gab es mit den Bundesjugendspielen eine ähnliche Veranstaltung. Darüber kann Mario Köhne berichten. Für die Spiele gab es einen Tag schulfrei. Im Mittelpunkt stand Leichtathletik. Das gab es bei der Spartakiade auch. Während im Emsland mit Bällen geworfen wurde, mussten die Nachwuchssportler im Osten mit nachgebauten Handgranaten werfen.

West-Radio oder MTV: Ab 14:10 Minuten?

Für die jungen Leute in Oebisfelde war das West-Radio das Non-Plus-Ultra, wenn es um Musik ging. Wie Jonas erzählt, haben viele Jugendliche mit der Kassette Songs aus dem Radioprogramm aufgenommen: "Und wehe der Moderator hat auf die Musik gequatscht!" Bei Köhne war die Zeit dann schon etwas weiter. MTV und VIVA haben als Musik-Fernsehsender die Jugendjahre geprägt. Und was für die Jugendlichen im Osten die Hitparade im West-Radio war, waren für Köhne und seine Freunde die "European Top 20" von MTV.

Reiten und Pioniernachmittage oder Fußball und kirchliche Jugendarbeit? Ab 21:50 Minuten

Reiten war ein Hobby Jonas, erzählt sie in der 4. Folge. Außerdem haben sich die Jugendlichen in der Bibliothek in Oebisfelde getroffen oder bei gutem Wetter in der Badeanstalt. Jonas war Jungpionier, Thälmannpionier und auch in der FDJ. "Da gab es Pioniernachmittage", erinnert sie sich. In der katholischen Region Emsland leistet vielerorts die Kirche die Jugendarbeit. Die Gruppen treffen sich meist unter der Woche nachmittags, erzählt Köhne aus seiner Vergangenheit. Mit Schule oder staatlichen Vorgaben hatte das aber nichts zu tun.

Kino für eine Mark oder zwei Kinos zur Auswahl? Ab 31:24 Minuten

Oebisfelde hatte zu DDR-Zeiten ein Kino. Weil nicht viel los war, seien alle immer ins Kino gegangen, erinnert sich Jonas: "Ich bin mit Louis de Funes, Gerard Depardieu und Winnetou groß geworden", erzählt sie lachend. Köhnes erster Film im Kino war Disneys Dschungelbuch. In seiner Heimatstadt gab es damals zwei Kinos. Eines ist heute noch als Programmkino erhalten. Die großen Filme laufen seit einigen Jahren in einem modernen Multiplex-Kino.

Ferienprogramm im DDR-Fernsehen oder Gameboy? Ab 34:50 Minuten

Er sei mit Privatfernsehen Konsolen groß geworden, erinnert sich Mario Köhne. Als allererstes sei da der Gameboy gewesen. Welches Spiel sein Favorit gewesen sei, fragt Jonas. "Super Mario Land natürlich", lautet die direkte Antwort. Den Gameboy musste er aber mit seinem Bruder und den Eltern teilen. Das Privatfernsehen konnten die Menschen auch in Oebisfelde empfangen. Jonas erinnert sich an eine Zeit, in der die "Antennen in der Stadt noch zwei Meter höher geschoben wurden", um die neuen Sender besser empfangen zu können. Auf eines können sich die beiden aber einigen: der beliebteste Märchenfilm war in Ost und West "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".

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