Konzert in Magdeburg Warum Ulrich Tukur Magdeburg richtig ausspricht

Bevor er mit seiner Band "Die Rhythmus Boys" im AMO in Magdeburg aufgetreten ist, hat Tatort-Schauspieler Ulrich Tukur Stephan Michme erzählt, dass er 1975 zwei Wochen lang in Magdeburg war – und die Stadt von damals nicht in guter Erinnerung hat.

Ulrich Tukur 21 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Fr 29.11.2019 08:40Uhr 21:06 min

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Der Schüleraustausch nach Amerika stand kurz bevor, dort wollte Ulrich Tukur einen Highschool Abschluss machen. Aber vorher, Ostern 1975, war er zwei Wochen lang in Magdeburg. "Ich wollte unbedingt einmal in die DDR. Das war ein exotisches Land für mich. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man da lebte", hat Ulrich Tukur Moderator Stephan Michme im Interview erzählt (ab 1:02). "Ich war bei meiner alten Tante, die in der Familie gehässigerweise SED-Tante Hanni genannt wurde."

Seine Eindrücke von damals sind eher wenig schmeichelhaft: "Es war alles voller Braunkohleschwaden, es war kalt, die Stadt war verwahrlost. Es war wirklich ganz merkwürdig." Heute ist es anders, sagt er und freut sich auf seinen Auftritt im AMO.

Filmszene aus "Grzimek": Der Tierarzt und Verhaltensforscher Bernhard Grzimek (Ulrich Tukur) mit seiner exotische Wildkatze.
Filmszene aus "Grzimek" Bildrechte: ARD Degeto/UFA Fiction/Roland Suso Richter

Im Interview spricht Tukur auch über seine Vorliebe für seinen Kleidungsstil, seinen Umzug nach Berlin, die Einrichtung seiner Wohnung und seinen Musikgeschmack. Der zeigt sich natürlich bei seinen Auftritten. Er liebt die Musik der späten 1930er-Jahre und frühen 1940er-Jahre – die Swingzeit "Zuhause habe ich zwei Musiktruhen aus den 1950er-Jahren. Darauf höre ich auch Musik der 1920er-Jahre – auch auf Vinyl- und auf Schellack-Platten. Die klingen auf diesen Apparaturen ganz modern, ganz bassig." (ab 3:55) Anstrengend sei nur, alle zwei Minuten die Platte wechseln zu müssen. Das sei quasi seine Art des Sports, sagt Tukur.

Ich bin total unsportlich.

Social Media meidet Tukur

Was in den sozialen Netzwerken über seine Tatort-Auftritte geschrieben wird, das würde sich Tukur nie anschauen (ab 11:45). "Da ist so viel gehässiges Zeug dabei, das tue ich mir nicht an." Grundsätzlich sei ein solches Geschmiere nichts Neues, sagt Tukur. Die Menschen seien schon immer saudoof, heute könne jeder seinen Senf in Foren schreiben: "Man sollte nicht jedem Deppen die Möglichkeit geben, sich zu äußern."

Mit seiner Karriere scheint Tukur zufrieden, auch ohne großen Hollywood-Film (ab 19:40). "Ich habe da einmal gedreht mit Steven Soderbergh und George Clooney – hochinteressant, wie die Maschinerie Hollywood funktioniert. Aber das brauche ich nicht. Los Angeles ist eine schreckliche Stadt." Ganz anders natürlich als das Magdeburg heute.

Quelle: MDR/mr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. November 2019 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2019, 09:26 Uhr