Wort zum Tag Augenblick mal

Täglich um 6:20 und 9:20 Uhr hören Sie bei MDR THÜRINGEN - Das Radio "Augenblick mal", das Wort zum Tag. In dieser Woche spricht es Stephan Rhode aus Erfurt.

Chorraum der Wallfahrtskapelle Etzelsbach
Täglich hören Sie das Wort zum Tag bei MDR THÜRINGEN - Das Radio. Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Mittwoch, 25. November: Gewalt gegen Frauen

In Orangem Licht leuchten heute Abend öffentliche Gebäude … auch in Thüringen. Sie sind das Zeichen für eine gewaltfreie Welt und sie stehen für die Solidarität mit den Opfern. Heute ist der "Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen."

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Es gibt sie in allen gesellschaftlichen Schichten und sie kennt keine Grenzen. Auch wenn Genitalverstümmelung und Kinderehen in Deutschland eine eher untergordnete Rolle spielen. Auch bei uns werden viele zu viele Frauen täglich Opfer von Gewalt.

Jede vierte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle oder körperliche Gewalt im Umfeld ihrer Partnerschaft. Viele Frauen sterben sogar. Gewalt gegen Frauen geschieht im Verborgenen und ist doch keine Privatsache.

Tage, wie dieser, sollen unsere Aufmerksamkeit schärfen. Erst,wenn man Dinge für möglich hält, werden sie auch sichtbar. Und im Fall von sexueller und häuslicher Gewalt ist das offene Sprechen über dieses Tabu eine Möglichkeit die Gewalt zu unterbrechen.

Ich wünsche den Opfern von Gewalt, dass dieser Tag sie ermutigt sich Hilfe zu holen. Wer schlägt ist schuld, niemand sonst.

Denkt Ihr Stephan Rhode aus Erfurt.

Dienstag, 24. November - Alle sollen eins sein

"Alle sollen eins sein …" (Joh 17, 21) - diese Bitte richtet Jesus im Johannesevangelium an Gott, seinen Vater.

Was dieses "eins sein" bedeutet, lebt Jesus selbst vor. Gott und Jesus leben in einer Verbindung wie Vater und Sohn. Die Verschiedenheit ist offensichtlich. Und doch ist sie Voraussetzung für eine Gemeinschaft, die einen größeren Reichtum schenkt, als wenn jeder für sich bleiben würde.

Stephan Rhode aus Erfurt von der katholischen Kirche 2 min
Bildrechte: Stephan Rhode

Eins plus eins ist gleich drei. Mit dieser mathematischen Gleichung kündigen manche Paare die Geburt ihres Kindes an. Es ist die Gleichung des Lebens, wenn Verschiedenes zusammenkommt und eine Einheit bildet.

Wenn sich solche Verbindungen entzweien, ist das mit vielfachem Leid für das Paar selbst und auch für die Kinder verbunden. Hier versteht sich sehr schnell, warum Jesus so eindringlich um das eins sein bittet. Er will, dass die Menschen ... wie es im Johannesevangelium heißt … "Freude in Fülle in sich haben" (Joh 17,14).

Alle sollen eins sein, wenn es um so viel mehr geht, als um ein persönliches Interesse.

Das wir, wenn es darauf ankommt, mit einer Stimme sprechen, statt der nationalen Einzelinteressen - als Europäische Union, statt katholisch oder evangelisch - als christliche Kirchen, das wünscht sich Ihr Stephan Rhode aus Erfurt.

Montag, 23. November - Kommunikation

Ich hätte gerne zwei Brötchen, sagt der Kunde vor mir am Bäckerstand. Wie viele Brötchen, fragt die Verkäuferin zurück? Sie hatte drei verstanden. Durch die Maske konnte sie den Mann nicht ganz so gut verstehen.

Diese Situation habe ich einmal zum Anlass genommen, mich selber genauer zu beobachten. Wie ich spreche, damit mich andere verstehen können und wie höre ich zu, damit ich den anderen verstehe?

Zugegeben: Die Maske ist bei der Kommunikation schon ein wenig hinderlich. Sie fordert mich aber heraus, meine Worte genauer zu überlegen und sauberer zu formulieren. Ich muss mehr Wert legen auf das, was ich sagen möchte. Und sie stellt mich vor die Aufgabe auch genauer hinzuhören.

Meine Aufmerksamkeit in Gesprächen hat sich verändert. Hat mich mein Gegenüber verstanden - habe ich ihn verstanden? Beim Bäcker entscheidet meine Aufmerksamkeit für mein Gegenüber - letztlich nur über die Anzahl meiner Brötchen.

Diese Art von Achtsamkeit in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen oder in der Familie könnte vielleicht manchen Konflikt verhindern oder zumindest entschärfen.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen Stephan Rhode aus Erfurt.

Sonntag, 22. November - Christkönigssonntag

 Manchmal, wenn ein Flugzeug über mich fliegt, nehme ich mein Smartphone zu Hand. Ich habe darauf eine App, die mir anzeigt welches Flugzeug über mir ist, woher es kommt und wohin es fliegt. Diese App bringt mich mit denen da oben in Verbindung.

Stephan Rhode aus Erfurt von der katholischen Kirche 2 min
Bildrechte: Stephan Rhode

Die Verbindung von Himmel und Erde feiert die katholische Kirche heute. Es ist Christkönigs-sonntag. Vor gut 100 Jahren ist dieses Fest erst entstanden. Der erste Weltkrieg hatte Europa in vielerlei Hinsicht verwüstet. Viele Könige mussten abdanken. Ganze Länder sind von der Landkarte verschwunden. Auf den Straßen herrschte Chaos und Gewalt. Für die Menschen war es eine unsichere Zeit.

Der Christkönigsonntag hat den Menschen damals Mut gemacht, dass die Welt nicht vor der Versenkung ins Chaos steht, sondern, dass Jesus Christus selbst seine schützende Hand über sie hält.

Unsichere Zeiten erleben wir auch heute. Die Corona-Pandemie zwingt uns anders mit einander umzugehen und zerstört Existenzen. Auf der Erde wird es immer wärmer und das Klima verändert sich. Wie wird es in 10 Jahren sein, frage ich mich? Ich glaube nicht, dass unsere Welt bald im Chaos versinken wird. Ich glaube, dass jemand da ist, der immer seine schützende Hand über sie hält.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen Stephan Rhode aus Erfurt.

Biografie Stephan Rhode - Stephan Rhode
- geboren 1980 in Leinefelde
- verheiratet
- 1 Sohn
- Berufsausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel
- Ausbildung zum Religionspädagogen in Freiburg/ Breisgau
- seit 2012 Gemeindereferent in St. Lorenz in Erfurt und Jugendseelsorger für das Dekanat Erfurt
- Bischöflicher Beauftragter für Internetseelsorge im Bistum Erfurt

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 25. November 2020 | 06:20 Uhr