Bill Withers, auf dem roten Teppich in New York, 2014.
Bill Withers 2014 in New York. Bildrechte: IMAGO

Oldiegeschichten | 15.05.2019 "Ain’t no sunshine" von Bill Withers

1971: Im Großbritannien wird das erste Frauenhaus Europas gegründet und Bill Withers veröffentlicht "Ain’t no sunshine".

Bill Withers, auf dem roten Teppich in New York, 2014.
Bill Withers 2014 in New York. Bildrechte: IMAGO

Für Bill Withers beginnt ein völlig neues Leben. Knapp zehn Jahre lang diente er in der Army, war unter anderem im Nahen Osten stationiert. Um danach in einer Fabrik, Toilettensitze für Flugzeuge zu bauen. Doch jetzt mit Anfang 30 ist Schluss mit dem gewöhnlichen Leben. Er kauft sich eine Gitarre, schreibt traurige Songs über die Leiden der Liebe und wird tatsächlich von Plattenchef Clarence Avant entdeckt und unter Vertrag genommen.

Ein Paar sitzt auf einer Bank und sieht in den Sonnenuntergang 2 min
Bildrechte: IMAGO

Auf seinem Debüt landet schließlich auch ein Titel, den Bill schreibt, nachdem er sich das Filmdrama "Die Tage des Weines und der Rosen" angesehen hatte. Darin geht es um ein Liebespaar, das nach und nach dem Alkohol verfällt und sich schließlich trennt. Withers kreiert aus dem harten Stoff ein trauriges Liebeslied, in dem er erzählt, dass die Sonne nicht mehr scheint, wenn sein Schatz geht.

Im Studio unterläuft ihm bei dem Titel jedoch ein Fehler. Statt mit der dritten Strophe zu beginnen, singt er etwas hilflos 26 mal am Stück "I know, i know, i know". Doch die zufällig im Studio anwesenden Stephen Stills und Graham Nash sind von der spontanen Einlage begeistert. Überreden ihn, die Stelle genauso zu lassen.

Ursprünglich sollte der Song dann nur als B-Seite seiner Debütsingle herauskommen. Doch Fans und DJs waren da anderer Meinung und machten die B-Seite zum Hit. "Ain’t no sunshine" erreicht auf Anhieb die Top 5 der US-Charts und zählt heute zu den bekanntesten Soulsongs der Geschichte.

Der Text...

... ist sehr wehmütig und handelt davon, dass ein Mann sich nicht von seiner Liebsten trennen will. "Die Sonne scheint nicht mehr, wenn sie geht, alles bleibt dunkel. Dieses Haus ist kein zuhause mehr und die Sonne verschwindet jedes Mal, wenn sie fortgeht."

Coverversionen...

... gibt es sehr viele. Die erfolgreichste stammt von Michael Jackson. Seine Fassung erreicht 1972 die britischen Top 10.

Und heute?

Heute gilt "Ain’t no sunshine" als Soulklassiker. Bill Withers hat sich seit längerer Zeit komplett aus dem Musikbusiness zurückgezogen. Sein letztes Album erschien 1985.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 15. Mai 2019 | 09:20 Uhr