Harald Karpe bei einer Predigt
Bildrechte: Diana Steinbauer

Wort zum Tag Augenblick mal

Täglich um 6:20 und 9:20 Uhr hören Sie bei MDR THÜRINGEN - Das Radio das Wort zum Tag. In dieser Woche spricht es Harald Karpe, Pfarrer der Christusgemeinde Erfurt in der Selbständigen evangelisch-lutherischen Kirche.

Harald Karpe bei einer Predigt
Bildrechte: Diana Steinbauer

Montag, 19.02.2018: Gutes statt Bösem

Jesus sagt zu seinen Jüngern: Christen sollen auch ihre Feinde lieben. Doch ist der Anspruch Jesu für uns nicht viel zu hoch? Wer kann sich auf die Wange schlagen lassen und dann - ohne Hass - die andere auch noch hinhalten? Wer kann es sich leisten, sich immer wieder unterbuttern zu lassen?

Der Ehestreit eskaliert. Ein verletzendes Wort reiht sich an das andere. Da hat sie dieses Wort Jesu vor Augen und hört auf zu streiten. Später, wenn der Zorn verraucht ist, wird sie sich bei ihrem Mann entschuldigen für die Worte, mit denen sie ihn verletzt hat. Und sie weiß, dass ihr Mann sich für die Worte entschuldigen wird, womit er sie verletzt hat. Wenn ich mich an Jesu Stelle begebe, dann sehe ich, wie meine eigene Schuld ihm immer wieder auf die Wange schlägt. Doch er schlägt nicht zurück, wie ich es verdient hätte. Er trägt meine Schuld ans Kreuz und vergibt mir – weil er mich liebt. Er überwindet das Böse von mir mit Gutem.

Dann sehe ich, wie jemand an mir schuldig wird, mir auf "die Wange" schlägt. Was hätte Jesus nun an meiner Stelle getan? Dasselbe, was er für mich immer wieder tut: ER vergibt dem Schuldigen, weil er ihn liebt und weil er sieht, dass der sich mit seiner Schuld selbst am meisten schadet. So überwindet Jesus mit seinem Kreuz das Böse mit Gutem. Wenn ich es lerne, mich immer wieder auf den Standpunkt Jesu zu stellen und mit seinen Augen zu sehen, dann kann ich es auch lernen, das Böse, das mir geschieht, mit Gutem zu überwinden – mit Gottes Hilfe.

Sonntag, 18.02.2018: Jesus - Der beste Arzt

Die Angst kriecht ihr in die Glieder und scheint sie zu lähmen, als sie ihren Arzt reden hört. Es klingt wie ein Todesurteil. Sie will es nicht wahrhaben, was da in ihr tickt. Am liebsten würde sie wegrennen. Aber gebannt hört sie weiter zu. Jetzt redet der Arzt von den Heilungschancen, von der anstehenden Behandlung. Langsam keimt Hoffnung auf und sie schöpft wieder Mut. Diesem Arzt kann sie vertrauen, auch wenn die Wahrheit, die er sagt, hart ist.

Als Mose den Israeliten am Sinai die 10 Gebote Gottes verkündet, ist er selber darüber erschrocken und zittert. Wer kann sie halten? Wenn dies der Maßstab für die Seligkeit ist, dann sind die Gebote Gottes ein Todesurteil. Ja, in uns tickt eine tödliche, heimtückische Krankheit.

Doch - Gott sei Dank - ist dies nicht das letzte Wort Gottes. Unser Gott redet weiter, wie ein guter Arzt. Er bietet eine Therapie an; es gibt Heilung. Der Arzt der Seelen ruft uns zu Jesus, der uns in all unseren Fehlern heilen kann. Nur ist dies keine einmalige Behandlung, nach der wir das Krankenhaus für immer verlassen könnten. Wir haben eine chronische Krankheit, die ständiger Therapie bedarf.

Solange wir hier in dieser Welt leben, sind wir auf die Behandlung des Arztes Jesus angewiesen. Wir brauchen immer wieder seine Liebe und Nähe, welche unseren kranken Körper von innen her reinigen. Er ruft uns immer wieder zu sich, damit die begonnene Therapie auch nicht vergeblich ist. Lasst uns deshalb immer wieder in seine Behandlung kommen. Bei Jesus gibt es keinen Warteraum, sondern nur offene Türen. Dass Sie auch heute durch diese Tür gehen, wünscht Ihnen Pfarrer Harald Karpe aus Erfurt.

Biografie: Harald Karpe - Geboren 1957 in Halle/Saale und dort aufgewachsen
- 1975 Facharbeiter für Meteorologie
- Mit 23 Jahren Christ geworden
- 1981 - 1986 Fernstudium zum Ingenieurökonom für Maschinenbau und Elektrotechnik
- 1986-1991 Theologiestudium in Leipzig, Halle und Oberursel
- 1991-1993 Vikariat in Arnstadt
- 1993-2001 Pfarrer in Sangerhausen und Heldrungen
- 2001-2006 Pfarrer in Klein Süstedt (bei Uelzen)
- 2006-2015 Pfarrer in Plauen
- Seit 2015 Pfarrer in Erfurt
- Seit 1985 verheiratet mit Marlene. Sechs Kinder (Judith, Elisabeth, Johanna, Albrecht, Margarethe, Theresa)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag | 18. Februar 2018 | 06:20 Uhr