Luftbildaufnahme von Kospoda
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Saale-Orla-Kreis Kospoda

Die Gemeinde Kospoda liegt im Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Kospoda liegt südlich von Neustadt an der Orla am Fuß der Nordabdachung des Südostthüringer Schiefergebirges.

Luftbildaufnahme von Kospoda
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Herleitung des Namens:

Dieser slavische Ortsnamentyp macht Probleme in der Deutung, weil man nicht genau weiß, auf welche Grundform der Name zurückgeht. Soll man von *Kosobody oder *Kosobudy, ein durch Komposition gebildeten Bewohnernamen, ausgehen?

Das Erstglied ist mehrdeutig und kann als altsorbisch "kos" (Amsel), und "kosa" (Haar, Sense) wiedergegeben werden. Das Zweitglied "bod" gehört zu bosti/bodati (stechen) oder "bud" zu buditi (wecken). Der Ortsname *Kosobody wurde oft als "Sensenstecher" übersetzt, aber auch als "Leute, die Amseln aufspießen". Eine weitere und wohl überzeugende Deutung hat W. Wenzel vorgeschlagen: Abweichend von den bisherigen Erwägungen, ob von *Kosobody oder *Kosobudy auszugehen sei, entscheidet er sich eindeutig für *Kosobudy und sieht darin einen wahrscheinlich von Nachbarorten gegebenen Scherznamen "Siedlung der Amselwecker, der Frühaufsteher".

Historische Belege

  • 1120 in Coscebodhe (UB Hochst. Halb. I, 148)
  • 1136 in Kozzibut (MGH DLo III 90)
  • 1179 (Fälschung 12. Jh.) in Kozzibut (MGH DF I Nr. 787 S. 349)
  • 1296 Cozebode (SAD U 1520 = Dt. O. Thür.)
  • 1302 Kozzebode (HA Schleiz U)
  • 1305 Kossebode (SAW Z 532, 30)
  • 1308 Cosbode (UB Jena)
  • 1317 Kossebode (HA Schleiz U)
  • 1318 Kozbod (HA Schleiz = U Kl. Hl. Kreuz)
  • 1333 Kossebode (SAD U 2625)
  • 1345 Cossebot (HA Schleiz, U Kl. Hlg. Kreuz)
  • 1347 Kosseboth (HA Schleiz, U Kl. Hlg. Kreuz)
  • 1350 Kozzebode (HA Schleiz, U Kl. Hlg. Kreuz)
  • 1355 Kospot, Kospodt (HA Schleiz, U Kl. Hlg. Kreuz)
  • 1371 Cossebode (SAW U)
  • 1378 Kozzebode, Kossebude (RDMM 48a (Hs. A, B)
  • 1447 Kossebode (UB Jena 2, 525)
  • 1458 Koszebode (UB Jena 2, 496)
  • 1506 Cospita [nicht: S-) (Reg. subs. 70)
  • 1534 Kospoda (SAW Cop. D 8/ II, 340)
  • 1534 Kospoda (SAW Cop. D 8/II, 340)
  • 1848 Cospoda (Huhn 1,965)

Ortsname mit zahlreichen Verwandten:

  • Cossebaude bei Dresden, 1071 Gozebudi, 1140 Cozebude, 1255 Kozzebude, 1263 Cozbude, 1450 Kossebude usw.
  • Kospa bei Eilenburg 1233 Kozzebude, 1359 Kospoda, 1400 Hoekossebude, Nyder Kossebuden usw.
  • Kossebode bei Parchim, 1328 Kossebode.
  • Kussebode bei Lüchow, 1296 Cozebode
  • Kosobody, Kosobudy, mehrfach in Tschechien
  • Kosobudy in Polen
  • Cospeda bei Jena, 1257 de Kozebode, 1291 de Cossibode, 1346 Cosebode usw.
  • Kospode, Wüstung bei Ober-, Unterzetzscha, 1181/1214 Chozbude, 1336 Kossebode usw.
  • Cospuden, Gehöft bei Leipzig, heute verschwunden, 1216 Kozebude, 1220 Kozzebvde, 1240 Kozbude usw.

Literatur-Hinweis Weiterführende Informationen sind zu finden bei:

E. Eichler, Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße, Bd. 2, Bautzen 1987, S. 60f.

E. Eichler, Studien zur Frühgeschichte slawischer Mundarten zwischen Saale und Neisse, Berlin 1965, S. 222ff.

W. Wenzel,  Altsorbische Ortsnamen vom Typ Kosobudy/Žornosěky (S. 335-346), in: W. Wenzel, Namen und Geschichte. Orts- und Personennamen im deutsch-slawischen Sprachkontaktraum als historische Zeugnisse, Hamburg 2014, (S. 335-346).

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2018, 11:51 Uhr