Luftbilder Mohlis
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Altenburger Land Mohlis

Mohlis ist ein Ortsteil der Gemeinde Drogen im Altenburger Land

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Historische Belege:

Das Historische Ortsnamenbuch von Sachsen erklärt den Namen wie folgt: zugrunde liegt eine altsorbische Grundform *Maluš zu einem Vornamen Maluš oder Maluch, woran ein - kaum noch erkennbares Element – -jь getreten ist. Der Name bedeutet daher so viel wie "Dorf eines Maluš oder Maluch". Die Grundlage beider Namen ist slavisch maly "klein".

Die Veränderung von Malus zu Mo(h)lis ist wohl mundartlich bedingt.

Zusammenfassend:

Der Ortsname geht auf einen slawischen (altsorbischen) Personennamen zurück. Dessen Grundform ist nicht ganz sicher zu ermitteln, in Frage kommen Maluš oder Maluch. Diese sind von dem slawischen Wort für "klein", zum Beispiel poln. mały, russ. malenkij abgeleitet.

Historische Belege:

  • 1140: Malus (Urkundenbuch Altenburg 6)
  • (um 1200): in Malus (Urkundenbuch Altenburg 6)
  • 1291: in villa Malus (Urkundenbuch Vögte Weida I 263)
  • 1336: Malus (Registrum Missn. 404)
  • 1378: Malus (Registrum Missn. 211)
  • 1378: Malus, Maluz (Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Bd. 2, S. 49; RDMM 211)
  • 1413: Molis (Urkunden Georgenstift Altenburg I 49)
  • 1445: Malis (Erbarmannschaft Pflegen 10)
  • 1494: Malis (Urkundenbuch Altenburg II)
  • 1533/34: Malis (Visitationen Altenburg 190)
  • 1548: Molis (Auszug Ämter Altenberg IV 61)
  • 1753: Mohlis (Sächs. Atlas)

Literatur-Hinweis Ausführlich wird die Bedeutung des Ortsnamens behandelt von:

E. Eichler, Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße, Bd. 2, Bautzen 1987, S. 190f.

K. Hengst, Beiträge zum slavisch-deutschen Sprachkontakt in Sachsen und Thüringen, Veitshöchheim 1999, S. 130.

Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Bd. 2, Berlin 2001, S. 49.