Luftbilder Meusebach
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Saale-Holzland-Kreis Meusebach

Die Gemeinde Meusebach liegt in einem gewundenen Seitental, besitzt nur eine Zufahrtsstraße und wird auch "Dorf ohne Spatzen" genannt. Im Ort sind Mauerreste einer mittelalterlichen Kirche zu finden.

Luftbilder Meusebach
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Historische Belege:

Zwei alte Belege sind unsicher, wahrscheinlich gehören sie nicht zu Meusebach oder sind (1380) jüngeren Datums:

  • 1271 Heinrich v. Mizinbach (Dobenecker IV Nr. 687 S. 101: jedoch unsicher, ob hierzu)
  • 1380 Heinz von Meuselvach (Rosenkranz; aber Quelle nicht genannt)

  • 1388 Musebach (Rosenkranz)
  • 1404 Musebach (Rosenkranz)
  • 1429 Hans von Mußebach (Amt Leuchtenburg S. 111)      
  • 1431 Kilian von Mosebach (Kreysig, Beyträge II S. 217)
  • 1436 Musebach (Rosenkranz)
  • 1456 Meusebach (Originalschreibung?) (Geschichte Witzleben I S. 78)
  • 1482 Meusebach (Originalschreibung?) (Kloster Cronschwitz S. 152)
  • 1484 Johannes Musebach (Löbe, Genealogie Meusebach)
  • 1486 Albrechten von Meosebach (Kreysig, Beiträge II S. 91)
  • 1848 Meusebach (Huhn 4,385)


Hierzu gehört auch der Flussname Alter Meusebach (Rote Hof-Bach, Roda, Saale)

Die Forschung hat bisher gezögert, den Namen zu deuten. Das Problem lag vor allem in dem Beleg von 1271 Mizinbach. Vergleicht man die jetzt vorliegende Überlieferung des Namens, so ist recht eindeutig, dass der Ortsname, der auf dem Gewässernamen beruht, offenbar immer Musebach - auch geschrieben Mußebach - geheißen hat und dann regelgerecht durch die hochdeutsche Entwicklung von -u- zu -eu- zu Meusebach wurde. Das spricht dafür, dass das in den Urkunden auftretende -u- eigentlich als -ü- zu lesen ist, denn ein altes -u- hätte zu -au- werden müssen. Der Beleg Mizinbach gehört daher meiner Meinung nach nicht hierher.

E. Eichler (bei E. Ulbricht) und H. Rosenkranz haben die Maus, mittelhochdeutsch noch mūs, als Grundlage für den Flussnamen nicht ausgeschlossen. Also ein "Mausbach, Mäusebach"? Derartige Namen sind in Deutschland kaum zu finden. Es spricht daher manches für eine andere Lösung: In Ortsnamen findet man einen Ansatz *mus-, offenbar eine Variante von dt. Moos, so in den nord- und mitteldeutschen Ortsnamen Meuß, Wüstung bei Wasungen, Müssen (Schleswig-Holstein), Missen (bei Pinneberg), Dachtmissen (Kr. Hannover) und wohl auch in niederdeutsch müsse, misse "Moor, Moos". Hier würde ich Meusebach als "Moosbach" anschließen.

Literatur: H. Rosenkranz
Ortsnamen des Bezirkes Gera
Greiz 1982, S. 19.

E. Ulbricht
Das Flußgebiet der Thüringischen Saale
Halle 1957, S. 135f.