Chorraum der Wallfahrtskapelle Etzelsbach
Chorraum der Wallfahrtskapelle Etzelsbach Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Wort zum Tag Augenblick mal

Täglich 6:20 und 9:20 Uhr hören Sie bei MDR THÜRINGEN - Das Radio "Augenblick mal", das Wort zum Tag. In dieser Woche spricht es Pfarrer Jörg Kubitschek aus Saalfeld.

Chorraum der Wallfahrtskapelle Etzelsbach
Chorraum der Wallfahrtskapelle Etzelsbach Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Montag, 15. Oktober 2018: Tag des weißen Stockes (Blindenstock)

Der Wecker geht an, die Sinne erwachen. Es fällt mir schwer, aber irgendwann gehen auch die Augen auf und ich werfe einen ersten müden Blick auf die Uhr. Es ist noch Zeit, ich kann die Augen ruhig noch ein paar Minuten schließen. Noch will ich nichts sehen von der Welt da draußen.

So lieb es mir ist, in meinem Bett die Augen schließen zu können und nichts sehen zu müssen, so dankbar bin ich aber doch für mein Augenlicht, mit dem ich dann, wenn der erste Kaffee getrunken ist, die Welt um mich herum sehen und wahrnehmen kann. Es ist ein großer Segen, all das, was mich umgibt und was mir vom Herrn geschenkt ist, auch mit meinen Augen sehen zu können. Ein Segen, den nicht jeder erfahren darf. An diejenigen, die blind oder sehbehindert sind, erinnert der heutige "Tag des weißen Stockes". Dieser Tag soll auf die Not aufmerksam machen, von der auch in unserem Land viele Menschen, vor allem ältere, betroffen sind. Eine solche Erinnerung ist nötig, denn wie blind können auch die sein, die doch mit ihren Augen hervorragend sehen können. Wie oft verschließe auch ich die Augen vor der Not anderer! Sehe sie nicht oder will sie nicht sehen. Da war Jesus Christus ganz anders. Er sah die Blinden an seinem Weg und er nahm sich ihrer Not an. Einer von ihnen hieß Bartimäus und was er erleben durfte, gehört zu den schönsten Berichten der Bibel. All seine Hoffnung hatte Bartimäus auf Jesus gesetzt und er wurde nicht enttäuscht. Jesus heilte die Augen des Blinden und Bartimäus konnte ein neues Leben beginnen. Er ging mit Jesus. Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen Pfarrer Jörg Kubitschek von der St. Paulusgemeinde in Saalfeld.

Sonntag, 14. Oktober 2018: Wochenspruch

Es ist eine gute Tradition, dass am Sonntag im Gottesdienst ein Bibelvers verlesen wird, der als Leitspruch über der neuen Woche stehen soll. Auch heute ist so ein Spruch in den Kirchen unseres Landes zu hören. Er stammt aus dem Buch des Propheten Micha. Also ein sehr altes Wort, aber eines, das immer noch wahr und aktuell ist. Es lautet: "Es ist dir gesagt, Mensch, was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott."

Mann mit Bart und Brille an Pult
Bildrechte: Jörg Kubitschek

Auch ich höre diese Worte heute. Was sagen sie mir und wie gehe ich mit ihnen um? Da ist die Erinnerung, dass Gott mir etwas zu sagen hat. Er redet mit mir! Er sagt mir was gut und nützlich ist und was er an meinem Leben sehen will. Ja, ich weiß, was er von mir fordert: Nicht lügen, Gott allein ehren und ihm in meinem Leben Platz geben,  nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht töten. Die zehn Gebote hat man schnell wieder zusammen. Und genau das macht es mir oft schwer, denn wer kann schon all das zu 100 % erfüllen!

Gott sei Dank sagt er mir aber noch mehr und davon ist im Gottesdienst auch immer die Rede. Er sagt mir, dass er mich lieb hat, mich, der ich so unvollkommen bin. Er hat mich gern wie sein Kind. Diese Liebe hat mir Jesus Christus erwiesen, damals, als er meine Lieblosigkeit am Kreuz gebüßt hat.  Und weil mir auch das gesagt ist, darum will ich umso mehr auf das achten, was der Herr an mir sehen will. Ich will versuchen, in Liebe mit denen umzugehen, mit denen ich zusammenlebe, sei es in Familie, Beruf oder Gesellschaft. Und in aller Demut will ich auch in Zukunft auf das hören, was Gott mir zu sagen hat, auch heute wieder, wenn ich in den Gottesdienst komme.

Einen gesegneten Sonntag wünscht ihnen Pfarrer Jörg Kubitschek von der St. Paulusgemeinde in Saalfeld.

Biografie Jörg Kubitschek Jörg Kubitschek wurde am 22. September 1974 in Zwickau geboren und besuchte dort auch die Schule. Nach dem Abitur begann er 1993 sein Theologiestudium am Lutherischen-Theologischen Seminar in Leipzig, der Ausbildungsstätte für Pastoren der Evangelisch-Lutherischen Freikirche. 1999 legte er sein 1. Examen ab, worauf ein zweijähriges Vikariat in Zwickau und Saalfeld folgte. Im September 2001 wurde er in Altengesees / Thüringen zum Pastor ordiniert und versorgt seit dem zwei kleine Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Freikirche in Saalfeld und Altengesees.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Augenblick mal | 14. Oktober 2018 | 06:20 Uhr