Kyffhäuserkreis Ebeleben

Ebeleben liegt in Nordthüringen. Der Ortsname geht auf einen gewissen "Avo" zurück. Wie sich das herleitet, erklärt Namenforscher Professor Udolph.

Entwicklung des Ortsnamens Ebeleben:

  • 1198 (Kopie 15 Jh.) Friedericus de  Eveleben (CDS I A III Nr. 30 S. 28)
  • 1206 Fridericus de Eueleiven (CDS I A III Nr. 98 S. 80)
  • 1211 Fridericus de Ebeleiven (CDS I A III Nr. 159 S. 124)
  • 1216 Fridericus de Ebeleyven (CDS I A III Nr. 224 S. 167)
  • 1221 Albertus de Ebenlieben (CDS I A III Nr. 293 S. 213)
  • 1224 Albertus de Ebelibin (CDS I A III Nr. 330 S. 234)
  • 1225 Fridericus advocatus de Ebeleiben (Bathe)
  • 1228 Albertus de Hebeleiben, Variante Ebeleyben (UB Pforte I Nr. 99 S. 126)
  • 1233 Albertus de Ebeleiben (CDS I A III Nr. 482 S. 337)
  • 1234  Albertus de Ebeleiben (CDS I A III Nr. 515 S. 360)
  • 1282 Albertus de Ebeleibin (Bathe)
  • 1299 Albertus … de Ebileibin (Bathe)
  • 1310 Ludolf von Ebelebin (Bathe)
  • 1456 Apel von Ebeleben (Bathe)
  • vor 1530 Ebeleuben (Bathe)

Wir haben wieder einen der zahlreichen -leben-Namen Thüringens vor uns. Zugrunde liegt germanisch *laiba-, vgl. gotisch laiba "Überbleibsel, Rest", althochdeutsch leiba, altsächsisch lëva "Rest, Erbe, Nachlass" u.a.m., etwa in dem Sinn "Besitz, Eigentum, Nachlass, Erbe".

Wie die historische Überlieferung zu erkennen gibt, heißt der Ortsname zunächst Eve-leben, erst später tritt eine Veränderung zu der hochdeutschen Variante Ebeleben ein. Im ersten Teil der -leben-Namen steht immer ein alter Vorname. In diesem Fall ist es ein Name Avo, der im Allgemeinen zu altsächsisch aval "Kraft", gotisch aba "Mann", gestellt wird. Der Ortsname hat demnach so viel wie "Besitz, Wohnsitz des Avo" bedeutet.

Literatur:

  • M. Bathe, Die Ortsnamen auf -leben, Manuskript, ohne Ort, ohne Jahr, S. 117.
  • H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 267.
  • A. Werneburg, Die Namen der Ortschaften und Wüstungen Thüringens, Nachdruck Köln-Wien 1983, S. 40.

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2016, 11:08 Uhr